Hallo, Tris,
ich hatte im Herbst 2022 ein ganz ähnliches Problem:
Ich habe RA und nur wenig Beschwerden. Seit der Diegnosestellung 2019 im Februar (Erkrankungsbeginn war August 2018) nehme ich MTX-Spritzen, initial etwas höher dosierut und in Kombination mit Prednisolon, seit Anfang 2020 ohne Predni und in niedrigerer Dosierung (wegen Nebenwirkungen bei der höheren Dosis). Und hatte ich drei Schübe: 2020, 2021 und 2022. Einmal pro Jahr - dieses Jahr am längsten, der ging über sechs Monate. Da hab ich das Predni raufgesetzt auf 15-20 mg am Tag, brauchte aber keine Schmerzmittel. Laufen ging halt schlecht, weil die RA in meinen Fußgelenken tobte, hab aber trotzdem jeden Tag mit meinem Hund tapfer um die 10 km zurückgelegt.
Ich habe dann im August 2022 Adalimumab (Imraldi), einen TNF-alpha-Hemmer, ausprobiert, weil MTX alleine offensichtlich nicht ausreichte und meine rheumatologin es vorgeschlagen hatte, damit Ruhe inmeine RA kommt. Zwei Anwendungen waren das, also zwei Spritzen. Wenn es geklappt hätte, wäre das eine tolle Alternative gewesen, nur noch alle 2 Wochen spritzen und beschwerdefrei sein. Ich bekam aber recht starke NW und daher ging das nicht. Dann schlug meine Rheumatologin JAK-Hemmer vor - auch Biologika aber mit noch stärkerer Immunsuppression und noch mehr und häufigeren Nebenwirkungen.
Ich hab mich dann gefragt: JAK-Hemmer haben echt viele und fiese Nebenwirkungen - MTX tut mir in der aktuellen Dosis nix. Wenn ich Prednisolon hinzugebe, komme ich bestimmt auch ohne Schub klar. Viele Menschen nehmen jahrzehntelang 5 mg Predni am Tag, ohne dass was passiert. Die Nebenwirkungen von Kortison gehen überwiegend wieder weg. Krebs löst es gar nicht aus. Die Immusuppression geht auch. Vermutlich hätte ich es nie absetzen sollen - wollte aber meine damalige Rheumatologin.
Ich habe dann zu meiner Rheumatologin gesagt: Wenn ich mich kaum noch bewegen könnte und/oder stärkste Schmerzen hätte, gegen die nichts hilft, wenn ich Komplikationen der RA hätte, die sich nicht beherrschen lassen, dann würde ich weiter mit Biologika herumprobieren, weil mir die Nebenwirkungen egal wären. Mein persönlicher Nutzen wäre viel größer als die Angst vor den Nebenwirkungen bzw. die Hauptwirkung wäre die Nebenwirkungen wert. So komme ich aber gut klar, ich bleibe in Beobachtung - die Biologika laufen mir ja nicht weg - und erst, wenn ich den vorgeschilderten Kipp-Punkt erreiche, dann wechsle ich. Und dann auch mit Überzeugung
Vielleicht hiflt Dir das ein wenig ....?
Liebe Grüße
Sibylle