Liebe Kaschu, das tut mir unsagbar leid für deinen Bruder und ich wünsche ihm eine möglichst baldige und verantwortungsvolle medizinische Betreuung. Ich kann auch nicht verstehen, dass man deinen Bruder in dieser Lage auch noch nach Hause entlässt.
Teamplayer, PCR-Tests sind sehr zuverlässig.
Man wird zwar bei Aufnahme im KH getestet, aber zumindest letzten Herbst wurde ich nicht mit einem Schnelltest, sondern wie bei Kaschus Bruder mit einem PCR-Test auf COVID-19 getestet.
Auf meine Nachfrage hin, teilte man mir mit, dass mit einem Ergebnis erst in 24 bis 48-Stunden zu rechnen sei. Allerdings kam ich sogleich in ein 3-Bett-Zimmer. Wäre ich zu diesem Zietpunkt an COVID-19 erkrankt gewesen, hätten sich die beiden anderen Patientinnen wohl bestimmt angesteckt. Es war ein sehr kleines Zimmer, das eigentlich nur für 2 Betten mal vorgesehen war und das man aber dauerhaft in ein 3-Bett-Zimmer umfunktioniert hatte.
Ich habe allerdings Tag und Nacht eine FFP2-Maske umgehabt und die auch alle 1,5-Stunden gewechselt, auch nachts. Zum Glück brachte die Frau meines Hausarztes, auf meine Nachricht hin, dass ich mich im Krankenhaus befände, 50 gute FFP2 Masken zu meinem Mann nach Hause.
Ja, jetzt rächt sich bitterlich, dass man die Krankenhäuser so furchtbar kaputtgespart hat.Eeigentlich dürfte ein Jahr nach Beginn der Pandemie keine Pflegekraft mehr einen Pateinten im KH anstecken, schon gar nicht einen krebskranken Patienten, der eine Chemo erhalten soll oder bereits erhält. Aber man hat die Krankenhäuser zu striktem betriebswirtschaftlichem Handeln geradezu gezwungen und das ist eben immer weniger mit den medizinischen Notwendigkeiten vereinbar.
V.a. hat man bei der Pflege, der Hygiene etc. und der dafür notwendigen Ausstattung kräftig eingespart. Das führt dazu, dass immer weniger Pflegekräfte sich um immer mehr Patienten (wir sind eine alte Gesellschaft) kümmern müssen. Da bleibt oft nicht mal auf der Intensivstation (so berichtete mir mal eine Krankenschwester, die auf Leasingbasis arbeitete und so in vielen Krankenhäusern rumkam), Zeit, um die hygienischen Mindeststandars einzuhalten.
Auch bei der Austattung hat man kräftig eingespart. Viele KHs haben entweder ihre Waschstraßen abgeschafft oder bei Krankenhaus-Neubau gar nicht mehr vorgesehen. Stattdessen sollen oft Pflegekräfte (habe ich selbst erlebt) diese Aufgabe übernehmen und man schränkt die dafür vorgesehene Zeit oft auch noch auf max. 5-7 Minuten ein.
Isolationsräume, die diesen Namen verdienen würden, gibt es nur für den Extremfall wie z.B. für Ebola-Patienten und auch nur in sehr geringem Maß. In der Niederlande läuft auch sehr vieles schief im Gesundheitswesen. Aber zumindest investieren sie viel mehr in die Hygiene. So haben viele KHs richtige Isolationsräume mit Unterdruck etc., in die auch Neuaufnahmen kommen bis geklärt ist, ob sie z.B. an einem multiresisten Keim leiden. Seit ca. 14 Jahren gibt es z.B. zuverlässige MRSA-Schnelltests (2-5 Stunden).
Es gibt sehr viele Ärzte, die sich über diese Verhältnisse schon seit Jahren beschweren.