hi bise,
dein doc kann über das gkv-his immer sein verschreibungsvolumen an heilmitteln mit dem seiner fachkollegen vergleichen - und das auch recht zeitnah, da die daten nicht erst nach zwei jahren ins netz gestellt werden, sondern relativ pronto nach quartalsabschluss. auch sind ihm ja seine richtgrößen bekannt ...
wenn dein arzt diese informationsmöglichkeiten nicht nutzen möchte und keiner rationalen darstellung gegenüber offen ist, dann ist wohl hopfen und malz verloren - nennt sich wohl am besten innere kündigung wie bei angestellten mitarbeitern. wenn er schon länger seine praxis hat, hat er ja auch durchschnittszahlen an dauerpatienten und auch am heilmittelbedarf, den diese haben ....
ist dein orthopäde nur facharzt für physikalische medizin oder hat er seinen niederlassungssitz als "facharzt für physikalische und rehabilitative medizin"? die niederlassung erfolgt dann nicht primär als orthopäde - und ist zudem ein sehr großer unterschied an heilmittelrichtgröße zwischen ortho und facharzt für physikalische und rehabilitative medizin - der unterschied liegt z.b. in niedersachen bei ca. 24,- vs. ca. 45,- euro .... das macht im gesamt"budget" für den doc halt schon was aus!
hinsichtlich schmerztherapie kann ich dich aber wirklich beruhigen - eine ganzheitliche schmerztherapie besteht nicht nur aus medikamenten, sondern auch aus physiotherapie, psychologischer betreuung, entspannungstechniken ... also ich erhalte dort auch physio-rezepte.
von wem bekommst du denn jetzt deine physiorezepte? (sorry, ich steige da gerade nicht ganz durch ...

vom orthopäden oder hausarzt oder rheumatologen?
die richtgröße vom allgemeinarzt reicht höchstens für langzeitverordnungen aus, wenn er einen relativ geringen anteil an physio-dauerpatienten hat - da ist die richtgröße ja viel zu gering. das gleiche gilt für den internistischen rheumatologen ... der kann einfach nicht jeden patienten damit versorgen.
beim orthopäden ist es ja so, dass operierte patienten, die er nachbetreut, für die ersten 2-3 monate (je nach kv-bezirk) diese als praxisbesonderheit gelten (musst du mal in den richtgrößenvereinbarungen deiner kv schauen ...) aber beim ortho ist es ja so, dass auch ansonsten so gut wie jeder ein physio-rezept brauchen könnte ....
aber ich weiss ja nicht, ob dein doc weiss, was er alles rausrechnen kann - oder ob er sich dafür überhaupt interessiert?
also ich kann nur sagen, wie ich es mache: zum oben genannten facharzt für physikalische und rehabilitative medizin (also nicht zum niedergelassenen orthopäden ... haben eh seltenst ahnung), schmerzambulanz oder auch mal zu einem "doc holiday" - ist jetzt nicht nur ein "gelber-scheine"- doc, aber er hat als hausarzt eher einen patientenstamm, der mehr im bereich diabetes und ähnlichen gesellschaftskrankheiten liegt ....
so zuhause mache ich noch entspannungsübungen, gleichgewichts- und stabilisierungsübungen, habe ein billig-trampolin angeschafft, im thera-band habe ich auch einen guten partner, ....
zur physio gehe ich auch ... aber ich mache auch immer wieder pausen, schon allein um zu sehen, was meine eigenen anstrengungen zuhause so bringen. mein physio behandelt übrigens auch im 15-min takt (macht allerdings auch manuelle auf kg-rezept) - bist du denn mit der qualität der leistung an sich zufrieden? wenn's nur so "lala" ist, hast du schon mal über einen wechsel nachgedacht - gibt ja auch noch praxen, die das untere ende der therapiezeit verwenden (25 min) ....
wenn dein doc demnächst wieder einen dummen spruch rauslässt, kannst du ihn ja mal fragen, wie die struktur seines patientenstamm's ist, ob und wie viele operierte patienten er betreut, ob er diese aus der richtgröße rausrechnet oder nicht, zu wieviel prozent er sein heilmittelvolumen dieses quartal schon ca. ausgeschöpft hat und so ähnliches - es gibt ärzte, die einem da antworten können und eben auch solche, die leider null überblick haben, aber vor der patientennase gerne mit dem letzten drohschreiben der kv winken (und ist mir schon passiert, dass das schreiben dann schnell weggezogen wurde, als ich's durchlesen wollte - war dann auf einmal gar kein regress-schreiben

) wie gesagt, sind die zahlen ja für patienten und ärzte öffentlich zugänglich ....
aber nimm' dir die sprüche deines arztes nicht so zu herzen - das bringt ja rein gar nichts, sondern macht die sache vielleicht sogar noch schlimmer .... wenn gar nix geht, bleibt nichts anderes übrig, als das bäumchen-wechsel-spiel ... hausarzt - orthopäde - rheumatologe - etc. immer im wechsel aufsuchen ... das ist zwar sicherlich nicht günstiger für unser system - aber darauf ist das ja anscheinend ausgelegt
lg, chrischan.
ps: das physio-problem betrifft ja nicht nur langzeitkranke, sondern auch ganz normal operierte, die nach einer op in dem bereich nicht nachbetreut werden - obwohl diese patientengruppe ja in einigen kv-bezirken rausgerechnet werden kann! mancher munkelt schon, dass man lieber noch mal nachoperiert, als dass es gleich ein gutes ergebnis gibt ... vielleicht wissen ärzte auch gar nicht, was physiotherapie ist oder haben eine art "turntanten"-vorstellung?