Hallo :vb_redface:
Bei mir werden die Rückenschmerzen meistens zwischen 2 und 4 Uhr morgens schlimm. Manchmal so schlimm, dass ich aufwache und durchs Haus tigere. Die ISG Fugen und die BWS sind es bei mir. Für mein SAPHO ist das relativ typisch, denn es ist ja den entzündlichen Rückenschmerzen wie Bechterew oder anderen Spondarthritiden zuzuordnen bzw. einer PSA ähnlich. Die nächste Schmerzspitze ist dann kurz vorm Aufstehen. Ich bin dann mehr so brettmäßig. Sockenanziehen kann da zur Herausforderung werden. Je nach Entzündungsaktivität kann das schon mal zwei Stunden dauern, ehe ich wieder wie ein Mensch rumlaufe. Manchmal helfen vorsichtige Dehnübungen noch im Bett. Oft schaffe ich aber nicht mal das. Hier in der Nähe gibt viele Thermalbäder, das hilft mir sehr. Die Bewegung im warmen Wasser macht mich deutlich beweglicher, manchmal hält das sogar einige Tage an. Aber die größte Hilfe bekomme ich in der örtlichen Schmerzambulanz. Montags bekomme ich eine leichte Propofolnarkose, während der dann die schlimmsten Schmerzpunkte mit Narupin (Lokalanästhetikum) infiltriert werden. Manchmal sind das mehr als 24 Punkte. Sternocostalübergänge, Sternoclavikulargelenke, Schultern, Handgelenke, ISG Fugen, diverse Punkte an der BWS, Achillessehnen. Da kommt einiges zusammen. Aber mir hat es erstens bei der Eindämmung meines chronischen Schmerzsyndroms geholfen. Und zweitens verhindert diese Prozedur, dass eben jenes schlimmer wird. Und wenn ich ein bisschen Glück habe, bin ich für einige Tage deutlich schmerzärmer bis schmerzfrei. Für mich lohnt sich der Aufwand. Es ist eine sehr invasive Behandlung, ich weiß nicht, ob ich das mitgemacht hätte, wenn das Team in der Ambulanz nicht so großartig wäre. Sie helfen mir da durch. Mit blöden Witzen, mit einer Umarmung oder mal mit Händchenhalten. Ansonsten mache ich so oft es geht Yoga, wobei das manchmal eben nur Atemübungen sind, wenn ich einfach zu unbeweglich bin. Dazu praktiziere ich Selbsthypnose nach einer ausführlichen Anleitung dicht den Schmerztherapeuten, der auch Hypnotherapeut ist. Vor dem Tod meines Mannes war ich sehr erfolgreich mit diesem Schmerzmanagement. Grad jetzt bin ich zu daneben für diese Bausteine meiner Schmerztherapie.
Langer Rede kurzer Sinn: ich finde, eine multimodale Schmerztherapie lohnt sich. Mir hat es einen guten Teil Selbstbewusstsein zurückgegeben, denn grad diese Rückenschmerzen nachts und morgens sind ungeheuer zermürbend gewesen für mich, weil jeder Tag schon mit einem gigantischen Organisationsaufwand begann, damit ich so viel Zeit hatte, um überhaupt mal meine Socken anzuziehen. Und außerdem ist der ganze Tag ja irgend wie schon verkackt (pardon), wenn man schon mit Schmerzen in den selben startet. Da ist die halbe Erholung von der Nacht davor ja schon hin, bevor ich nur den Kaffee im Becher habe. Mit der Schmerztherapie fühle ich mich weniger ausgeliefert, weil ich ein paar Sachen in der Hinterhand habe, die mir helfen.
Gute Besserung!
seepferdchen, das morgen endlich, endlich auf die Insel fliegt.