Kerze anzünden - immer wieder. Für meinen Mann und Vater meiner Tochter.
Seit 28 Jahren. Zuerst täglich, mit frischen Rosen. Jetzt seltener, monatlich. Ganz schwierig wird es immer zum Herbst und Winter hin. Dann kommen die Erinnerungen. Denn gegangen ist er in der Adventszeit, die Beisetzung war am 23.12. Seitdem ist das laute Weihnachtsgeschäft noch gruseliger geworden.
Meine Tochter kann bis heute Weihnachten kaum ertragen. Kann auch das Grab ihres Vaters nicht besuchen. Ihr ist wichtig, zu wissen, daß ich es pflege, so wie er es sich wünschte.
Sie war 7 Jahre alt, als er gehen musste. Sie hat damals mit mir die Grabstelle, den Sarg und die Urne ausgesucht. Nach der Urnenbestattung meinte sie: " Da liegt Papa, da hinten wirst du liegen, in der Mitte ich. Dann sind wir wieder alle zusammen."
Mir kommen immer noch die Tränen, wenn ich daran denke. Auch die Wahl der Grabstelle: " Papa hat die Sonne nicht mehr vertragen. Er braucht Schatten.' Die Kleine hatte dann eine Stelle unter einer mächtigen Blutbuche gewählt. Ein ungemein tröstlicher Anblick im Sommer, wenn sich die Äste tief über das Grab senken.
Gut, der Friedhofsverwalter hatte uns freie Grabstellen gezeigt. Ich überließ ihr die Wahl zwischen 4 Grabstellen. Denn mir war wichtig, daß sie verlängert werden kann. Wollte dem Kind die Seelenqual der Aufhebung wenige Jahre später ersparen.
In Gedanken an all die anderen, mir lieb und wichtig gewesenen Menschen.
Und in Gedanken an die Menschen, um die Ihr trauert.
Erika