Ich drücke gerade mal alle sehr feste, die einen lieben Menschen verloren haben... Das sind solche Grenzsituationen, die einen extrem fordern.
Da ich nebenberuflich als Trauerrednerin arbeite und eine entsprechende Ausbildung gemacht habe, kann ich vielleicht noch einen kleinen Tipp geben:
Wenn Worte fehlen oder schwer fallen, könnte man auch einen kleinen Gegenstand überreichen - vielleicht mit einem Begleitbrief (z.B. einen Worrystone in Herzform - der kann leicht in einer Jackentasche verschwinden). Dieser kann dem Trauernden vielleicht etwas Kraft spenden (wenn er der Typ für sowas ist). Worrystones haben in Irland eine sehr lange Tradition als Kraftspender (gerade, wenn man sie geschenkt bekommt). Ich weiß von Trauernden, die ihn z.B. an den Nachttisch legen und in die Hand nehmen, wenn sie die Trauer überkommt.
Denkbar sind natürlich auch christliche Symbole oder etwas, das man mit dem Verstorbenen verbunden hat.
Und ansonsten finde ich es genau wie Katjes gesagt hat genau richtig, einfach zu sagen, dass einem gerade die Worte fehlen und man einfach nur sehr traurig ist und mit ihnen fühlt.
Ich ganz persönlich finde viel wichtiger, dass man den Trauernden in der Zeit nach dem Verlust durch andere Dinge hilft - einfach mal was zu Essen vorbeibringt (nach Absprache), wirklich gesprächsbereit ist...
Ich habe in der Ausbildung eine Liste mit den schlimmsten Trauerfloskeln bekommen - ist eigenltich selbstverständlich, sowas nicht zu sagen - ist es aber wohl doch nicht:
- Das Leben geht weiter - die Zeit heilt alle Wunden
- Du bist noch jung... findest einen anderen Partner
- Sei nicht traurig - er hätte nicht gewollt, dass du traurig bist
- ... ist jetzt bei Gott - dort hat er es gut
- Du hast ja noch... (andere Kinder, deinen Partner, deinen Hund...)
- Tu die, mach jenes (schaff dir ein Haustier an, such dir ein Ehrenamt, geh zum Psychologen...)
- Es ist besser so... xx geht es jetzt besser, das wäre kein Leben mehr gewesen... sei froh, dass er nicht behindert bleibt...
- du musst jetzt stark sein... nach vorne schauen... darfst dich nicht hängen lassen
- Es war so bestimmt (der liebe Gott wollte es so - du wusstest ja, dass xx stirbt...)
- Ich bewundere dich für deine Stärke - du bist so stark und schaffst das... Ich würde das ja nicht überleben
- Trauerst du immer noch - jetzt muss es aber auch mal gut sein - es ist doch schon so lange her...
Ich finde, einige der Sätze haben inhaltlich schon einen gut gemeinten Hintergrund und je nach Beziehung kann z.B. der Rat mit dem Psychologen gut gemeint und wichtig sein...
Solche Sätze sollten jedoch trotzdem gut überlegt sein und es hängt von der jeweiligen Beziehung ab, was man sagen kann und was nicht.
Viel wichtiger als solche Floskeln sind aber praktische Hilfen - Ablenkung, die Trauernden einladen und ablenken, ohne sie zu etwas zu drängen und es ermöglichen, dass man über den Verlust spricht und über die Veränderungen des Lebens...
Sorry - ich hoffe, ihr versteht das nicht falsch - ich fand das nur sehr interessant (die Sätze wurden von Trauernden als schmerzlich zusammengestellt)...