Hilfe bei psychischen Erkrankungen
Der DAK-Gesundheitsreport 2005 stellte fest: Während der allgemeine Krankenstand sinkt, wächst die Anzahl der psychischen Erkrankungen - von 1997 bis 2004 um 70 Prozent. Das ist eine ernste Herausforderung, der sich die DAK mit neuen Angeboten stellt. "Das neue Konzept ist Teil des Versorgungsmanagements der DAK“, erläutert Projektleiter Tomas Sellhorn. „Benötigt werden heute Spezialisten, die psychisch erkrankte Kunden durch unser zwar umfangreiches, aber leider auch unübersichtliches Gesundheitssystem begleiten. Darum gibt es in unserem Projekt den persönlichen Gesundheitslotsen, der genau weiß, wo und wie eine optimale Versorgung möglich ist. Er zeigt Alternativen auf, motiviert, leitet die erforderlichen Behandlungen ein und stellt auch die Anschlussversorgung sicher.“
Richtige Diagnose erst nach sieben Jahren
Unbefriedigend ist, dass psychische Erkrankungen in Deutschland vielfach nicht erkannt und erst nach durchschnittlich sieben Jahren richtig diagnostiziert werden. Erst dann beginnt die richtige Behandlung der eigentlichen Krankheitsursache.
Davor liegt oft ein jahrelanger Irrweg durch das Gesundheitssystem. Und da kann man schon mal verzweifeln. Kein Wunder, dass Ärzte und Therapien wechseln, dass nicht wirkende Arzneimittel
verschrieben werden und es zu immer längeren Arbeitsunfähigkeitszeiten und sogar zu wiederholten Krankenhausaufenthalten kommt. Darunter kann die berufliche Tätigkeit leiden. Und manchmal gehen in diesen sieben Jahren auch persönliche Beziehungen in die Brüche.
Alles das ließe sich durch Früherkennung und Begleitung durch einen persönlichen Gesundheitslotsen oft vermeiden. Ist das soziale Umfeld dann aber doch gestört, kümmert sich dieser Gesundheitslotse auch darum, dass es in der sozialen Umgebung wieder stimmt. Im Anschluss an eine Krankenhausbehandlung heißt sein Stichwort „Rückfallprophylaxe“. Überhaupt ist das Konzept auf die verschiedensten Lebenssituationen ausgerichtet. So gibt es zum Beispiel auch Seminare für ältere Kunden mit psychischen Langzeiterkrankungen, in denen sie zur Veränderung ihrer Lebenssituation motiviert werden sollen.
Größter Handlungsbedarf in Ballungsgebieten
Zum neuen DAK-Projekt gehört auch eine enge Zusammenarbeit mit anderen Versorgungsträgern. „Die DAK baut deshalb vor Ort ein Netzwerk von Therapeuten, Selbsthilfegruppen, Fachärzten und Reha- Einrichtungen auf“, so Sellhorn. Das Projekt ist bereits in den Ballungsgebieten angelaufen. Dort nämlich ist der Bedarf am größten. Zug um Zug wird es noch in diesem Jahr bundesweit ausgedehnt. Bereits im vergangenen Jahr gab es erfolgreiche Tests in Hessen und Rheinland- Pfalz. Dort hat sich gezeigt, dass die meisten Kranken die Unterstützung durch die Gesundheitslotsen der DAK sehr positiv bewerten und sich aktiv beteiligen. Und gezeigt hat sich auch, dass sich auf diese Weise die Versorgungssituation deutlich bessert.
Expertentelefon
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Die Experten sind rund um die Uhr erreichbar. Tag für Tag. Natürlich zum Ortstarif.
Quelle: dak.de