@malchatun, es ist völlig verständlich, dass diese Ungewissheit an deinen Nerven nagt, ging mir damals genauso. Umso größer ist die Erleichterung dann, wenn man einen positiven Rentenbescheid in den Händen hat. Du schaffst das bestimmt auch noch.
Vielen vielen Dank für deinen und euren Zuspruch. Ich merke, wie mir dieser Thread unglaublich gut tut! Bisher dachte ich immer, ich muss irgendwas verkehrt machen, ich hab einen schwachen Willen oder ernähre mich falsch, was auch immer. Zu lesen, dass Fatigue (es hat endlich auch einen ernst zu nehmenden Namen für mich) viele chronisch Kranke begleitet, ist traurig aber auch erleichternd zugleich. Mir fallen immer mehr Details ein, über die ich bei mir nur den Kopf schütteln, die ich aber nicht einordnen konnte. Z.B. als ich bei den Symptomen "leichte Reizbarkeit" las. Ich kann so vieles einfach gar nicht mehr aushalten, was früher so nebenher lief - wie z.B. Musik im Hintergrund - ganz schlimm beim Einkaufen oder im Auto - ich werde aggressiv!
Zum Sport wollte ich auch noch mal fragen, weil hier geäußert wurde, Sport sei kontraproduktiv, aber das wurde ja schon abgehandelt, während ich schon schlief.
Ich merke, dass mir Bewegung gut tut. Zwar nur in dem Moment, wo ich mich bewege, aber immerhin. Das fängt morgens damit an, dass ich immer, wenn ich mir aus der Küche eine Tasse Kaffee hole, stückweise den Geschirrspüler ausräume. Gerade morgens ist es extrem, ich bin wie gelähmt, im Kopf und im Körper. Ich merke aber, dass ich so besser in die Gänge komme - bücken, Geschirr aus dem Spüler heben hoch in den Schrank. Nach der 3. Tasse Kaffee ist der Geschirrspüler leer, und ich versuche, langsam ins Bad schwanken. Das klappt natürlich nicht immer. Meist muss ich mich überwinden und erst noch ein wenig durch die Wohnung laufen, hier und da räumen, am besten mit geöffneten Fenstern. Das ist besser, als sitzen oder liegen bleiben. Und noch besser ist es wenn ich Druck von außen habe in Form eines Arzttermins, aber bitte möglichst erst ab 11 Uhr.
Inzwischen gehe ich auch wieder spazieren und drehe fast täglich eine kleine Runde. Dabei wird mein Kopf beinahe frei. Danch geht er wieder zu.
Sobald ich es aber übertreibe, tritt das Gegenteil ein. Am Samstag wollte ich endlich mal wieder mit Nordic Walking Stöcken laufen. Ich bin meine übliche Spazierrunde gelaufen mit Stöcken, dadurch wahrschenlich schneller als sonst und mit Armkraft, und dieses kleine Mehr an Anstrengung hat schon gereicht - ich war für den Rest des Tages noch mehr müde und erschöpft. Die Fahrt zum Einkaufen musste mein Freund übernehmen, ich saß hundemüde daneben und konnte nur mit Kraftanstrengung wieder aussteigen.
Im Fitnesscenter war ich schon ewig nicht mehr, aber ich habe mich früher, als ich noch Teilzeit gearbeitet habe und vor der Arbeit trainieren ging, immer gewundert, wieso ich nach jedem Training für den Rest des Tages derart unnormal und extrem müde war und am liebsten nur noch gelegen hätte, nun kann ich es einordnen. Ich trau mich da eigentlich auch nicht mehr hin, obwohl es auch gut wäre, wieder etwas Kraft und Kondition aufzubauen, bin noch sehr unentschlossen, ob ich mich wieder anmelden soll...