Guten Morgen,
ich hab mich hier angemeldet, weil ich langsam mit meinem Alltag nicht mehr klar komme und mir Hilfe durch die Erfahrungen Betroffener – also euch – verspreche. Was mir eigentlich fehlt, ist allerdings bis jetzt noch nicht klar ... vieles deutet wohl aber auf Rheuma hin. *soifz*
Bevor ich näher auf meine – bisher kurze – Krankengeschichte eingehe, ist mein akutes Problem die allgemeine Steifheit und geschwollene Gelenke. Im Moment beide Knie, Fußgelenke, Handgelenke, Finger. Ich kann kaum aufstehen (vom Klo, aus dem Bett etc) und selbst im Liegen ist jede Bewegung äußerst unangenehm bis hin zu bösartig schmerzhaft.
Mein Hausarzt hat mir (neben Medis) Brennesseltee und grünen Hafertee empfohlen – trinke ich auch fleißig, wer weiß, obs ohne noch schlimmer wäre?
Jetzt bräuchte ich eure Tipps/Erfahrungen: Was lindert diese Symptome? Wärme oder Kälte? Hochlegen der Beine? Gelenke bewegen oder lieber jede Bewegung vermeiden? Bestimmte Lebensmittel meiden oder bevorzugen?
Oh, ich wäre so dankbar für eure Hinweise.
Und jetzt: Wie alles kam ...
Ab Ende Dezember 2005 bis Anfang Februar 2006 haben mein Mann und ich einen recht großen Umzug hinter uns gebracht. Jedes Wochenende: schleppen, schleppen, schleppen und auch während der Woche viel räumen, tragen usw.
Alles ziemlich schwere Sachen. Seit einem Motorradunfall in meiner Teenyzeit habe ich Probleme mit meinem rechten Knie, wenn ich es überanstrenge. Nun, dieser Umzug war eine enorme Überanstrengung und ich hatte Knieschmerzen und humpelte recht schnell. Leider konnte ich keine große Rücksicht darauf nehmen – was muss, dass muss ... Ende Februar konnte ich kaum noch auftreten, obwohl ich das Bein schonte. Also auf zum Hausarzt.
24.02.06: Hausarzt. Er verschrieb Diclo dispers und gab mir eine Bandage fürs Knie, die ich tagsüber tragen sollte. Bein schonen. Wäre es nach ein paar Tage nicht deutlich besser > Orthopäde. Es wurde nicht besser, die Schmerzen waren trotz Medis kaum auszuhalten, das Knie wurde total steif.
02.03.06: Orthopäde – erster Besuch: Nach Untersuchung des Knies gab er mir eine Überweisung zur Kernspin (Termin: 20.03.06) – er vermutet einen Meniskusriss. Er gab mir eine Spritze ins Knie (Entzündungshemmer + Kortison). Die Diclo sollte ich weiter nehmen (1-3 mal täglich) und das Bein schonen. In einer Woche soll ich wiederkommen für eine weitere Spritze.
03.03.06: Abends tat plötzlich mein rechtes Handgelenk und Handoberseite weh. Wenn ich mein rechtes Knie schone, ist der Schmerz und die Steifheit erträglich.
04.03.06: Handoberseite ist ordentlich angeschwollen – schmerzt.
06.03: Zum Hausarzt. Er guckt besorgt die Hand an, lässt Blut nehmen, verschreibt mir statt der Diclo nun Ibuprofen 600 und gibt mir eine Salbe für die Hand mit. Ich soll Salbenverbände machen.
07.03.06: Blutwerte sind da. Die Hausarzthelferin gibt sie mir telefonisch und per Fax durch. Laut ihrer Aussage: keine besondere Auffälligkeit – aber deutlich erkenne man eine Entzündung im Körper – sie sagt nicht, dass ich vorbei kommen soll .... Als ich das Fax mit den Werten in Händen halte, fällt mir der ca. 6-fach erhöhte CRP-Wert (33,2) auf. Hmm ...
09.03.06: Orthopäde – zweiter Besuch. Auch er runzelt wegen der rechten Hand die Stirn, beäugt kurz die Blutwerte und überweist mich zum Rheumatologen. Wieder eine Spritze ins Knie (Entzündungshemmer + Kortison). Die Ibuprofen sollte ich weiter nehmen (3 mal täglich) und mich schonen. Außerdem soll ich mir noch die Rheumawerte vom Hausarzt (Blut) erstellen lassen. Nach der Kernspin am 20.03.06 soll ich mit deren Auswertung wieder kommen.

Erster Schock Blut nehmen ist in dem Quartal beim Hausarzt nicht mehr drin.

Zweiter Schock: Nur ein Rheumatologe weit und breit. Termin: 04.05.06 ...
Die Spritze des Orthopäden wirkt Wunder. Schon am nächsten Tag ist die Steifigkeit verschwunden – ich habe kaum noch Schmerzen – Beweglichkeit ist zurück! Freude und Erleichterung! Vielleicht waren es doch Gliederschmerzen durch einen doofen Erkältungs-Virus, der nun besiegt ist?
12.03.06 – Sonntag: Schon am frühen Morgen merke ich, wie die Steifigkeit wieder da ist. Dennoch wage ich einen kleinen Spaziergang in der Sonne am Nachmittag. Am Abend ist alles beim alten ... – doch nun habe ich zusätzlich Probleme mit dem linken Bein. Das Fußgelenk ist geschwollen. Ich kann das Knie kaum krümmen ...
Panik macht sich breit: Was ist bloß mit mir los? Ich bin erst 42 und war noch nie groß krank ... Ich bekomme langsam richtig Angst, verkrieche mich ins Bett unter Berge von Decken, lege die Beine auf Kissen und schaue fern.
14.03.06: Ich kann kaum noch aufstehen/gehen: Linkes Fußgelenk und Knie dick. Beide Hände/Gelenke geschwollen – Finger schmerzen. Ibuprofen ist auch alle. Im absoluten Schleichmodus zum Hausarzt ... Er ist mit mir einer Meinung: Ich kann nicht fast noch 2 Monate auf den Termin beim Rheumatologen warten ... Er ruft ihn an und der Rheuma-Doc verspricht, sich bei mir für einen näheren Termin zu melden. An Medis gibt mir der Hausarzt was neues: Arcoxia 120.
Tja, und nun kämpfe ich jeden Tag mit immer größer werdenden Steifigkeit und Schmerzen. Gerade noch am Schreibtisch kann ich sitzen und tippen. Laufen geht nur ganz langsam und die Nächte und das Aufstehen am Morgen sind ein Graus. Wie gut, dass ich selbstständig bin und von zuhause aus am Computer arbeiten kann – zusammen mit meinem Mann, der nun den kompletten Haushalt schmeißen muss. Er umsorgt mich lieb – aber sein besorgtes Stirnrunzeln sehe ich immer öfter ...
Am Montagabend wird die Kernspin vom rechte Knie gemacht. Bin gespannt, was dabei raus kommt ... und hoffe weiter sehnsüchtig auf den Anruf vom Rheuma-Doc.
Boh, hab ich euch zugetextet. Aber, ist ja auch gut, wenn man den Verlauf von Anfang an festhält – oder?
Liebe Grüße und schon jetzt danke für Zuspruch und Tipps
:o Rosarot