Auweia, ich möchte da jetzt auch nicht in der Haut Deines Mannes stecken. Da nimmt man unterstützt durch seine Lieben seinen ganzen Mut zusammen. Der Zeitpunkt der OP rückt näher. Ich habe noch niemanden vor der OP vor Freude rumhüpfen sehen "Juppidi, gleich wird geschnibbelt". Und dann wird alles abgesagt. Eine Verschiebung ist da schon ganz schön nervtötend und man fragt sich ob das denn alles so richtig ist was man da so mit sich machen lässt. Und jetzt schon wieder verschoben.
Aber ich denke dass Du ihm durch Telefonate oder wenns entfärnungs- und wettermäßig geht, durch Deine Anwesenheit, seinen Mut zurückgibst.
Ich weiss dass wir Männer da manchmal etwas flapsig reagieren, um Euch Angehörigen zu beruhigen, aber wies drinnen aussieht, deckt sich selten mit dem gezeigten Schimpfen und Beruhigungsversuchen.
Du selber, hoffe ich, wirst die Nerven aufbringen, dein morgiges Probearbeiten mit Bravour zu meistern.
Ich ziehe vor allen Angehörigen den Hut, die wie Du ihren "Mann" stehen, dem Partner den Rücken stärken und dann die Zusatzbelastungen klaglos wegstecken. Aber auch bei Euch Angehörigen deckt sich das Innere selten mit der Optik die ihr nach aussen hin zeigt. Ich kenne und verstehe die Ängste, auch wenn sie für Aussenstehende noch so unbegründet erscheinen.
Ich wünsche dir eine angstfreie Nacht. Und Du wirst sehen, morgen abend sieht die Welt für Euch schon wieder viel, viel besser aus. Die Operation Deines Mannes war ein voller Erfolg, problemloser Verlauf. Alle Werte Deines Mannes sind im grünen Bereich. Dein neuer Chef ist begeistert von Deiner Probearbeit und Du hast den Arbeitsvertag in der Tasche. Dann sieht die Welt wieder ganz anders aus.
Liebe Grüße
Michael