@Rotkaeppchen @Gertrud - Ich möchte euch beiden noch einmal mein herzliches Beileid aussprechen. Wenn ein geliebter Mensch geht, ist es schlimm, und wenn es ein Elternteil ist, noch mal ganz besonders.
Ich wünsche euch ganz viel Kraft für die kommende Zeit und besonders für die Beisetzung!
Aber bitte, tut mir den einen Gefallen und macht es nicht so wie ich und reibt euch für eure Väter auf, so wie ich es mit meiner Mutter erlebt habe!
Natürlich will jeder gerne helfen, das ist auch gut und richtig, aber denkt daran, dass der Andere ein erwachsener Mensch ist, der schon viel erlebt und verarbeitet hat und das auch weiterhin selbst tun wird und muß. Natürlich tut Einem selbst der Andere leid, aber man kann niemandem die Trauer abnehmen. Ich habe durch das permanente Kümmern die Gelegenheit für eigene Trauer gar nicht erst bekommen...
Wenn der Partner davon spricht, dass er am liebsten gleich hinterhergehen möchte, dann ist das eine ganz normale Reaktion. Im allgemeinen muss man auch keine Angst haben, dass das auch wirklich gleich passiert. Solltet ihr aber das Gefühl haben, dass die Trauer entgleist, dann scheut euch nicht, für eure Väter eine Trauerbegleitung zu organisieren.
Und noch etwas, vor allem für dich
@Rotkaeppchen: mach dir bitte keine Vorwürfe oder schlechtes Gewissen! Du hast alles versucht und wenn deine Mutter nicht mitgemacht hat, war das ihre eigene Entscheidung und somit auch ihre eigene Konsequenz. Natürlich macht man sich hinterher Gedanken, was wäre gewesen, wenn.... Aber es ändert erstens nichts an der Tatsache und zweitens ist jeder Moment im Leben so gelaufen, wie er in dem Moment laufen sollte und musste.
Ich denke auch manchmal, wenn ich mich nicht so hätte überfahren lassen, ob mein Vater vielleicht noch leben würde, aber andererseits ist es auch gut so, wie es gekommen ist. Vor allem für ihn. Und das beruhigt mich wieder.
Wir hatten meine Mutter nach dem Tod meines Vaters zu uns genommen. Das hatte allerdings auch erst Unterstützung durch die Sanitäter gebraucht, die wir hatten rufen müssen. Am dritten Tag wollte sie aber partout wieder nach Hause. Nach der Beerdigung wollte sie auch nicht zu uns, aber da war dann auch noch meine Nichte da, die sie ein bisschen betüdelt hat. Vielleicht könnte das bei euch auch so ähnlich laufen.
Die ersten Tage ist Intensivbetreuung schon ganz gut, aber das sollte nicht zum Normalfall werden. Irgendwann muss der Alltag wieder einziehen, auch für die hinterbliebenen Partner.
Was ihr nun tut oder getan habt, es war genau das richtige. Aber vergesst euch bitte selbst nicht dabei!
