---- ich hab für die Übersichtlichkeit die Tipps kursiv markiert ----
Ich bin noch ganz neu in diesem Forum, dachte aber, dass ich hier schon meinen Senf dazugeben sollte:
ich habe schon seit 2012 eine eher schlecht verlaufende Form des Rheuma, bislang die Diagnose "M. Bechterew mit peripherer Gelenksbeteiligung" und seit 2015 wohl durch NSAR Übertreibung u.a. Magen/Darmprobleme, was letztlich dazu führte, dass ich seit ca 2,5 Jahren keine/kaum "normalen" Medikamente nehme (hab länger cannabis probiert) und dementsprechend Probleme habe, jetzt bekomme ich hoffentlich bald TNF-Blocker - ist aber anderes Thema.
Jedenfalls kenne ich mich aus mit Entzündungen in fast allen Gelenken (am meisten betroffen ist bei mir Schultern, Schlüsselbeine, Füße, Wirbelsäule und zuletzt Brustgelenke, aber auch Hände, Ellbogen, Knie, ... sind immer wieder betroffen). Diese Vielzahl an oft gleichzeitig empfindlichen oder besonders akut entzündeten und damit "unbrauchbaren" Gelenken hat mich schon vor viele Herausforderungen gestellt: es gibt immer wieder viele Tätigkeiten, die eine Situation verbessern, wo anders zu Problemen führen. Also ergab sich oft ein ständiges Abwägen und "zweischneidige Schwerter".
Nun zu den praktischen Tipps, die erfahrungsgemäß viele (so wie ich jüngere?) Bechterew Leidensgenossen nicht kennen und meiner Meinung nach berücksichtigen sollten, gerade da bei vielen der Rücken das Hauptleiden zu sein scheint.
- die Matratze ist eher nicht gut genug --> kauf eine neue
was den Kauf von Dingen betrifft, macht die genau richtige Matratze den meisten Unterschied imho!
da gibt es ev. mehrere geeignete Varianten, ich schwöre jedoch auf "Viscoschaum" (darf ich hier Werbung machen? jedenfalls gibt es nicht nur die überteuerte Firma Tempur, sondern u.a. eine österreichische, die Viscoschaummatratzen zu sehr annehmbaren Preisen verkauft - unbedingt die dickste Version nehmen!)
edit: ich habe gelesen, unneigennützige Produktempfehlungen wären erlaubt, also ich habe bezüglich Matratze gute Erfahrungen mit der Firma thermo soft austria gemacht.
- Stühle (zum Arbeiten und für längere Sitzungen) ergonomisch! kaufen (eher um 1000€+ bekommt man was wirklich gutes):
zwar wird man wenn man arbeiten will, eher müde darin (da zu entspannte haltung), aber es gibt für den rücken nichts besseres als
ekornes stressless (sorry für die Werbung - aber die 1600€ die er im angebot gekostet hat ist er mir wert). derzeit werde ich meinen miesen ikea sessel (keine verstellbare lendenunterstützung oder sitztiefenverstellbarkeit) für den arbeitstisch los. In einem normalem sessel kann man eben länger wach bleiben und den tisch nutzen, im stressless habe ich nur eine wirelesstastatur mit inkludiertem touchpad - ist aber gerade für filmschauen oder surfen ideal.
- tastaturen sind schlecht für finger -> ich diktiere längere Texte oft mit "dragon dictation" in ein mikrophon
- zwar kein echter tipp, eher allg. Rat für B.-Patienten: viel Sport
muss jeder für sich rausfinden, aber bei mir geht schwimmen (~2-5 x pro woche, je mehr desto besser) am besten
dabei tue ich nur kraulen, vorwärts, rückwärts hilft am besten für Rücken! brustschwimmen würde ich, wenn, nicht exklusiv. Es gibt auch ein paar nützliche übungen, zb am Becken-Eck mit Armen aufstützen und beine gestreckt (in ausgangsposition beine ca 90 ° angewinkelt), füße zusammen dann abwechselnd ganz nach links und rechts zum beckenrand hochziehen (geht aber mittlerweile schlecht wegen meiner empflindlichen Brust).
sonst wegen schulter und schlüsselbein kann ich auch kaum noch was heben/tragen, v.a. rechts nur 0,5-1 kg
da hab ich auch einige tipps von oben (schon vor dem lesen) angewendet wie leichtes besteck und geschirr
Hoffe das liest wer und ist nützlich für wen ^^
Ich kann nur wiederholen (da Bekannte mit selber diagnose von mir den rat schon ignoriert haben): investiert in ergonomische Produkte va Matratze bei Rückenbeschwerden!
LG
Matthias
PS: eben noch eingefallen: mein linker fuß macht oft nach kurzen strecken schlapp und gehen wird so gut wie unmöglich. Habe auf zahlreichen urlauben (mit Zug) ein Klapprad (12kg, gibt aber leichtere auch) mitgeführt. Wenn man sich auskennt kann man im Rucksack am Gepäckträger darauf erstaunlich viel Zeug transportieren zusätzlich (großer Rucksack, dessen trageschlaufen um den sattel geschlungen, oben drauf schlafsack zb und mind. 2 Spanngummis drüber). In den Zug rein und raus haben es dann Freunde gehoben.
Am Klapprad habe ich mit Draht Großpedale (so lang und breit wie Fuß ca) aus dünnen zugeschnittenen Holzplatten draufgemacht (verteilt Druck auf ganzen Fuß) und am e-Bike schlussendlich sehr "professionelle" aus Alu und Stahl (hatte beim Bau und Montage Hilfe). Bei Fußproblemen durchaus empfehlenswert.