Hallo ihr Lieben,
habe gerade "Fliehe weit und schnell" von Fred Vargas durch. Wow, ich konnte es kaum aus den Fingern legen. Der Roman hebt sich so wohltuend vom üblichen Krimi-Einerlei ab.
Die Autorin ist Französin und (hauptberuflich) Archäologin, und das merkte man dem Roman auch an. Sehr spannend, mit geschichtlichem Hintergrund, mit vielen überraschenden Wendungen. Voll mit augenzwinkerndem Humor, kleinen Beobachtungen und liebevoll gezeichneten, teils recht skurrilen Figuren. Da ist der bretonische ehemalige Fischer Joss Le Guern, der regelmäßig Besuch von seinem toten Urgroßvater bekommt und auf dessen Anraten in Paris den alten Beruf des Ausrufers wieder aufleben lässt, zum mäßigen Preis von 5 Franc je Anzeige, denn "die Le Guerns sind keine Gauner". Der Skateboard-Verkäufer Damas, der nach wochenlangem Bitten seiner Schwester im September endlich eine Weste überzieht und einen Pullover eventuell für November in Betracht zieht. Der Kommissar der neugegründeten Strafbrigade, der lieber spazieren geht als an seinem Schreibtisch zu hocken, über eine geniale Intuition verfügt, aber nicht in der Lage ist, sich Namen und Gesichter seiner Untergebenen zu merken, so dass er sich mit Spickzetteln behelfen muss. Der normannische Gastwirt, der mütterlicherseits ein direkter Nachfahre von Gott Thor ist und das Mittagessen mit einem donnergrollenden Gong ankündigt, der sämtliche Tauben vom Platz verscheucht...
Über den Ausrufer Le Guern werden geheimnisvolle Nachrichten in altem Französisch verbreitet, die nichts geringeres als das Kommen der Pest ankündigen. Gleichzeitig beschweren sich in der ganzen Stadt Mieter, deren Türen mit einer spiegelverkehrten Vier bemalt wurden. Und schließlich wird ein Toter gefunden, von Rattenflöhen gebissen und mit schwarzen Flecken übersät. In Paris bricht die Panik aus...
Viel Spaß beim Schmökern wünscht
Arlene