@Campi,
du hast abenteuerliche Vorstellungen was deinen Urinstrahl betrifft.
Wenn sich irgendwas in der Harnröhre festsetzt, dann ist es das überschüssige Eisen, infolge der Eisenspeichererkrankung. Was denkst du denn wo das ausgeschieden wird?
. Informiere dich besser über deine schon bestehende Erkrankung bevor du dir neue suchst, und
"befragen Sie dazu Ihren Arzt oder Apotheker".
Hallo,
diese Aussage ist falsch.
Überschüssiges Eisen setzt sich nicht in der Harnröhre fest, sondern in der Leber und anderen Organen, da der Körper nur einen Regulationsmechanismus für die Menge der Eisenaufnahme, aber nicht einen Regulationsmechanismus für die Ausscheidung von Eisen besitzt.
Bei Hämochromatose=Eisenspeicherkrankheit ist genetisch bedingt der Aufnahmeregulationsmechanismus für Eisen gestört, was zu einer ungehemmten Eisenaufnahme und Eisenüberladung führt, da der Körper das überschüssige Eisen nicht ausscheiden kann.
Das gleiche gilt für deine Gelenke und deine Gelenksbeschwerden. Bei deiner Erkrankung kann es durch zuviel Eisenanlagerung in den Gelenken zu rheumatischen Beschwerden kommen, hat aber nichts mit mit einer rheumatischen Erkrankung im üblichen Sinne zu tun
Diese Aussage ist ebenfalls so nicht richtig.
Man vermutet, daß es nicht die Eisenüberladung selbst ist, die zu der Hämochromatose-Arthropathie führt, da die Gelenkbeschwerden nicht mit dem Grad der Eisenüberladung korrelieren. Die genaue Ursache der Hämochromatose-Arthropathie ist noch nicht geklärt.
Die Hämochromatose-Arthropathie gehört wie die Arthrose und rheumatoide Arthritis, Psorasis-Arthropathie, Sarkoidose, Ehlers-Danlos-Syndrom usw. sehr wohl zu den über 400 Krankheitsbildern des rheumatischen Formenkreises. Auch wenn die Hämochromatose selbst eine Erkrankung der Leber ist.
Die Hämochromatose-Arthropathie hat nach derzeitigem Wissensstand keinen autoimmunen Hintergrund. (Ich nehme an, das meintest Du, Witty)
Allerdings kann das Erscheinungsbild der Hämochromatose-Arthropathie einer rheumatoiden Arthritis täuschend ähnlich sein. Und so wird die rechtzeitige Diagnose genau beim Rheumatologen laut Studien oft verpaßt. Genauso auch meine persönliche Erfahrung und die Erfahrung im Hämochromatose-Forum: habe ständig mit neuen Usern zu tun, die vorher jahrelang die falsche Diagnose rheumatoide Arthritis hatten! Fatal, weil der unerkannte Eisenüberschuß so ungehindert die Organe schädigen kann.
Übrigens werden von Hämochromatose-Betroffenen im Rahmen der Hämochromatose-Arthropathie immer wieder Sehnenprobleme berichtet.
Und bei -allerdings nur bei hochgradiger- Eisenüberladung kann es zu psychiatrischen Krankheitsbildern wie Depressionen kommen.
Ich freue mich, wenn RO-User zu Erkrankungsbildern wie Hämochromatose schreiben. Für das fachliche Niveau von RO würde ich mich jedoch noch mehr freuen, wenn man sich vorher informiert, bevor man zu einer Erkrankung postet, die man nicht kennt oder nicht hat.
Evidenzbasierte Patienteninformationen hier:
Hämochromatose-Vereinigung Deutschland e.V.
www.haemochromatose.org
oder hier mit Forum, Chat und Linksammlung:
www.haemochromatose-forum.de
@campi ein paar Fragen hätte ich, die weiterhelfen könnten.
Hast Du die gesicherte Diagnose Hämochromatose? Oder eine ungesicherte Diagnose mit erhöhten Eisenwerten?
Wenn ja, wie hoch sind Ferritinwert und Transferrinsättigung? Genkonstellation? Bekommst Du Aderlässe?
Häufig kommt es erst durch weitere Faktoren wie Übergewicht zu einer manifesten Hämochromatose.
Daher, Campi, ist eine langsame, kontinuierliche- nicht schnelle, sonst gefährdet man die Leber zusätzlich- Gewichtsabnahme wichtig.
Weise den Rheumatologen beim Rheumatologen-Termin im Dezember auf Hämochromatose bzw. erhöhte Eisenwerte hin.
Bei einer Eisenüberladung mit Ferritin <1000ng/ml kommen i.d. R. noch keine irreversiblen Organschäden vor, wohl aber reversible Leberschäden, die durch die Aderlaßtherapie rückgängig gemacht werden können. Die Gelenkbeschwerden, die schon als Frühzeichen und geringgradiger Eisenüberladung auftreten können, sprechen leider häufig auf die Aderlaßtherapie nicht an.
Die Beschwerden die Du aufzählst, lassen sich jedoch nicht alle durch das mögliche Vorliegen einer Hämochromatose erklären.
Das Internet ist für Laien häufig ein schlechter Ratgeber, man kann sich verrückt machen angsichts der vielen Erkrankungen, die man haben kann.
Sollte die Psyche für Probleme verantwortlich sein, so hat man genauso ein Recht auf richtige Therapie wie bei körperlich bedingten Erkrankungen.
Und auch das Recht auf richtige medikamentöse Therapie wie bei körperlichen Erkrankungen. Sprich am besten mit Deinem Neurologen über Deine Beschwerden.
Gruß Inga