Gutemiene65, ja so geht es mir auch. Ich hab bei solchen Veranstaltungen oft das Gefühl, dass mich die Emotionen der Anderen so überschwemmen, dass ich beim kleinsten Bisschen losheule und ich es dann auch nicht hinbekomme wie die anderen Trauernden in sich gekehrt traurig zu Boden zu blicken. Bei der Beerdigung eines 4Jährigen hatte ich auch Wut auf den Pfarrer (keine schöne Formulierung, kein bisschen Emotion)und war gleichzeitig damit überfordert, wie diese bleierne Trauer durch die Kirche waberte. Da hab ich mir ein Mantra ausgedacht: "ich habe eine Rüstung an, in der mir nichts passieren kann". Damit war es mir dann möglich, die Außenwelt auszusperren.
Diese Floskeln, die man Trauernden am Besten nicht sagt finde ich gut, sie Mal gelesen zu haben. Mein Traueralbum hat die Familie noch nicht erreicht. Ich hatte meinen Nachbarn angeschrieben, ob er Zeit und vor allem Lust auf einen kurzen Besuch hat. Er hat sich herzlich bedankt, dass ich genau das gefragt habe mit der ehrlichen Antwort" nein, heute nicht, meine Nerven liegen blank, hab noch einen Fruchtzwerge im Kühlschrank gefunden"(das war das Letzte was sie noch gerne gegessen hat).
Wenn ich aus Dänemark zurück bin werde ich nochmal anklopfen. Ich möchte ihn nicht nerven und gleichzeitig möchte ich ihm zusammen mit seiner Tochter schon anbieten mal zu reden (obwohl ich da echt ein bissl Angst habe, dass meine Emotionen wieder zu heftig durchschlagen). Es ist ein Zwiespalt
Hatte auch schon überlegt ihnen das einfach einzupacken und vor die Tür zu stellen. Dann ist es ihnen überlassen, wie viel sie reagieren und vor allem "wann". was meint ihr?