@ Savi, danke für den Tip. Werde dort anrufen. Ich gehe mal nicht davon aus gleich einen Termin zu bekommen. Immerhin habe ich ja einen Orthopäden gefunden der gewillt ist mehr zu tun als Ibus zu verschreiben. Da ist das warten auf einen Termin nicht ganz so schlimm.
Mal was anderes. Ich habe immer mehr das Gefühl das in dieser Welt Leute rumlaufen, die medizinisch betreut gehören. Letztlich spielt es keine Rolle um welche Krankheiten es geht. Hier im Forum ist es eben Rheuma etc. Nicht jeder hat das Glück sofort eine eindeutige Diagnose zu bekommen. Und offenbar muss man bei den Ärzten darum kämpfen irgendwie sinnvoll behandelt zu werden.
Bei mir wars so, dass ich außer Ibuprofen bekam keine andere Option geboten bekam. Ein Orthopäde der ebenfalls partout nur das Hüftgelenk behandeln wollte hat mir dann doch immerhin eine Rezept für 6x15min Physio gegeben. Er hat mir erklärt, dass er in der Gemeinschaftspraxis halt auf Hüfte spezialisiert ist und die auch operieren kann. Seine Kollegen machen dann eben Ellenbogen, Knie...Das würde, für mich, in dieser Praxis mindestens drei verschiedene Termine bedeuten. Machen die aber auch nicht. Mein Gefühl sagte mir, dass das "normale" behandeln nicht lukrativ ist. So ein hübsches neues Hüftgelenk erwirtschaftet mehr. Auf meine Frage wie ich mit den Schmerzen und Bewegungseinschränkungen, umgehen soll hat er mit der Ibuprofen-Keule geantwortet. Wie auch mein erster Orthopäde, sagte er, könne ich bis zu drei/vier 800mg Tabletten einwerfen. Eine dauerhafte Lösung sieht anders aus.
Beim Rheumatologen bin ich erst über meine Hausärztin gelandet. Die allerdings auch ungern Physio verschreibt. Der Rheumatologe hat dann Bluttests machen lassen. Die Werte lagen alle so im Grenzbereich, nicht signifikant genug meinte er. Das ich seit zwei Jahren erhöhten CRP habe und die ANA und AMA Werte erhöht sind sagt nichts aus, meint er. Die Laborberichte hab ich mir angesehen, gestern mal alle genau verglichen, und festgestellt, dass auf die Empfehlung des Labors auch Sjörgen und Polymiositis zu testen nichts geschehen ist. Wie ich schon erzählt hatte, bekam ich immerhin die zwei Cortisonspritzen in die zwei sehr stark schmerzenden Gelenke und das wars dann. Auch keine Lösung auf Dauer. Offenbar gibt es für Ärzte immer den schlimmeren Fall mit dem man verglichen wird, stimmt ja auch. Aber was ändert das an meiner Lebensqualität? Was ist denn das für eine Perspektive?
Kommunikation unter den Ärzten ist auch so eine Sache. Ich habe schon sehr häufig zwischen den Ärzten hin und her vermittelt. Die lesen die Berichte von anderen wohl nur ungern. Die Befunde anderer Ärzte mal vorher durchlesen ist nicht drin.
Bei Doc-Google kann man auf vielen Seiten lesen wie eine Diagnose so ablaufen sollte, beispielsweise um Arthrose oder Rheuma etc. festzustellen. Eine körperliche Anamnese steht da und Befragung des Patienten. Bisher hat nur ein Arzt tatsächlich meine Hüfte überhaupt angeschaut, so von weitem. Meinen Gang gesehen und gesagt, na ja sie humpeln, da sieht man ja was los ist. Schickte mich gleich zum Röntgen und MRT und hat sich dann die Bilder angeschaut. Der Rheumatologe hat ein Ultraschall von meiner Hand und meinem Fuß gemacht, um die Spritze zu setzen und der neue Orthopäde hat immerhin Hände und Schultern untersucht. Also so richtig mit anfassen. Fragen gestellt hatte nur der Rheumatologe, also wann die Schmerzen sind, von wegen Morgensteifigkeit etc. Als ich dann von meinen Augenproblemen berichtet habe sagte er einfach nur, dass es eher unwahrscheinlich ist, dass meine Arthrose mit meinen Augen zusammenhängt. Für ihn stand offensichtlich von Anfang an fest, dass es Arthrose ist. Also noch vor irgendwelchen Tests. Ich habe noch drei andere nicht so dramatische Autoimmunerkrankungen, die irgendwie keinen Arzt interessieren. Nicht dramatisch weil diese Erkrankungen eher optisch problematisch sind und scheinbar nicht behandelt werden können. Der neue Orthopäde hat mir immerhin ein Schmerztagebuch zum ausfüllen mitgegeben. ich war ganz erstaunt, dass es sowas gibt. Nach ca. zwei Jahren Wartezimmer. Jeder Arzt macht irgendwie irgendwas und das erweckt bei mir nicht den Eindruck dass das irgendwie strukturiert ist.
Woran liegt das, dass Patienten solche Odysseen durchlaufen? Liegt es am Geld, bzw. die Verteilung des KK-Geldes. Warum bekommt man so schlecht Termine. Wenn es so viele Patienten gibt warum gibt es dann nicht mehr Ärzte? In der Augenklinik habe ich manche Tage bis zu 4-5 Stunden gewartet bis ich, mit Termin, drankam. Warum interessieren sich manche Ärzte einfach nicht wenn es zu kompliziert wird? Wäre das nicht ein Ansporn, einen schwierigen Fall zu knacken? Und was ist mit dem komischen Eid, den die schwören, angeblich? Schaut man sich die web-Auftritte von den Arztpraxen an, steht da immer viel "Hochmoralisches". Von wegen der Patient ist ganz wichtig und alles wird für die Gesundung getan und bla bla bla. Ist doch so. Ok, nicht jeder Arzt ist so. Vielleicht tu ich ihnen unrecht aber mich macht das wahnsinnig, dieses hin und her ohne Ergebnisse.
Tut mir leid, dass ist Text ohne Ende, aber ich bin total gefrustet. Es ist sicher zu viel zum Lesen, aber was solls. Schönes Osterfest-Wochenende und lg