Liebe Gertrud, ich schätze sehr, dass du mir deine Meinung mitteilst, das genau soll ja hier auch passieren. Ich freue mich auch mit dir, dass du das MTX so gut verträgst.
Ich mag dir meine Sicht der Dinge auch gerne mitteilen..
Ich arbeite ja auch jeden Tag unter der Woche, also 6 - 7 Tage. Nicht rund um die Uhr, aber doch viel.
Ich bin selbständig: Wenn ich arbeite, verdiene ich. Wenn ich nicht arbeite, habe ich keinen Cent. Für mich gibt es kein Krankengeld. Das ist in meinem Beruf so. Es gibt auch keine leistbare Möglichkeit, das zu ändern. ich zahle zwar schon 30 Jahre durchgehend ein, aber ich kann einmal von meiner Rente nicht leben, weil es so wenig ist. Das ist einfach so, ohne dass ich was dafür könnte. Nur zur Erklärung, warum ich an meinem Beruf doch so festhalte.....er ernährt mich jetzt und ich Zukunft hoffentlich auch noch.
Abgesehen davon, macht er mir Spass. Ich will arbeiten und genau das tun, was ich tue. Für mich wäre es sehr schlimm, meine Tätigkeit nicht mehr machen zu können. Durch meine kreativen Arbeiten und Projekte habe ich auch Lebensqualität.
Weisst du, jedes Medikament stellt eine Gefahr für einen klassischen Sänger dar. Das ist halt so. Einen Rocksänger würde es vielleicht nicht so beeinträchtigen, aber einen klassischen Sänger schon. Ich muss ja sogar schon bei Lebensmittel aufpassen, damit sie nicht " schleimen " oder austrocknen usw. Jede Irritation des Körpers kann eine Katastrophe für einen klass. SÄnger sein. ( kleiner Ausflug in die Sängerwelt..)
Ich sehe den Rollstuhl nicht nur als Feind. Er ermöglicht mir, dass ich meine Veranstaltungen machen kann, dass ich mit meinem Mann bummeln " gehen" kann, auf Ausstellungen meine Werke und Produkte verkaufen kann ( bin auch Malerin )usw........
Eine enorme Bereicherung.....
Momentan geht es mir ja nicht so schlecht, ich kann sogar auf die Bühne gehen

und ich kann kurze Strecken gehen. Dann muss ich halt wieder sitzen...
Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es für mich nicht geht, mich mit Medikamenten vollzupumpen, damit ich 10 Minuten länger gehen kann, aber die Nebenwirkungen so heftig sind, dass ich meinen Beruf nicht mehr ausüben kann.
Ich habe auch alles mit meiner Hausärztin besprochen., Sie versteht mein Dilemma sehr wohl, auch wenn sie keine Lösung weiss. Die muss ich mir selber suchen.
Ich hoffe, ich habe nicht vermittelt, dass hier jemand gerne krank ist, das ist ja klar.
Ich sehe nur, dass jeder seinen Weg finden muss, mit dieser Krankheit umzugehen.
Wenn ich z.B. schon in Rente wäre, würde ich mich vielleicht auf einen Versuch mit MTX einlassen, weil ich nicht den Leistunganspruch hätte, nicht jeden TAg funktionieren wollte und müsste, und mich mal hängen lassen könnte.
So plane ich halt meine " Hängertage " und halte sie mir veranstaltungsfrei. Ich nehme mir ja auch Ruhezeiten.
Mein Arzt hat mir erklärt, dass MTX schon giftig ist, oft gut wirkt, aber Nebenwirkungen hat. Ich weiss, dass es da unterschiedliche Meinungen auch von den Ärzten gibt. So, wie es auch unterschiedliche Erfahrungen von Betroffenen gibt.
Ich habe im April einen Rheumaambulanztermin. Ich nehme an, da wird alles durchgecheckt. Auch, ob Schäden da sind....Blut, usw.
Mehr fällt mir dazu momentan nicht ein.
Liebe Gertrud, vielleicht hat ein bisschen zum Verständnis beigetragen, ich wünsche dir einen schönen Tag.
Liebe Grüsse Feuerlilie
Ich wünsche dir einen schönen TAg, liebe Grüsse Feuerlilie