hmmm
Huhu,
also zum Thema "ist alles psychisch" will ich noch kurz was loswerden. An sich ist oder wäre ja überhaupt nichts dabei, wenn denn eine Erkankung nun seelische oder körperlichen Ursprungs ist - das Problem ist die gesellschaftliche Bewertung. In unserer Gesellschaft hat es sich "eingebürgert", dass "psychische Erkankung" = (gleichbedeutend ist mit) "selber schuld, musst Dich ein bisschen zusammenreißen". Hinzu kommt eine schon so lange währende Stigmatisierung von "Geisteskranken". Die Ausgrenzung des "Andersartigen" ist tief in dieser Gesellschaft verwurzelt und findet sich ja auch auf anderen Ebenen (Homosexualität z.B. und durchaus auch häufig bei körperlichen Behinderungen). Das ist nicht in allen Gesellschaften dieser Erde der Fall. Es gibt durchaus Gesellschaften, in denen versucht wurde/ wird, das "Andere" im Sinne von "das Besondere" zu sehen. Da ist dann ein Blinder "sehend" oder "weise", jemand mit - in unserer Gesellschaft - geistiger Erkankung wird zu jemandem , der einen guten Draht zu den Göttern hat.
Es ist einfach, zu sagen: "Du allein bist schuld", damit weist man (= die Gesellschaft, die Gemeinschaft) nämlich sämtliche soziale Verantwortung von sich und das passt doch sehr gut in unsere heutige Zeit. Soziale Verantwortung wird gar nicht gern übernommen, soziale Berufe werden (aus meiner Sicht) schwer unterbezahlt und viel zu wenig anerkannt.
Gut, das war ein kleiner Exkurs...
Zu den "Gurus", wie ich sie gern nenne

...
Leider habe ich mit einigen westlichen "Vertretern" der TCM so meine negativen Erfahrungen gemacht. (Einen "echten" habe ich bisher nicht kennengelernt) Die drei, die ich livehaftig habe erleben dürfen, schienen mir alle sehr arrogant ("ich kenne was, wovon Du gaaaaaarnichts weiß") führten sich auf wie die Weltenretter, taten sowas von ungeheuer "erleuchtet", waren aber alle drei mit einem echt heftigen Ego versehen. Einer von denen versucht seiner Krebskranken Mutter ständig die Operationen auszureden, die "alle nichts bringen würden" und sie müsse sich nur ganz in seine Hände begeben...
Tja, ist leider so, das waren halt meine Erfahrungen. Ok, ich füge bei, dass ich EINEN kenne, der seine Ausbildung(en) direkt in den Herkunftsländern erhielt, nach Hause (= Deutschland) zurückkehrte und DANN ein klassisches Medizinstudium aufnahm. Er praktiziert heute und nutzt beiderlei Wissen. DER hat mir tatsächlich hefen können während meines letzten Schubes....
Nun noch ein paar Gedanken von mir zur TCM (ok, ich geb zu, aufgrund der Eigenerfahrung dem EXTREM skeptisch gegenüber zu sein):
-TCM ist im besten Falle eine empirische Heilmethode, keine naturwissenschaftliche
-TCM hat etwas mit Glauben zu tun, mindestens aber mit dem Leben eines Weltbildes>
- ich bezweifle, dass irgendjemand, der hier in unserem Kulturkreis groß geworden ist, wirklich erfässt, was dieses Weltbild ist und bedeutet, so wie wir unsere jahrhunderte alte und langsam, aufeinander aufbauend gewachsenen "Ansichten" und Weltbilder mit der Muttermilch aufsaugten, so tun dies die Menschen in diesen Ländern ebenfalls
- hinzu kommt das "Problem" der Sprache. Tut mir leid, aber ich glaube kaum, dass, wenn man nicht perfekt chinesisch spricht, wirklich alle feinen Nuancen dieser Heilphilosophie erfassen kann.
- Man kann sich dem bestenfalls annähern
- mir persönlich stößt aber auch auf, dass in dieser Heilkunde auf Naturschutz (z.B. geschützte Tierarten) kaum Rücksicht genommen wird - a mag es für die westliche Medizin auch Beispiele geben und sicher ist die Pharmaindustrie auch nicht grad mit weißen Westen übersät, ist also Gleichstand
unanbhängig von der TCM, stößt mich ab, wenn mir jemand so Guru-mäßig kommt, da nehme ich meine Beine und laufe, so schnell wie ich kann. Auch mit kam der Name der genannten Sekte in den Kopf...
Ein wirklich weiser und sehr sehr kluger Mensch wird kaum den Leuten seine Erkenntnisse aufdrängen, sondern sie denen mitteilen, die sich dafür Interessieren. Er weiß, dass nur da eine offene Tür ist, wo jemand sie öffnet. Ein wirklich weiser Mensch holt die Menschen dort an dem Punkt ab, an dem sie sich gerade befinden, ohne Bevormundung, Besserwisserei, Versprechen, Einlullung, ohne Arroganz. Ein wirklich weise Mensch hat Respekt vor dem, der zu ihm kommt und überhaupt vor allen anderen. Denn jeder Mensch hat etwas Besonderes, irgendetwas, was er einem andern geben kann (kann Wissen, Herzenswärme, Hilfe oder irgendwas sein).
Nun schließe ich den Kreis mit dem Schlenk zurück. Ein psychisch Kranker, ein "Geisteskranker", ein Behinderter, alle haben etwas, dass sie geben können (ich habe das Bild von diesen grandiosen Bildern im Kopf, die eine Trisomie21-Kranke in dem Werbefilm von "Aktion Mensch" gemalt hat, aber die Fröhlichkeit von Lena, der an gleicher Krankheit leidender Tochter meiner Gartennachbarin reicht auch schon).
Respekt: Manifestiert sich nicht am "Sie", man kann damit genauso unverschämt und respektlos werden wie per "Du". Ich gebe aber zu, dass die Hemmschwelle größer ist. Wenn man sich aber in einem Raum bewegt, wo das "Du" die gängige Umgangsform ist (sicher durch die "Anglisierung"), dann macht man sich zu etwas "Besonderem", "erhöht" sich, wenn man dann das "Sie" so demonstrativ einsetzt, -------------- oder? Wie gesagt, ich finde das "Sie" schon ok - aber dann im richtigen Kontext. Vielleich kenne ich aber auch noch zu wenige Foren, wo das "Sie" gängig ist. Und vielleicht interpretiere ich auch da zuviel hinein. Angreifen oder provozieren möchte ich Sie, lieber ghj, damit nicht, es ist Ihr gutes Recht, das Sie zu wählen, bloß grenzen Sie sich damit "nach unten" ab (alle sind gleich, nur ich bin gleicher).
Uffz, ok, DAS musste ich jetzt mal loswerden...
Na, das war es hier mal an dieser Stelle am "Rande"
Tschuldigung, bin müde
Erato