So wie der Freitag endete, begann der Samstag. 0:43 Uhr, Handy klingelt, eine Nachbarin meines Papas, sie hat Klopfzeichen aus der Wohnung gehört und den Rettungsdienst verständigt, ob irgendjemand einen Schlüssel hat. Jupp, der Pflegedienst. Rettungsdienst war nach 5!!! Minuten da, verständigt Feuerwehr, die machen die Wohnung auf. Papa wollte in der Nacht zur Toilette, kommt ins trudeln, war dann gestürzt, klemmte mit den Beinen unter Bett fest, kam nicht mehr allein hoch. Äußerlich unverletzt, Vitalwerte auch erstmal unauffällig, Rd wollte ihn mit ins KH nehmen, wollte er nicht. Haben mich dann angerufen, nach Vorerkrankungen gefragt, etc. Ich mit meinem Papa diskutiert, dass er mit ins KH geht, Rd darf ihn nicht gegen seinen Willen ... Da könnte man den Papa ...
Die Nacht war gelaufen, Kaffee kochen, Tochter anrufen, was essen, Tasche packen. Papa noch mal angerufen und ihm mitgeteilt, dass ich genau jetzt losfahre. Wollte er auch nicht, war mir egal, ich wäre hier vor Sorge verrückt geworden.
Tochter eingesammelt, morgens um 7 waren wir vor Ort, Papa geweckt, dass wir da sind, erstmal schlafen. 4 Stunde später Frühstück für alle und mir dann den Papa zur Brust genommen. Dass Rettungsdienst nicht aus Jux und Dollerei jemanden mitten in der Nacht ins KH fahren oder weil sie in der Notaufnahme vor Langweile Bettenschubsen spielen, sondern weil die das für nötig befinden. Dass er sich darauf verlassen kann, dass wenn so etwas wieder passiert und er wieder nicht mitfährt, wir uns aus dem Stand in Bewegung setzen, um dann nach dem Rechten zu sehen. Fragt er dann, warum? Herrschaftszeiten, weil man sich Sorgen macht und weil ich nicht noch mal zu spät kommen will und ihn dann nicht mehr lebend antreffe, so wie mir das bei meiner Mutter ergangen ist. So hatte er das noch gar nicht gesehen und sich (erstmal) einsichtig gezeigt. Hoffentlich vergisst er das nicht wieder. Aber die Nachbarin ist so nett und nimmt jetzt einen Notfallschlüssel.
Morgen geht's dann wieder zurück, Tochter muss Montag arbeiten, ich habe Kontrolltermin in der Uniklinik.
Ich weiß schon, wie dann die nächsten Tage aussehen werden. Ich lieg flach, weil mein Körper sagt, Strafe muss sein.
Wenn es nicht so ernst wäre, die schwarze Seite meine Humors denkst sich: "81jähriger veranstaltet vor der Haustür eine Blaulichtparty und geht selbst nicht hin"

Danke, dass ich mich ausko**en konnte.