Hallo liebe
@maria_th ,
ich hoffe, du kommst dir jetzt nicht gescholten vor und stellst trotz der Reaktionen weiterhin deine Fragen....denn auch dafür ist das Forum da. Und ich z. Bsp. verstehe dich bezüglich deiner Medikamentenangst, meine Hausärztin nennt es Medikamentenphobie. Ich kann aus eigener Erfahrung sagen, dass die Aussage "dann ist es nicht schlimm genug" nicht stimmt. Mir wurde gleich beim ersten Rheumatologenbesuch Cortison und MTX verschrieben. Als ich Zuhause die Beipackzettel las, konnte ich MTX einfach nicht spritzen. Das hört sich total bescheuert an, aber ich dachte wirklich, ich falle tot um , wenn ich mit diesen schweren Medikamenten anfange. Denn das sind sie und das sollte nicht immer so runtergespielt werden. Und letztlich ist es eine Entscheidung für eine sehr lange Zeit oder, wie mir gesagt wurde, lebenslang....
Überhaupt fand ich es schlimm, dass man so schwere Medikamente einfach mit nach Hause bekommt und dann doch relativ allein damit steht. Ich habe mit meiner Ärztin so oft darüber gesprochen und da ich wirklich schwerste Entzündungen in über 20 Gelenken hatte mit erhöhter Temperatur und starken Bewegungseinschränkungen, war ich sogar bereit, ins Krankenhaus zu gehen, um mich einstellen zu lassen. Aber das wurde abgelehnt, auch wegen der Coronalage und ich sollte irgendwie allein damit zurecht kommen..... Kam ich aber nicht und habe dafür wirklich schlimme Schmerzen und Einschränkungen in Kauf genommen. Die Ärzte haben sich wirklich gewundert, wie ich das ausgehalten habe.
Schimpfen oder Druck verschlimmert das ganze noch, macht ein schlechtes Gewissen und stellt damit eine weitere psychische Belastung dar und letztlich eine Verschlimmerung der Erkrankung. Es war ein Teufelskreis und ich habe mir Hilfe bei einem Psychotherapeuten gesucht. Das Annehmen der Erkrankung und die Einsicht, dass sie nicht einfach verschwindet, sind auch ein großer Faktor....
Cortison und Quensyl habe ich wegen der Schmerzen und Entzündungen dann doch zu Hause genommen, aber MTX erst durch einen Akut- Krankenhausaufenthalt und einer sehr einfühlsamen, ehrlichen Oberärztin und der Sicherheit (Überwachung) im Krankenhaus. Ich glaube, allein hätte ich das nicht hingekriegt. Und auch der Zuspruch und die Hilfe, Geduld vieler Forenmitglieder haben mir sehr dabei geholfen.
Deshalb lasse dich bitte nicht verunsichern, berichte gerne weiter und hole dir wenn nötig professionelle Hilfe.
Ich wünsche dir alles Gute und sende viele Grüße