Gestern kam in einem Thread das Thema auf, dass man Brennnesseltee (> siehe
Brennnesseltee? ) eigentlich gar nicht trinken soll, wenn man Medikamente nimmt.
Nun grüble ich natürlich, ob mein täglicher Brennnesseltee - der ja in erster Linie dafür sorgt, dass man schön "durchgespült" wird, mein MTX fortspült, wo es doch eigentlich wirken soll ...
Da gerade ich Brennnesseltee öfter empfehle und fast täglich einen Mix aus Kamille, Pfefferminz und Brennnesseltee trinke, hat mich das natürlich besonders interessiert und hab mich auf die Suche im www begeben.
Fündig wird man vielerorten, dass in der Volksmedizin bei rheumatischen Erkrankungen Brennnesseltee empfohlen wird, aber man findet auch (sehr wenig!) Hinweise (>
Bad Heilbrunner Gesundheitsdatenbank ) dass die antirheumatische Wirkung nicht ausreichend belegt ist.
Bei Wikepedia ( >
Brennnessel ) steht zu lesen:
Die Caffeoyl-Chinasäuren wirken schmerzlindernd, adstringierend und entzündungshemmend, was die Medizin vor allem zur Linderung von Arthroseschmerzen und Gelenkrheumatismus nutzt; außerdem werden Brennnesseln therapeutisch eingesetzt bei Erkrankungen der Atmungsorgane und Magen-Darm-Katarrh mit Kolikschmerzen.
- Kein Wort von "Tee" allerdings ...
Auf
Naturel findet man den Hinweis:
Eine der rigiden Anwendungsformen, die aus früheren Zeiten überliefert ist, aber auch heute vereinzelt noch angewendet wird, ist das Auspeitschen der Haut mit frischen Brennnesseln zur Behandlung von Scharlach oder Rheuma. und
Eine Brennnesselteekur stärkt außerdem die Abwehrkräfte und schützt unseren Körper vor dem Angriff durch Erkältungskrankheiten sowie vor rheuma- tischen Beschwerden. und
Bei Rheuma-, Gicht- oder Ischiasbeschwerden nehmen Sie regelmäßig ein Brennnessel-Vollbad.
Also auspeitschen damit

, das trinken als Tee und baden darin - die Brennessel ist, laut Naturel, für Rheumis gut ...
Das
Teelexikon schreibt kurz und schmerzlos:
Brennesseltee gilt innerlich als blutbildendes Mittel, und soll wirksam sein bei Blasen- und Harnwegsproblemen, sowie bei Arthritis, Diabetes und Muskelrheumatismus. Durch die anregende Wirkung soll er positive Wirkung auch auf Kopfhaut und Haare haben und wird hier als Pflegmittel (Spülung) verwendet. Brennesselpräperate und -tees sollten nicht während der Schwangerschaft und Stillzeit angewendet werden, da eine risikofreie Anwendung bisher noch nicht medizinisch bestätigt worden ist.
Interessantes findet sich auf
www.Ärztezeitung.de - dort ist allerdings lediglich von Brennnessel-Präparaten die Rede - in folgenden Beiträgen zum Beispiel:
Phytotherapie bei Schmerz: Brennessel und Teufelskralle
[10.07.2000] Phytotherapeutika haben eine lange Tradition zur Linderung rheumatischer Beschwerden. Ein Beispiel ist die Brennessel. Die positiven Effekte der Heilpflanze beruhen, wie man heute weiß, auf einer zytokinhemmenden Wirkung. Brennesselextrakt hemmt die Synthese von Interleukin-1 beta und Tumornekrosefaktor alpha. Diese proinflammatorischen Zytokine werden bei Patienten mit Arthrose oder rheumatoider Arthritis im Übermaß in die Synovialflüssigkeit sezerniert (...) Sie seien für die klinische Symptomatik und Progredienz der Erkrankungen von entscheidender Bedeutung, da sie die Gelenkentzündung unterhielten und dem Abbau von Knochen und Knorpel Vorschub leisteten. (...)den Einsatz von Brennesselextrakt vor allem in der Frühphase der Arthrose, wenn Patienten über Wetterfühligkeit, Anlauf- und Belastungsschmerz klagen. Möglicherweise könne hiermit das Fortschreiten der Erkrankung gebremst werden.
Phytopharmaka - wirksam gegen Rheuma-Schmerz
[17.07.2003] Phyto-Präparate werden in erster Linie als Zusatztherapie bei rheumatoider Arthritis verwendet. Standardisierte Präparate helfen, die NSAR-Dosis zu senken, da sie analgetisch und antiphlogistisch wirken.
Bei Rheuma sind Phytopharmaka eine wertvolle Therapieoption
[03.03.2003] Ärzte sind bei der Behandlung von Patienten mit rheumatischen Beschwerden darauf angewiesen, eine möglichst gut wirksame und verträgliche Therapie anbieten zu können. Pflanzliche Arzneimittel leisten hier einen wertvollen Beitrag.
Die Phytotherapie hat Trümpfe gegen Schmerzen in petto
[24.07.2002] Pflanzliche Antirheumatika sollten ein Teil des Gesamtkonzepts zur Behandlung von Schmerzpatienten sein, meint Dr. Sigrun Chrubasik vom rechtsmedizinischen Institut der Uni Freiburg, etwa bei Patienten mit Arthrose oder Muskelverspannungen.
Bei den Phytotherapeutika gibt es einiges für Rheumatiker
[19.07.2002] Moderne Phytopharmaka werden oft aus Pflanzenextrakten hergestellt. Die Arzneien schöpfen ihre Wirkung aus allem Guten, was sorgsam gesteuert aus der Pflanze gelöst wird. Auch für Patienten mit rheumatoider Arthritis ist einiges dabei, was den Verbrauch an synthetischen Analgetika und Antiphlogistika senken kann.
Hat hier jemand was Aufklärendes beizutragen? Ist der tägliche Tee nun gut oder nicht?
Nächste Woche habe ich einen Termin bei meinem naturheilkundlich stark angehauchten Hausdoc, der mir anfänglich meiner Probleme im März 2006 den täglichen Liter Brennesseltee wärmstens ans Herz legte ... Natürlich werde ich ihn fragen, ob dies auch für den MTX-Tag gilt und auf Dauer nicht gar schädlich ist ... und hier berichten.
Schööönen Teetag!
Rosarot