So, da melde ich mich mal als Hashimoto-Betroffene mit nachweisbaren Antikörpern.
Symptome können sehr vielschichtig sein, nur daran lässt sich ein Hashi ganz sicher nicht diagnostizieren. Bei mir war es eine sehr trockene Haut, Muskelschmerzen und ein sehr anhängliches Zuviel an Körpergewicht. Aber wenn ich mal meinem HA erzählt habe, dass ich alles mögliche anstellen würde, um ein paar Kilos abzunehmen und sich absolut nix tat, wurde nur mit den Schultern gezuckt. Blutchemisch wurde immer nur der TSH-Wert untersucht, der immer normal war....ergo nix mit der Schilddrüse....so war die Ärztemeinung.
Und dann musste ich im Rahmen eines Diagnosemarathons (Ausschluss MS, Hirntumor, Aneurysma wg. rezidivierenden Gesichtsfeldausfällen) ins MRT u.a. auch wg. der Halswirbelsäule. Dabei wurde auch meine Schilddrüse mit erfasst und der Radiologe erbat Abklärung. Wurde gleich zum Facharzt (Nuklearmediziner = NUK) geschickt, der eine große Diagnostik veranlasste (alle wichtigen spezifischen Blutwerte, Ultraschall und Szintigramm). Ergebnis: riesige Knoten in der Schilddrüse, im Ultraschal karzinomverdächtig und der NUK riet mir, meine Schildrüse im kurzen Intervall entfernen zu lassen. Die kurze Zeit später vorliegenden Blutwerte waren normal und es ließ sich eine hochfloride Hashimotothyreoiditis nachweisen (sehr hohe TPO-AK). Lange Rede kurzer Sinn.....nach Einholen einer Zweitmeinung (die gleiches Resultat erbrachte) wurde mir die komplette Schilddrüse entfernt. Das hab ich sehr gut weggesteckt und muss nun die Schilddrüsenhormone nehmen. Und nachdem ich damit anfing purzelten die Kilos ohne dass ich groß gehungert habe. Hab etwas bewusster gegessen (wie in unzähligen Versuchen zuvor auch schon) und es ging fast von allein. Halte das nun für mich völlig normale Gewicht bis heute ohne größere Probleme (außer, wenn ich zuviel Schokolade esse

....kann das aber wieder abnehmen, wenn ich mich diszipliniere).
Inzwischen ist mein TSH-Wert sehr sehr niedrig, die freien Werte (fT3, fT4) normal, Antikörper immer noch nachweisbar (wobei die Höhe eigentlich egal ist....hat keine Relevanz auf die Symptome...sie sind halt da).
Es wurde verschiedentlich an meiner Dosis herumgeschraubt wg. dem niedrigen TSH (bei immer normalen freien Werten). Dieser änderte sich dann schon mal wieder in Richtung Normalwert, aber mir ging es dabei leider "schlechter" (Müdigkeit, wieder trockene Haut, leichte Gewichtszunahme). Inzwischen bleib ich bei meiner Dosis und fühl mich wohl damit.
Was ich sagen will: Normalwerte sind nützliche Richtwerte, aber man sollte die Individualität des Patienten dabei nicht außer acht lassen. Und wenn Schilddrüsenwerte bestimmt werden, dann aber auch komplett (TSH, fT3, fT4) und sich nicht ausschließlich nach einem TSH-Wert richten. Denn "normal" kann für den einen eben normal sein, für den anderen aber schon nicht mehr. Ich hab ein wenig gekämpft bei meinem HA....er sagt, ich hätte eine Überfunktion....nur allein wg. dem TSH. Andererseits sind die freien Werte komplett in der Norm. Und genau so ist das für mich in Ordnung (habe weder Herzrasen, noch bin ich zappelig).