Ich kann nicht so ganz verstehen, woher diese generelle Abneigung gegen alternative Wege kommt.
Das ist, für mich gesprochen, keine generelle Abneigung, sondern ein Appell an ein Sowohl-als-auch. Es geht mir immer darum, fließende Übergänge zu schaffen, statt einfach nur auszutauschen.
Die Ursachen und Wirkstoff-basierte (Schul-)Medizin und die ganzheitliche ergänzen sich ganz wunderbar. Schwierig wird es immer erst, wenn das eine das andere ersetzen soll. Oder?
Ich verstehe nicht, warum die »Schulmedizin« und die »alternativen Methoden« so arg konkurrieren müssen. Alle Methoden sind begrenzt und die Kunst besteht doch darin, die für den Moment effektivste Behandlung zu finden und dann bitte auch zu nutzen. Es gilt auch immer abzuwägen, welche Erkrankung behandelt wird. Die Spielräume unterscheiden sich durchaus. Eine drohende Osteodestruktion birgt ein anderes Risiko als eine Arthrose oder Vasulitis, oder, oder…
Was nützen mir ausbleibende Nebenwirkungen, wenn sich dadurch ein zerstörerischer Prozess im Körper etablieren kann? Anfangs kaum spürbar, erst Monate oder eher Jahre später, als Langzeitfolge wird er zum Problem, so dass man sich auf der sicheren Seite wägt und glaubt, Zeit zu haben. Wird ja alles wieder besser aber nicht gut, nur fast.
Schulmedizin bedeutet nichts anders, als ärztliche Diagnose und Therapie nach wissenschaftlich anerkannten, nachvollziehbaren Methoden, wie sie an den medizinischen Hochschulen gelehrt wird. Ganz grob gesagt.
Wer sich mit der Arbeit dort beschäftigt, sieht, dass dort geforscht, probiert, verworfen wird. »Alternativ« behandelt wird dort auch und geschaut, ob nachvollziehbar hilft, was gerade gemacht wird.
Ich erlebe hier gerade diejenigen als ablehnend, die die Alternativmethoden bevorzugen. Sie haben, und halten sich, immer die Schulmedizin im Rücken, stellen sie aber als notwendiges Übel dar.