anurju
anurju
Liebe Sassi, liebe Laura,
also zunächst mal finde ich es gut, dass das Thema Ernährung hier im Focus steht - und dafür möchte ich euch danken.
Aber: ich kann Nelis Einwand auch sehr gut verstehen - denn nach meiner Erfahrung (und ich habe wirklich sehr konsequent an meiner Ernährungsumstellung gearbeitet) geht es bei manchen und vermutlich bei den meisten rheumatischen Erkrankungen nicht ohne Medikamente. Beziehungsweise wenn man diese "einfach absetzt" riskiert man eben in den allermeisten Fällen Schäden, die nicht mehr zu korrigieren sind.
Wenn eine solche Umstellung in direktem Kontakt mit den Ärzten und unter stetiger Kontrolle sowie langsam und vorsichtig geschieht, mag das für einige Betroffene ein Weg sein - vermutlich bzw. sicher aber nicht für alle.
Und insofern glaube ich, dass Nelis Anliegen, "neue und noch nicht so gut informierte User vor dem Absetzen der Medikamente zu warnen" mit bester Absicht und berechtigt geschah.
Dennoch finde ich es toll, dass ihr diesen Thread mit euren Erfahrungen bereichert - insbesondere die Idee, konkrete Rezepte zusammenzutragen ist gut - denn daran mangelt es ja manchmal. Ich habe mir 2 Bücher zum Thema gekauft und die bleiben recht unkonkret bzw. die Rezepte sind absolut nicht familientauglich bzw. z.T. extrem aufwändig. Insofern sind hier erprobte Rezepte sehr willkommen...
In meinem Fall scheint es so zu sein, dass die Ernährungsumstellung anscheinend noch nicht ausreicht - zusätzlich rauben die Schmerzen ja auch eine Riesenmenge Energie, die man erst mal wieder sammeln muss - und die man für die Recherche und die Suche nach dem eigenen Weg benötigt ...
Aktuell bin ich unsagbar froh, dass die Basistherapie so langsam Wirkung zeigt und ich vielleicht endlich einige der Schmerzmedikamente reduzieren kann - hoffentlich auch das Cortison. Ohne diese Therapie war mein Leben so wenig lebenswert geworden (kaum Bewegungsmöglichkeiten, Schmerzen, die zu ständiger Übelkeit führten...).
Aber langfristig bzw. begleitend möchte ich schon selber mehr tun - und da bin ich über Hinweise dankbar.
Ich denke zwar, dass jeder Fall anders liegt und man vorsichtig ausprobieren muss, was gut tut und was nicht - aber auf jeden Fall ist die Ernährung sicher ein wesentlicher Faktor für das Wohlbefinden.
Nur ist es halt schon gefährlich - und deshalb hier auch ein Reizthema - schwer betroffenen Rheumatikern das Gefühl zu geben, sie wären nur zu faul oder nicht daran interessiert, selber etwas für ihre Heilung zu tun. Das war sicher nicht beabsichtigt, aber sollte eben auch nicht so herauslesbar sein...
Wenn jemand mir in meiner schlimmsten Schmerzphase eine Ernährungsumstellung vorschlug (meine Schwester meinte so etwas tun zu müssen) so wäre ich gerne die Decke hochgegangen. Zumal ich ja schon die wesentlichen Ratschläge in Richtung Rheumadiät beherzigt hatte - leider aber ohne Erfolg. Der Weg kann wirklich nur sein, so etwas in enger Kooperation mit den behandelnden Ärzten und zumindest meistens in Kombination mit geeigneten Medikamenten anzugehen !!
@ Sassi: es tut mir so leid, die Nachricht vom Tod deiner Schwiegermutter zu lesen - im letzten Jahr habe ich meinen Vater durch die furchtbare Endphase seiner Krebserkrankung begleiten und ihn dann gehen lassen müssen und das ist eine unheimlich harte Zeit gewesen - insofern kann ich dir ein bißchen nachfühlen, wie es dir jetzt geht.
Jetzt musst du erst einmal wieder Kraft schöpfen und vielleicht sagt dir dein Körper genau das - Energie (manchmal eben auch zuckerhaltig) wird gebraucht und ist dann eben nicht übrig, um konsequente Ernährungsregeln umzusetzen. Diese Zeit wird dann auch wieder kommen - und gut, dass dein Körper es nicht quittiert - möge es so bleiben !
Mir hat in der Zeit des Abschied nehmens ein Spruch immer mal wieder Trost geschenkt - vielleicht ist das bei dir langfristig auch so - braucht allerdings seine Zeit, bis man die kleinen Erinnerungen genießen kann und nicht mehr wie Stachel erlebt...:
Je schöner und voller die Erinnerung,
desto schwerer ist die Trennung.
Aber die Dankbarkeit verwandelt die Erinnerung in eine stille Freude.
Man trägt das vergangene Schöne nicht wie einen Stachel,
sondern wie ein kostbares Geschenk in sich.
(Dietrich Bonhoeffer)
Ich drücke dich virtuell und wünsche dir und deiner Familie unsagbar viel Kraft für diese schwierige Zeit !
