Hallo Aida,
bei Mobbing geht es nicht um jemanden zu mögen oder nicht! Mobbing ist soziologisch eindeutig definiert. Da gibt es festgeschriebene Parameter die Aussagen was Mobbing ist. Unter anderem muss es über eine längere Zeit gehen und die Persönlichkeit massiv angreifen etc. und nicht das normale „Die eine oder andere Kollegin mag ich nicht“.
Und auch wenn mich jetzt mal wieder einige nicht verstehen, es ist meine persönliche Meinung! Auch früher haben es Lehrerinnen nicht leicht gehabt! Auch damals gab es riesige Klassen mit fast 40! Schülern! Und zu meiner Zeit am Gymnasium haben wir zumindest in den ersten Jahren dort noch Samstag Unterricht gehabt! Ich bin kein Freund von früher war alles besser oder heute ist alles schlimmer. Und es gibt Berufsgruppen, die seit Jahrzehnten gut gewerkschaftlich organisiert sind und andere die zum Beispiel aufgrund der große der Firma oder des Betriebes sich nicht so gut organisieren können. So sind zum Teil die Arbeitsbedingungen in kleinen Einheiten nicht so einfach durchzusetzen, so zum Beispiel in Arztpraxen oder im Friseurhandwerk, wenn dort der einzelne dauernde und plötzliche Überstunden mokiert, kann er oftmals gehen.
Bei Lehrern ist das Gott sei Dank gut geregelt, da gibt es gut organisierte Gewerkschaften wie GEW und der Beamtenstatus und die daraus resultierenden Regelungen sind oftmals besser als in vielen anderen Berufsgruppen. Zudem ist Mobbing im Studium auch kein Fremdwort mehr, sondern wird thematisiert!!! Und ich möchte bestimmt nicht, dass Kinder dauernd an die Hand genommen werden und überbrühtet sind. Was aber heut zutage bei den Helikopter Eltern Gang und gebe ist. Das Wort Erziehung zur Selbstständigkeit und Eigenverantwortung kommt in deren Sprachgebrauch nicht vor. Das bestätigen diverse wissenschaftliche Studien und Abhandlungen.
Beim Thema Mobbing geht es nicht um Überlastung von Lehrern oder Vorgesetzten! Mobbing ist meist psychische Gewalt gegenüber einer einzelnen Person und meist grundlos oder nicht im Verhalten der gemobbten Person zu finden! Da kann es aus meiner Sicht egal sein, ob Lehrer aufgrund von Krankheitsausfällen oder unbesetzter Planstellen überlastet sind! Das ist bei Leibe nicht schön, aber kein Argument die Augen und Ohren zu schließen, wenn psychische oder körperliche Gewalt an Kindern begangen wird! Aber leider ist es in unser Gesellschaft so, dass einige lieber wegsehen anstatt Hilfe anzubieten.
Ja auch früher wurden Kinder wie heißt es so verniedlicht geärgert oder haben sich geprügelt. Aber mittlerweile sollte auch allen klar sein, dass Gewalt nicht akzeptabel ist, egal in welcher Form, bei Wem oder Wo!
Ich habe jahrelang als Sozialarbeiterin das Elend unserer Gesellschaft gesehen und erlebt, aber mir wäre trotz immenser Überstunden niemals in den Sinn gekommen zu sagen „Oh ich bin so überlastet und habe so viele Überstunden und die Arbeitsbedingungen sind auch nicht so toll, es tut mir jetzt zwar leid, dass ein Säugling von seinen drogenabhängigen Eltern mit dem nackten Gesäß auf den Herd gesetzt wurde, weil es vor Hunger geschrien hat. Und das zu einer Zeit passiert ist, wo ich bereits 1 1/2 Überstunden hinter mir hatte und genau wusste, dass wird bis in die späten Abendstunden gehen.“ Nur ein Beispiel von vielen! Somit stellen sich meine Nackenhaare hoch, wenn Lehrer oder Vorgesetzte mit dem Argument wir sind so überbelastet oder was sollen wir den Machen, einfach weg sehen. Das ist mir zu einfach. Zumal Lehrer es gewohnt sind durch das Studium oder auch BWL er als Vorgesetzte wie man an Informationen und Hilfe kommen kann! Sorry aber bei Gewalt gegen Kinder, Frauen oder allen Menschen kann man nicht mit Überlastung sich heraus reden! Es bezieht sich auf Mobbing, Gewalt und nicht um eine Kleinigkeit wie ich mag diese Kollegin nicht!!!