Im Garten wird es jetzt immer netter,
jetzt gibt es überall schon grüne Blätter,
aber auch noch viele Blüten,
da meine ich nicht nur die verfrühten.
Ich hab im Garten eine wilde Kirsche,
die guckt normalerweise ziemlich streng und wirsche,
aber jetzt blüht sie so wunderschön,
man kann sich einfach nicht satt daran sehn.
Dem Nachbarn ist sie ein Dorn im Auge,
er meint, dass so was in einem gepflegten Garten nicht tauge.
Der Anblick störe ihn doch sehr,
da sagte ich einfach „Bitte schön, mein Herr,
der Baum bleibt stehen, wo er ist,
weil man bei seinen Blüten alle Traurigkeit vergisst“
Aber das beeindruckt ihn nicht sehr,
denn er hat immer gern alles gerade, dieser Herr,
das ist der, der dauert in seinem Garten rumhibbelt
und fortwährend an allen Zweigen schnibbelt.
Er hat es halt gerne gepflegt und gerade,
das finde ich natürlich richtig schade.
Wir haben zusammen eine Hecke,
hinter der ich mich so gern mit einem Buch verstecke.
Bei mir hängen die Zweige ganz lose rüber,
nein, bei ihm geht es nicht drunter und drüber,
nein, er schneidet sie ganz abgezirkelt gerade,
das finde ich wirklich jammerschade.
Inzwischen ist auch der Rasen gemäht,
und manches Unkräutlein ist angeweht,
aber da kommt meine Schwägerin,
die hat nur noch unseren Garten im Sinn.
Denn sie haben Haus und Garten verkauft,
da hat sie sich nicht lange die Haare gerauft,
jetzt schuftet sie so gerne in unserem Garten,
und ich kann zu einem Schläflein in den Liegestuhl starten.
Das macht sie glücklich in jedem Falle
- das ist die Schwägerin mit der Gartenkralle -,
die benutzt sie natürlich auch sehr viel,
das Unkraut zu bekämpfen ist ihr oberstes Ziel.
Ab und zu braucht sie einen Liebesbeweis,
dann hol ich uns beiden dann ein Bofrost-Eis,
auch Mineralwasser muss her, wat mutt, dat mutt,
denn anschließend ist sie natürlich ziemlich kaputt.
Dann haben wir natürlich nur noch eins zum Ziele,
unsere schönen, weichen Liegestühle,
da strecken wir uns dann gemütlich aus,
da wird kein Unkraut uns mehr zum Graus.
Da genießen wir die Stille
und den immergrünen Jasmin mit seiner Blütenfülle,
wir sehen ein wunderschönes tränendes Herz unter dem Busch,
und ein Häschen, das macht bei unserem Anblick husch, husch.
Es gibt keinen, der uns jetzt hetzt,
wir sehen, das der Mispelbaum jetzt wunderschöne Blüten ansetzt,
der Flieder wird jetzt auch bald blühn
und alle Blicke auf sich ziehn.
Ach, wie ist das Leben schön,
wenn man kann in einen Garten gehn,
wenn es da gibt auch so manche Flecken,
dort kann man sich so richtig gemütlich ausstrecken.