Bescheid sagen
Hallo lieber Tobias,
erzählst Du bitte morgen, was die Rheumatologin gesagt hat? Würde mich interessieren.
Wie lange wirst Du denn noch in dem BBW stecken? Ist die Zeit überschaubar?
Tja, mit dem "wenig Familie haben" kenn ich auch. Alles tot, bis auf meine Schwester und die hat den Kontakt weitestgehend abgebrochen (ich darf noch Weihnachts- und Geburtstagsgeschenke schicken), weil sie mit dem Thema Krankheit nicht zurecht kommt. Naja, muss man sich auf Freunde verlegen, finde ich eh besser, da kann man sichs wenigstens aussuchen, mit wem man zu tun haben möchte.
Vielleicht kannst Du das ja auch noch intensivieren oder ausbauen.
@Kristina: Ja, ich musste auch schon mal jemandem ein "nein, ich kann nicht" und ich weiß, wie schlimm das für mich war. Meine beste Freundin war gestorben und er war der - gerade frisch erworbene - Freund von ihr.
Aber ich war selber viel zu geschockt und in Trauer, als dass ich hätte noch jemand anderem Kraft geben können (in diesem Jahr starben 8 Menschen aus meiner näheren Umgebung, unter Anderem meine Oma und - 2 Monate nach meiner Freundin meine Mutter, was sich da auch schon anbahnte).
Er lebt und ich war vor ca. 2 Jahren bei einem Sylvesterkonzert von ihm, es war sehr schön.
Deinen Tip mit dem Haustier finde ich sehr schön - für mich absolut geeignet (habe gestern meinen Schatz gesagt, dass ich nun nicht mehr ohne kann

). Ist vielleicht nicht für jeden was, aber man fühlt sich definitiv nicht mehr so allein.
Cailean, ich bin sehr neugierig, was die Hypnotherapie angeht und hatte das auch schon mal bei meinem Psychodoc angesprochen. Aber er ist nicht darauf eingegangen und ich hatte schon gedacht, dass er vermutlich mich nicht für "geeignet" hält.
Mücke, wann ist man denn "nicht geeignet"?
Ich sehe täglich kleine Wunder
Ja, das finde ich auch wichtig, sich an den kleinen Dingen erfreuen zu und sich daran aufbauen zu können. Wenn man so ganz ganz unten ist, klappt das aber nicht unbedingt immer.
Mein Trick ist immer, mir zu sagen: Das geht mit Sicherheit vorbei (die Phase/ die Gedanken) und bisher habe ich immer recht behalten

.
Weiß man, wie man in einer Woche, einem Jahr, 10 Jahren denkt und drauf ist? Nein, Gott sei Dank nicht. Und genau deswegen finde ich, ist es ein Fehler, das Leben wegwerfen zu wollen. Denn vielleicht verpasst man schöne Tage, Erlebnisse, Gefühle. Vielleicht gibt es irgendwann ein Medikament, was optimal und gut hilft oder die Krankheit verzieht sich genau dahin zurück, woher sie gekommen ist, oder es gibt ganz neue und andere Wege, dem zu begegnen. Die Zukunft ist so ungewiss, und deswegen kann ich den momentanen Status nicht als Dauerzustand annehmen.
(Dennoch akzeptiere ich manche Entscheidungen gegen das Leben, das sind aber rare Ausnahmen.)
Tobias, aus Deinen Worten höre ich nicht nur die Trauer um das, was Du "verloren" hast an Möglichkeiten, sondern auch ziemlich viel Einsamkeit. Daran kannst Du aber arbeiten. Toll finde ich, dass Du hier im Forum gepostet hast. Das ist mutig und das gibt auch anderen Mut. Auch erkennen sich ja Viele hier wieder, wie Du bemerkt hast und schon allein das sollte Dich vielleicht etwas trösten.
Vielleicht schaffst Du es auch, irgendwann, nicht nur die Verluste zu sehen, sondern auch das, was Du durch die Krankheit gewonnen hast: An Erkenntnis, an Empathie, an Sensibilität, an NEUEN Freunden, an Wissen, an NEUEN Hobbies.
Das Glas wieder halb voll zu sehen, dabei wird Dir sicher die Therapie helfen.
Viele Grüße
Erato