@Majorhealey das ist tatsächlich eine krasse Situation! Ich drücke die Daumen, dass ihr da bald heraus findet.
Ich habe von dir u.a. gelesen, dass ihr schon einige Zeit in psychologischer Betreuung seid und dass ihr da nicht weiter kommt. Gerade in einer solchen Situation wie eurer, kann das die Situation eher verschlechtern, weil ihr evtl. angetriggert werdet.
Habt ihr die Möglichkeit, Psychologen und evtl. auch die Therapieform zu wechseln?
Habt ihr schon einmal eine Verhaltenstherapie gemacht? Möglicher Weise hiflt sie euch über diese schwere Zeit hinweg, denn dort wird sehr pragmatisch vorgegangen. Man bekommt dort soetwas wie ein "Denk-Geländer", an dem man sich orientieren kann und das Freiraum für eigene Entwicklungsschritte lässt. Eine Verhaltenstherapie wird auch von der Kasse finanziert.
https://www.gesundheitsinformation.de/kognitive-verhaltenstherapie.html
Eine weitere Möglichkeit ist die Gesprächstherapie nach Rogers. Die muss selbst gezahlt werden. Allerdings ist diese sehr wirkungsvoll, da der (gute!) Therapeut dich quasi wertfrei in deiner Welt besucht und mit Interesse und Anteilnahme auf deinem Weg begleitet. Im besten Fall findest du so genau die für dich hilfreiche Lösung.
Zitat:
"Die 3 Merkmale der Gesprächspsychotherapie nach Rogers erklärt:
Kongruenz:
Kongruenz bedeutet Echtheit oder Unverfälschtheit und steht im Kontext der Gesprächstherapie nach Rogers für die Transparenz des Therapeuten. Der Therapeut nimmt während der Therapie keine künstliche Rolle ein, in der er erwünschte Gefühle zeigt. Stattdessen geht der Therapeut eine echte Beziehung mit dem Patienten ein, in der er sich authentisch verhält. Seine Mimik, Gestik und Äußerungen entsprechen seinem tatsächlichen Befinden. Der Patient kann so Vertrauen zum Therapeuten fassen. Er kann sicher gehen, dass dieser ihm zu jeder Zeit ehrlich begegnet und dass die Wertschätzung, die der Therapeut ihm entgegenbringt, authentisch ist. So kann der Patient sich öffnen und sich in einem sicheren Umfeld selbst erforschen.
Empathie:
Empathie bezeichnet ein einfühlendes Verständnis für jemand Anderen. Im Kontext der Gesprächspsychotherapie nach Rogers bedeutet dies ein Mitfühlen der Gefühle des Patienten durch den Therapeuten. Der Therapeut nimmt keine Wertung der Gefühle des Patienten vor – er lässt sich darauf ein, die Welt mit den Augen des Patienten zu sehen. Der Therapeut versucht so, das Erleben des Patienten mit allen Haltungen, Wünschen, Ängsten und Motiven zu verstehen. Dieses Verstehen teilt er dem Patienten mit. Für den Patienten ist es dementsprechend wichtig, zu versuchen, seine Gedanken und Gefühle im Gespräch konsequent offenzulegen.
Bedingungslose positive Wertschätzung
Der Patient wird durch den Therapeuten bedingungslos akzeptiert und positiv wertgeschätzt. So kann der Patient auch Emotionen wie Zorn, Groll, Furcht usw. ausleben, die in anderen Kontexten eher unterdrückt werden. Der Patient kann so sein, wie er ist und wird durch den Therapeuten trotzdem respektiert – es wird keine Wertung vorgenommen. Dadurch kann die erlebte Inkongruenz des Patienten abgebaut werden. Weil der Therapeut keine „richtigen“ Lösungswege für die Probleme des Patienten vorgibt, exploriert der Patient selbst, was für ihn das Beste ist und wie er sein Leben in Zukunft gestalten möchte. Er erhält Unterstützung durch den Therapeuten und erlernt, sich selbst zu akzeptieren und respektieren."
Quelle: oberbergkliniken.de/therapien/gespraechspsychotherapie-nach-rogers