iIch denke nicht, dass die Frage nach dem "warum" und "wieso" hilfreich ist. Der menschliche Organismus ( wie alle anderen Organismen ) ist nicht fehlerfrei, nur haben wir in der heutigen Zeit so viel mehr Möglichkeiten, regulierend, modulierend einzugreifen. Da bekommt man schnell den Eindruck, der Mensch kann alles kontrollieren, Gesundheit kann erzwungen werden..! Aber Krankheit gehört genau wie der Tod zum Leben... Wie man damit umgeht, ist eben unterschiedlich. Dem einen hilft Meditation, dem anderen die Ernährung, dem nächsten ein Aufenthalt im Kloster. Einer greift zu alternativen Heilmethoden, jemand anderes verspürt Verbesserung durch Schulmedizin. Wenn dem einen der Glaube an Reinkarnation hilft - warum nicht ? Wenn der andere sich mit der Frage auseinandersetzen möchte, was er durch die Erkrankung in seinem Leben verändern möchte und sich selbst vielleicht das erste Mal reflektiert - auch gut. Aber nichts davon sollte ein Dogma sein und niemand sollte versuchen, andere zu " bekehren ". Fragen nach dem "Sinn" einer Erkrankung kommen häufig von Menschen, die selbst nicht betroffen sind. In jeder Erfahrung, die wir in unserem eigentlich ja sehr kurzem Leben machen, liegen wichtige positive und negative Erkenntnisse verborgen. Auch im "Verlust" der Gesundheit. Aber mit "Schuld" hat das GAR NICHTS zu tun. Die Suche nach "warum" und "wieso" ( vor allem im seelischen Bereich ) gaukelt eine vermeintliche Kontrolle vor ( wenn ich mich verändere, bin ich nicht mehr krank ). Wir können aber nunmal nicht alles kontrollieren, allenfalls beeinflussen - denke ich. Persönlich glaube ich an Verkettungen von vielen Einflüssen - Gene, Umwelt, Viren, Umfeld und JA, auch die Laune der Natur, der "fehlerhafte" Bauplan, Mr. Zufall !! Mir hilft - zu akzeptieren, was ich nicht ändern kann und so gut es geht, damit zu leben. Den Lupus werde ich durch permanentes Hinterfragen, was alles daran Schuld sein könnte, sicher nicht los !!
Liebe Grüße und eine gute Nacht allen anderen "Schlaflosen" wünscht Tina !