@ pezzi:
Der Thread, den du meinst, das war meiner:
http://www.rheuma-online.de/forum/threads/52586-Trost-und-Kraft-im-Glauben
@ Puffel:
Ich werde hier nicht ausführlich erklären, wie ich Gott spüre oder erfahre, das kannst du, wenn du magst, in dem anderen Thread nachlesen.
Vor einigen Jahren hat mich die Frage nach der Krankheit auch sehr beschäftigt. Viele Krankheiten entstehen, weil der Mensch nicht gut mit sich selber umgeht. Schlaganfälle, Herzinfarkte, Lungenkrebs, COPD, Raucherbein u.v.m. kommen von der Unmäßigkeit des Menschen, zum Einen, weil er immer mehr haben und erreichen will und seine Körpersignale ignoriert, zum anderen die Suchtkrankheiten, weil er nicht bereit ist, sich mit sich selber auseinanderzusetzen - er läuft vor sich selber davon. In solchen Fällen würde ich schon sagen, dass da Gott als Schöpfer mitverantwortlich ist, denn er hat ja den menschlichen Körper so konzipiert, dass der sich mit Schmerzen usw. meldet, wenn was nicht stimmt. Aber der Mensch trägt selber die Schuld, wenn er nicht umsichtig mit sich selber umgeht.
Dann gibt es die Krankheiten wie Rheuma usw., für die man nichts kann. Aber dafür mache ich Gott nicht verantwortlich. Denn - schau dir doch mal unsere kaputte Umwelt an! Wie viele Krankheiten gibt es, die man früher nicht kannte? Gerade die Krebserkrankungen werden immer mehr und immer aggressiver. Unsere Luft ist radioaktiv verseucht - es braucht mir keiner weismachen, dass wir von Fukushima oder damals Tschernobyl nichts mitbekommen haben. Das nächste AKW von mir aus ist ca. 70 km entfernt, auch dort gibt es schon eine höhere Krebsrate. Wir haben so viel Dreck in der Luft und ich bin sicher, das macht viele Krankheiten aus. Und wer produziert den Dreck? Der Mensch, der immer noch höher hinaus will, der es immer bequemer haben will, das aber so billig wie möglich. Die Menschheit im allgemeinen ist also selber schuld an den Krankheiten. Dass es uns persönlich trifft, ist natürlich schwer und schlimm, und es trifft oft die, die immer sparsam und umsichtig mit den Ressourcen umgegangen sind, was natürlich ungerecht ist.
Deshalb meine ich, dass es aber auch ungerecht Gott gegenüber ist, wenn man ihm die Schuld für alles Ungute in die Schuhe schieben will.
Was die anderen Fragen betrifft, die kann ich jetzt nicht alle beantworten, aber ich kann sagen, dass ich Gott einfach vertraue wie ein kleines Kind, das bedingungslos den Eltern vertraut. Er hilft mir in allen Lebenslagen, er hat mir immer beigestanden, auch wenn ich es nicht gemerkt habe. Er hat mir Menschen geschickt, denen ich bedingungslos vertrauen kann.
Liebe Puffel, merkst du nicht, wie gesegnet du mit deinem Mann bist, der dich pflegt und alles für dich tut? Du bist dir dessen bewusst, was für ein großartiger Mensch ist, aber nicht, dass dies ein großer Segen Gottes ist und er dir damit hilft, dein Schicksal leichter zu ertragen. Im Gegensatz dazu mein Mann, der nie gut für mich gesorgt hat, der mich jetzt wegstößt und verlassen hat, weil ich nicht so bin, wie er sich das eingebildet hat. Er hat aus seiner Krebserkrankung nichts gelernt außer dass er noch egoistischer geworden ist als zuvor. - Was tut da Gott für mich? Er befreit mich von ihm, er gibt mir Kraft, hoch erhobenen Hauptes meinen Weg weiterzugehen. In der schweren Zeit hat er mich immer getragen, obwohl ich oft vor Kummer fast verzweifelt bin. Aber ich bin heute noch genauso ein fröhlicher Mensch, keine Spur von Depressionen oder Burnout usw., ich hab so viel geistig-seelische Kraft, dass ich mich hauptamtlich und ehrenamtlich um die Nöte anderer Menschen kümmern kann. Er hat mir immer eine gute Arbeitsstelle verschafft, wo es aussichtslos aussah, und er wird mir auch in meiner jetzigen Situation eine schöne, bezahlbare Wohnung beschaffen, er wird auch dafür sorgen, dass meine Töchter gute Arbeitsstellen bekommen. Er hat zwar nicht alle meine Gebete erhört, aber er hat mir immer das gegeben, was für mich gut war. Er hat mich nie enttäuscht.
Zu deine letzten Frage:
Natürlich kann er "husch-husch" eine Krankheit heilen, meine Freundin hat so eine Gebetsheilung an sich selber erlebt. Es gibt viele Glaubenszeugnisse von Wunderheilungen. Aber er tut es nicht, um den Menschen einen Gefallen zu tun, sondern um seine Macht zu zeigen. Und er weiß, wenn er den Menschen jeden Wunsch erfüllt, dass es ihnen nicht gut tun würde. Wer Kinder hat, weiß genau, dass man auch oft Nein sagen muss, damit sie sich gut entwickeln. Und so muss Gott auch oft Nein sagen, denn wir sollen ja aus unseren Krankheiten lernen, was für das ewige Leben wichtig ist.
Wenn man nicht an Gott glaubt, kann das natürlich zu einem Problem werden. Aber auch dann kann man - wie es die Agnostiker tun - lernen, anders damit umzugehen.