Und beginnende Demenz lässt mich nicht erkennen, dass ich vielleicht immer auf der Straßenmitte mit dem Auto fahre und dass dies falsch ist? Frag ich jetzt mal so lapidar wie unbedarft, liebe
@Schleiereule .
Das ist nicht lapidar; die "gewohnten" Aktivitäten klappen oft noch - allerdings nur die einstudierten Abläufe.
Ein Bekannter (inzwischen seit Jahren wegen seiner Demenz ein Pflegefall) fuhr ca. 20 km zu seiner Tochter, um ihr am Haus irgendetwas zu helfen. Er war vorher schon "schrullig". Von dort rief er seine Frau an und teilte ihr mit, dass sie ihn abholen müsse - er wisse nicht mehr, wo er sei. War nicht sein täglicher Weg.....
Ich selbst mache regelmäßig Sport mit einer Bekannten (72), die zugegeben schon einmal ein Problem im Kopf hatte, lange her.
Sie fragte mich kürzlich, als wir uns zum x-ten Mal sahen: "Und du bist jetzt wer?"
Ihr Rad (sie ist körperlich noch fit, aber wir merken schon, dass vieles kognitiv nicht mehr richtig geht) hatte ein anderes Mal die Kette verloren. Sie entschied folgerichtig, dass sie diese mit ihren hellen Klamotten (Hose war hellbeige) nicht aufziehe, ich bot an, sie nach Hause zu fahren. Ihre Antwort: "Das ist gut; da ist dann auch meine Schwiegermutter, und wir können es ins große Ganze tun". Sie meinte sicher ihre Schwiegertochter, aber ihr fiel nichts auf.
Ein anderer Bekannter erzählte mir auf die Frage, ob er zu seinen mir bekannten 2 Töchtern noch mehr Kinder habe, er habe noch einen Sohn. Wo der denn wohne? "Ja, hier - ICH bin der Sohn"
Alles Beispiele von mehr oder weniger fortgeschrittener, aber oft nicht bekannter Demenz!
Dass wir alle mal was vergessen, ist normal. Bei Dementen sind die kognitiven Leistungsdefizite anders.
Schon bei wenigen Auffälligkeiten können die Demenztests positiv ausfallen; die Erkrankung (meist senil, deutlich seltener präsenil) ist ein häufiges Phänomen geworden, weil die Lebenserwartung ständig steigt und die Lebensführung weniger protektiv ist.