Mut zur Lücke...
hallo Ihr zwei, wie ich lese, hattest du auch nicht deinen besten Tag, Dinah... und Uschi, du schreibst mir aus der Seele !! Ich bin heute ziemlich im Eimer, nachdem das Wochenende zwar sehr schön, aber auch anstrengend war. Wir hatten ja Sonntag ein volles Haus und ich habe gekocht, gebacken und die Bude nett hergerichtet... Um 22 Uhr haben dann auch die Kinder endlich geschlafen, nachdem alle weg waren und ich fiel um halb eins nach dem Aufräumen halbtot ins Bett. Nun quäle ich mich aber mit einer schlimmen Erkältung und die permanenten Hustenattacken ließen mich letzte Nacht kaum schlafen. Halb sieben, Weckerklingeln, die Große wecken, Frühstück machen, nochmal kurz Vokabeln für den Test abhören, inzwischen wird die Kleine wach, Kakao fertig machen und Müsli, die Große verabschieden, danach husch husch schnell duschen und schick machen, die Kleine quengelt, schon 8 Uhr, jetzt aber schnell... oh, Windel voll, nochmal aus- und wieder anziehen, inzwischen könnte ich schon wieder duschen, stehe im Schweiß, halb neun, Köfferchen und Tasche und Kinderrucksack und los gehts. Vorm Kindergarten "Juhu, tinnerdarten, it tomme" - im Kindergarten, Augenschleusen öffnen sich, " Mami, Arm !"... oje, ich muss los. Kindergärtnerin greift beherzt ein. Schnell durch die Stadt - das wäre schön, alles voll, Stau ohne Ende, es wird eng, ich komme zu spät. Kann auf der Autobahn etwas Zeit gutmachen aber bin doch zehn Minuten später da als angekündigt. Mein Kunde wartet bereits. Also Kaltstart. Es ist jetzt zehn nach zehn und acht Stunden liegen vor mir, in denen ich stehend alles mögliche erklären und schulen muss. Um 19 Uhr mache ich mich auf den Rückweg,erschöpft, müde, hungrig und durstig. Viertel nach acht bin ich zu Hause, die Große kämpft mit Mathe, also noch 30 Minuten Hausaufgaben inklusive Standpauke, die Große weint, die Kleine auch, sie will auf den Arm. Um neun können wir Abendbrot essen, viel zu spät, die Kinder müßten jetzt ins Bett. Beide zögern das Schlafengehen hinaus... um halb zehn schläft die Große, auf dem Schreibtisch finde ich einen Zettel : " bitte packe meinen Ranzen, du bist die beste Mami der Welt" - ich lege auch die Kleidung für den morgigen Tag bereit und beseitige das Chaos des Schreibtisches. Die Kleine will nicht schlafen, erst um elf Uhr schläft sie ein. Mein Mann schlummert bereits, er muss um fünf aufstehen. Ich räume noch auf, packe meine Sachen für morgen und warte noch auf die Wäsche. Dann, endlich, kurz vor zwölf, ist Feierabend. Morgen wirds ähnlich....!!
Wir sind nicht die "Waltons" und leben nicht in "Bullerbü". Es regiert immer leicht das Chaos und ich habe den Versuch aufgegeben, alles perfekt zu machen. Vorhin habe ich noch gedacht, ich schaffe es morgen nicht, so wie ich es gestern von heute dachte. Ich hangel mich von Tag zu Tag. Alles unter einen Hut bringen oder im Griff haben ? Weit davon entfernt! Ich habe täglich das Gefühl, den Mount Everest zu besteigen... aber solange es noch einigermaßen geht, werde ich es weiterhin machen. Mit dem Mut zur Lücke. Es ist eine Gratwanderung, wenn man nicht fit und gesund ist.
Mensch, Ihr Lieben, das war jetzt mal ein Roman... Dinah, ich glaube, wir alle fühlen uns oft so "rabenmütterlich" und unsere Kinder haben es bestimmt nicht so einfach wie die Kinder von Gesunden, aber sie haben Mütter, die sie liebhaben - auch, wenn man sie mal vorm TV parkt oder den Tag bei strahlendem Sonnenschein in der Bude verbringt!
Mir macht gerade Sorge, dass ich so vergeßlich werde. Da habe ich mir einen Zettel mit Namen und Telefonnummer an den Kühlschrank gepinnt, und ich weiß nicht mehr, warum. Wer das ist und was sie von mir will.... das passiert mir im Moment oft... Werde das Mittwoch bei der Neurologin mal ansprechen, da wird ein EEG gemacht ( dann weiß sie gleich, wonach sie gucken muss, grins

).
Zu dem Flimmerskotum... ich habe oft Migräne und sehe vorher wie durch einen Schleier, ich bekomme keine Panik, ich werde dann häufig aggressiv. Wenn du eine Panikattacke hast, gibt es einen Akupressur Punkt, der liegt direkt in der Schlüsselbeingrube. Du legst den Zeigefinger darauf und drückst ganz sachte ein paar Sekunden nach unten. Das übt einen reflektorischen Reiz auf den N. Vagus aus und hilft sehr gut dagegen. Probiere es mal. Hat mir bei nächtlichen Panikattacken sehr geholfen.
So, Ihr zwei, ich hoffe, mein "Tagesbericht" hat euch nicht gelangweilt... ich schicke euch ganz liebe Grüße und gucke morgen auf die Blutwerte. Übermorgen habe ich frei - wie schön !! Fühlt euch gedrückt von Tina
