Liebe
@stray cat, lieber
@general,
doch es gibt sie, die Ärzte die sich trauen und die auch mal gegen den Strom schwimmen.... Ich hab es selbst vor 18 Jahren erlebt. Ich weiß nicht, ob ich das posten darf, aber ich tu es einfach mal....
Meine Tochter (damals 16, gerade Ausbildung zur Bürikauffrau angefangen) hat sich ganz banal zu Hause den Fusswurzelknochen glatt durchgebrochen (Sonntag) . Im KH bekam sie von einem älteren Arzt einen Gips bis zum Knie und eine Thrombosespritze. Nächsten Tag Wiedervorstellung, eventuell Gipsschuh und es sollte gezeigt werden, wie man sich selbst Thrombosespritzen setzt.
Wir also Montag wieder hin.... junge Ärztin da. Gipsschuh angelegt, aber auf unsere Nachfrage bzgl. Thrombosespritzen :Sie ist ja jung und bewegt sich.
Keine Thrombosespritzen, 5 Wochen nicht auftreten. Ich fuhr sie jeden Morgen mit den Krücken zur Ausbildung. Bei Kontrolle wiesen wir auf blaue Zehen und Schmerzen im Bein hin. Darauf : Die Wadenmuskelpumpe wird ja nicht aktiviert, das ist normal....
Nach 5 Wochen Gipsabnahme und Belastung mit festem Schuhwerk. Wieder Sonntag, meine Tochter wollte nach 5 Wochen endlich wieder ausreiten, hatte aber Schmerzen im Bein. Ich hab sie nicht gefahren (Schutzengel Nr. 1)
Kurz darauf klagt sie über starke Schmerzen im Bein... Ich hole ihr etwas zum Kühlen, höre aber einen dumpfen Aufprall unten. Darauf finde ich meine Tochter völlig verdreht, mit schiefem Gesicht, nicht ansprechbar auf der Erde liegend.
Ich wusste sofort, dass es ein Schlaganfall ist....112-Rettung, niemand wollte mir glauben, dass es mit dem Bein zusammen hängt usw.
Ich erspare die ganzen Untersuchungen, den Stress, die Angst. Sie hatte jedenfalls einen Schlaganfall, war rechtseitig gelähmt und konnte nicht sprechen. In der Leiste des Beins wurde eine weitere 3 cm Thrombose mit direkter Verbindung zum Herzen gefunden.
Normaler Weise hätte sie eine Lungenembolie erleiden müssen, die sie wohl nicht überlebt hätte. Aber ein Foramen Ovale (Loch in der Herzscheidewand) hat ihr wohl das Leben gerettet und der Thrombus ist im Kopf gelandet (paradoxe Embolie).
Jedenfalls möchte ich nur sagen, dass diese Ärzte ganz großartig waren (viele weitere Schutzengel

) und mir ein Arzt sogar die Thomboseleitlinien zukommen ließ, weil auch er der Meinung war, dass dies nicht hätte passieren dürfen (sie nahm auch die Pille, wonach niemand gefragt hatte und was ein additiver Faktor war).
Lange Rede, kurzer Sinn.... Ich habe versucht, mich mit der Haftpflichtversicherung des 1. KH zu einigen, da wir nicht wussten, ob das Kind behindert bleibt. Was wir da erlebt haben, war unter aller Gürtellinie (bestimmt hat ihre Tochter geraucht, sie hätte ja mit dem Gips Gymnastik machen können, so eine Thromboseprophylaxe kostet 9 Euro pro Tag usw.).
Jedenfalls habe ich mich nicht einschüchtern lassen und die Haftpflichtversicherung verklagt. Nach 4 Jahren habe ich aufgrund ehrlicher Gutachter und Ärzte gewonnen.... Und meine Tochter ist heute 34 und hat 2 wundervolle Kinder.
Liebe Grüße