Hey
@Tris
Etoricoxib ist als Dauermedikament nicht gut geeignet und auch Immer wieder höher dosiert mit Kortison die Schübe einzufangen, ist keine gute Dauerlösung.
Bei andauernd leichten Entzündungen oder Reizungen und wiederkehrenden langen Schüben sehe ich aus meiner Rheumaerfahrung heraus Handlungsbedarf.
Um sich langfristig eine vernünftige Lebensqualität zu erhalten, sollte es das Ziel sein, die kleinen Entzündungen und heftigen Schübe best möglich zu unterbinden, um die Zerstörung so früh und so gut wie möglich aufzuhalten.
Schmerzmittel und Entzündungshemmer sind gute Not- und Übergangsmedikamente. Für einen chronischen Krankheitsverlauf braucht es aber etwas das präventiver angreift, damit die Entzündungen und Schwellungen möglichst erst garnicht entstehen.
Nebenwirkungen haben alle Medikamente. Die Einen mehr und bei Anderen merkt man kaum etwas davon. Ich habe mit der Zeit schon eine ganze Palette unterschiedlichster Rheuma-Medikamente genommen und habe zu schätzen gelernt, dass es inzwischen so viele verschiedene Wirkweisen gibt. Das macht es deutlich wahrscheinlicher, dass man etwas passendes findet.
Gerade in den ersten Jahren einer chronischen Autoimunerkrankung haben die meisten Angst vor Rheumamedikamenten und ja, die Beipackzettel lesen sich fast alle beängstigend. Davon darf man sich aber nicht beeindrucken und schon mal garnicht negativ beinflussen lassen.
Es ist richtig gut für uns alle, dass es inzwischen so viele "richtige" Rheumamedikamente gibt. Das ist noch garnicht lange so, noch vor einigen Jahren konnte nur mit Kortison, Schmerzmitteln, Entzündungshemmern sowie Malariamedies und Mitteln aus der Krebstherapie, z.B. MTX, behandelt werden.
Biologika und Biosimilars, die explizit für rheumatische Erkrankungen entwickelt wurden, kamen erst nach und nach und wurden wegen der hohen Kosten oft nur sehr zurückhaltend verschrieben, obwohl sie auf Dauer das Entzündungsgeschehen deutlich effektiver unterbinden können.
Also .... auch wenn sie natürlich Nebenwirkungen haben können, was nicht grundsätzlich und zwangsläufig der Fall sein muss, sind Biologika definitiv nichts Negatives. Ganz im Gegenteil!

Sie sind, wenn man sie verträgt und sie gut wirken, unsere besten Freunde und Helfer. Es gibt überhaupt keinen Grund Angst davor zu haben. Angst muss man davor haben, dass sich, ohne gut wirkende Medikamente, welche die fortschreitende Zerstörung aufhalten, die Lebensqualität immer weiter verschlechtert.
Ich wäre ohne Biologika komplett aufgeschmissen und in Zeiten wo viele Medikamente nicht immer selbstverständlich zu bekommen sind, bin ich immer sehr froh, das meine Stamm-Apotheke meine Orencia-Pens doch immer irgendwie besorgen kann.
Ich beschäftige mich schon seit Jahren nicht mehr mit Beipackzetteln, das überlasse ich meinen Ärzten oder auch mal meiner Frau. Bei all den Medies, die ich schon bekommen habe, hatten nur einige nennenswerte Nebenwirkungen. Manche musste ich deswegen absetzen obwohl sie gut wirkten. Das hat mich immer sehr belastet, weil dann erstmal wieder die Suche nach einem neuen wirksamen Medikament begann, was meist mit Entzündungen und entsprechenden Schmerzen einher ging, bis das neue Medikament dann im Idealfall wirkte.
Es gibt also viele Gründe Biologika gegenüber eine positive Einstellung zu haben. Sie können richtig gut helfen und die Lebensqualität langfristig erhalten und sogar verbessern. Das funktioniert mit Kortison und konventionellen Entzündungshemmern und Schmerzmitteln nicht so effizient und die Nebenwirkung solcher Medikamente sind bei regelmäßiger Einnahme auch nicht Ohne. Leberschäden, Nierenstörungen, Magen- und Darm-Beeinträchtigungen, Diabetes, Osteroposose usw. sind nur einige typische Nebenwirkungen der konvetionellen Medies.
Wenn ein Rheumadoc richtige Rheumamedikamente verschreiben möchte, ist das in der Regel gut abgewägt und sinnvoll.
Hätte ich einige Jahre früher welche bekommen, wäre der Zustand meiner Gelenke sicherlich heute besser und ich hätte sehr wahrscheinlich weniger Einschränkungen.
Liebe Grüße und gute Besserung wünscht Manoul
