Hallo Guten Morgen zusammen!
Ich möchte gerne als betroffene Patientin mit einer Schilddrüsenunterfunktion ein wenig Licht in's Thema bringen.
Zuerst - wichtig sind ft3 und ft4, weil sie dem Stoffwechsel zur Verfügung stehen. Die Werte (gesamt-) t3 und (Gesamt-)t4 sind wertlos! Darüber hinaus wird das TSH, ein Steuerhormon des Hypophysen(vorderlappens) gemessen. Dieses TSH steigt an, wenn zu wenig Hormone vorhanden. Das TSH "feuert" dann die Schilddrüse an, aktiver zu werden, damit der Körper ausreichend mit Hormonen versorgt wird. D.h.: je höher der TSH-Wert, umso größer ist auch der (Nachhol)bedarf an SD-Hormonen.
In der Vergangenheit gingen die Diskussionen darum, was denn ein normaler TSH-Wert ist. Lange galt eine Obergrenze von 4,2 mIU/l. Aufgrund von Forschungsergebnissen wurde dieser Wert später auf 2,5 mIU/l gesenkt. In der Folge wurden sehr viele Menschen aufgrund eines zu hohen TSH zu Schilddrüsenkranken. Man stellte sich (berechtigterweise?!) die Frage, ob womöglich völlig gesunde Menschen behandelt wurden. Also setzten viele Labore kurzerhand den oberen Grenzwert wieder auf 4,2 hoch. Ob das der Weisheit letzter Schluss war, bezweifele ich persönlich.
Ich kann nur jedem raten, sich mit einschlägiger Literatur auseinander zu setzen. Dieses Wissen ist wichtig, um Zusammenhänge zu verstehen. Ebenfalls ist es wichtig zu wissen, wie diese Normwerte entstehen. Darauf möchte ich hier aber nicht genauer eingehen.
Klar ist, dass eine Unterfunktion leider gar nicht so klar anhand von Blutwerten bestimmt werden kann. Denn es gibt Menschen, die mit gerade noch im sog. Normbereich liegenden Blutwerten bereits eindeutige SD-Unterfunktionssymptome haben. Andererseits gilt: für Patient A ist beispielsweise ein TSH von 1mIU/l bei "niedrig-normalen" freien Schilddrüsenwerten völlig ok. während Pat. B damit aber schon Unterfunktionssymptome haben kann. Also, der persönliche "Normal-bereich" ist individuell sehr unterschiedlich.
Außerdem: sehr ähnliche/gleiche SD-Werte können beim Patient A eine Behandlung erforderlich machen, während Patient B damit im Alltag noch sehr gut zurecht kommt.
Um das zu differenzieren braucht es wirklich einen erfahrenen Arzt, der den ganzen Menschen im Blick hat und nicht nur seine Blutwerte.
Ich selbst hatte leider das Pech, dass meine SD-Funktion über Jahre immer nur nach den Werten beurteilt wurde, was nicht gut war. Jetzt befindet sich mein TSH unter Hormontherapie gerade noch im Normbereich, knapp vor einer Supprimierung. Für die Einen wäre das womöglich zu niedrig, für mich aber genau richtig.
Die Cholesterinwerte steigen tatsächlich in der Unterfunktion an. Aber so eine Fettstoffwechselstörung ist natürlich auch stark life-stile-abhängig! Vor der SD würde ich andere Faktoren, an vorderster Front die Ernährung (!), als Verursachung überprüfen. Die Schilddrüsenhormone alleine regulieren die Cholesterinwerte höchstwahrscheinlich nicht.
LG merlinda