Liebe Grüße von anurju
also zunächst mal finde ich es gut, dass das Thema Ernährung hier im Focus steht - und dafür möchte ich euch danken.
Aber: ich kann Nelis Einwand auch sehr gut verstehen - denn nach meiner Erfahrung (und ich habe wirklich sehr konsequent an meiner Ernährungsumstellung gearbeitet) geht es bei manchen und vermutlich bei den meisten rheumatischen Erkrankungen nicht ohne Medikamente. Beziehungsweise wenn man diese "einfach absetzt" riskiert man eben in den allermeisten Fällen Schäden, die nicht mehr zu korrigieren sind.
Wenn eine solche Umstellung in direktem Kontakt mit den Ärzten und unter stetiger Kontrolle sowie langsam und vorsichtig geschieht, mag das für einige Betroffene ein Weg sein - vermutlich bzw. sicher aber nicht für alle.
Und insofern glaube ich, dass Nelis Anliegen, "neue und noch nicht so gut informierte User vor dem Absetzen der Medikamente zu warnen" mit bester Absicht und berechtigt geschah.
Dennoch finde ich es toll, dass ihr diesen Thread mit euren Erfahrungen bereichert - insbesondere die Idee, konkrete Rezepte zusammenzutragen ist gut - denn daran mangelt es ja manchmal. Ich habe mir 2 Bücher zum Thema gekauft und die bleiben recht unkonkret bzw. die Rezepte sind absolut nicht familientauglich bzw. z.T. extrem aufwändig. Insofern sind hier erprobte Rezepte sehr willkommen...
In meinem Fall scheint es so zu sein, dass die Ernährungsumstellung anscheinend noch nicht ausreicht - zusätzlich rauben die Schmerzen ja auch eine Riesenmenge Energie, die man erst mal wieder sammeln muss - und die man für die Recherche und die Suche nach dem eigenen Weg benötigt ...
Aktuell bin ich unsagbar froh, dass die Basistherapie so langsam Wirkung zeigt und ich vielleicht endlich einige der Schmerzmedikamente reduzieren kann - hoffentlich auch das Cortison. Ohne diese Therapie war mein Leben so wenig lebenswert geworden (kaum Bewegungsmöglichkeiten, Schmerzen, die zu ständiger Übelkeit führten...).
Aber langfristig bzw. begleitend möchte ich schon selber mehr tun - und da bin ich über Hinweise dankbar.
Ich denke zwar, dass jeder Fall anders liegt und man vorsichtig ausprobieren muss, was gut tut und was nicht - aber auf jeden Fall ist die Ernährung sicher ein wesentlicher Faktor für das Wohlbefinden.
Nur ist es halt schon gefährlich - und deshalb hier auch ein Reizthema - schwer betroffenen Rheumatikern das Gefühl zu geben, sie wären nur zu faul oder nicht daran interessiert, selber etwas für ihre Heilung zu tun. Das war sicher nicht beabsichtigt, aber sollte eben auch nicht so herauslesbar sein...
Wenn jemand mir in meiner schlimmsten Schmerzphase eine Ernährungsumstellung vorschlug (meine Schwester meinte so etwas tun zu müssen) so wäre ich gerne die Decke hochgegangen. Zumal ich ja schon die wesentlichen Ratschläge in Richtung Rheumadiät beherzigt hatte - leider aber ohne Erfolg. Der Weg kann wirklich nur sein, so etwas in enger Kooperation mit den behandelnden Ärzten und zumindest meistens in Kombination mit geeigneten Medikamenten anzugehen !!
@ Sassi: es tut mir so leid, die Nachricht vom Tod deiner Schwiegermutter zu lesen - im letzten Jahr habe ich meinen Vater durch die furchtbare Endphase seiner Krebserkrankung begleiten und ihn dann gehen lassen müssen und das ist eine unheimlich harte Zeit gewesen - insofern kann ich dir ein bißchen nachfühlen, wie es dir jetzt geht.
Jetzt musst du erst einmal wieder Kraft schöpfen und vielleicht sagt dir dein Körper genau das - Energie (manchmal eben auch zuckerhaltig) wird gebraucht und ist dann eben nicht übrig, um konsequente Ernährungsregeln umzusetzen. Diese Zeit wird dann auch wieder kommen - und gut, dass dein Körper es nicht quittiert - möge es so bleiben !
Mir hat in der Zeit des Abschied nehmens ein Spruch immer mal wieder Trost geschenkt - vielleicht ist das bei dir langfristig auch so - braucht allerdings seine Zeit, bis man die kleinen Erinnerungen genießen kann und nicht mehr wie Stachel erlebt...:
Je schöner und voller die Erinnerung,
desto schwerer ist die Trennung.
Aber die Dankbarkeit verwandelt die Erinnerung in eine stille Freude.
Man trägt das vergangene Schöne nicht wie einen Stachel,
sondern wie ein kostbares Geschenk in sich.
(Dietrich Bonhoeffer)
Ich drücke dich virtuell und wünsche dir und deiner Familie unsagbar viel Kraft für diese schwierige Zeit !
Liebe Grüße von anurju
Zuletzt bearbeitet:

. Nach 10 Jahren dann die Diagnose Morbus Bechterew. Verlorene Zeit.