ich gehöre ja auch zu denen, die das thema "ernährungsumstellung" extrem wichtig finden, denen aber nach einer bestimmten zeit rein veganer oder rohkosternährung leider immer wieder die letzte konsequenz einschließlich durchhaltevermögen fehlen. und gerade deshalb würde ich es schade finden, die anregungen und den austausch hier nicht mitnehmen zu dürfen.
also liebe puffelhexe, hab noch etwas geduld mit uns.
wer es mit rohkost versuchen will, dem kann ich neben den büchern von konz, walker und wandmaker den erfahrungsbericht von Ute-Marion Wilkesmann empfehlen:
"Rohkos statt Fasten: ein Rohkosttagebuch für 'Normalos'"
mit einer detaillierten auflistung ihrer mahlzeiten und den rezepten. allerdings kommt sie aus der bruker-ecke, das rohe getreide ist bestandteil ihrer nahrung. aber das kann man ja weglassen, wenn man sich gegen das getreide entschieden hat.
und damit bin ich gleich bei deinen antworten, cava, auf meine fragen. dankschön erst mal!
1. Jede Getreideart (außer Hirse), ist säurebildend und nicht basisch
das stimmt, getreide ist leicht säurebildend, aber aber was ist daran schlimm? das trifft auf einige früchte ebenso zu. es kommt auf die menge an, die man davon zu sich nimmt. ziel darf ja nicht sein, nur noch basenbildende lebensmittel zu sich zu nehmen, das wäre genauso einseitig und schädlich, wie der säureüberschuss, den die für die meisten gewohnte unnatürliche nahrung mit sich bringt. da mache ich mir mehr gedanken um den kaffee oder die schokolade, die ich leider immer noch regelmäßig zu mir nehme. aber nicht um das rohe getreide.
ziel sollte es doch sein, vollwertige und lebendige nahrung zu sich zu nehmen, und dazu gehört m.e. auch das rohe getreide. die begründung säure- oder basenbildend reicht einfach nicht aus, um die entstehung von krankheiten zu erklären. es sind die inhalte der nahrung, ihre qualität, die entscheidend ist. jemand, der sich vollwertig und vegetarisch ernährt, hat meines wissens immer einen leichten basenüberschuss, auch mit getreide, erst recht ein veganer oder gar rohköstler, und muss sich um das thema säure und basen keine gedanken machen.
2. Getreide ist sehr stärkehaltig und der Vorrat von Enzym Ptyalin im Mundspeichel ist nicht ausreichend um das Getreide aufzuschließen.
ok, das argument habe ich schon öfters gehört und gelesen, da kann ich leider gar nichts dazu sagen, weil ich es nicht weiß. dem entgegen steht allerdings, dass bruker & co. 1000e patienten geheilt hat mit seiner vollwertkost, die das vollkorn einschließt. ich werde dem mal nachgehen und eine anfrage an das brukerhaus in lahnstein (GGB - gesellschaft für gesundheitsberatung) absenden, das interessiert mich jetzt.
3. Getreide wird erst dann für den Menschen verdaubar, wenn es zum Keimen gebracht wird. Dann wird daraus wieder lebendige Nahrung, die
unser Körper verarbeiten kann.
das originalrezept des frischkorngerichts von prof. kollath ist glaub ich sogar mit gekeimtem getreide. schrotet man das getreide und weicht es ein paar stunden ein, spricht man bei der GGB ebenfalls von lebendiger nahrung. entscheidend ist, dass man keimfähiges getreide verwendet, was man immer mal wieder testen soll. es kommt immer wieder vor, dass - auch im bioladen - getreide verkauft wird, bei denen der keimling durch erhitzung oder mechanische verarbeitungsvorgänge abgetötet wurde. das bringt dann natürlich nichts.
was meinst du mit "kalk"? wozu soll kalk gut sein?
5. Durch den Verzehr von Getreide wird mehr Schlacke im Körper abgelagert,
weil dieser ja das stärkehaltige Getreide nicht genügend verarbeiten kann
mmm, diese "schlacken" sind m.e. ein ziemlich diffuser und verwirrender begriff. was genau sind denn schlacken? woraus bestehen sie? wie entstehen sie und wo?
auch da kann ich wieder nur mit der "gegenpartei" argumentieren: vollkorngetreide ist ein vollwertiges lebensmitel, das alle stoffe bereits in sich hat, das es zur verwertung benötigt. wie ein ganzer roher apfel auch. schält man den apfel oder nimmt ihn als saft zu sich, ist das halt nicht so - zur verdauung des zuckers wird dem körper dann vitamin b entzogen oder es verbleiben reste auf unvollendeter verdauungsstufe im körper zurück. ein volles korn, das seine schale und den keimling noch besitzt, kann vollständig verdaut werden. anders sieht es aus mit den isolierten kohlenhydraten (zucker, auszugsmehle), die nicht vollständig abgebaut werden können. ablagerungen in den blutgefäßen oder wo auch immer entstehen durch mineralstoffmangel, den minderwertige nahrung mit sich bringt, dazu gehören aber nicht nur die kohlenhydrate, sondern auch das ganze denaturierte eiweiß aus dem gegarten fleisch, der wurst, milch, käse usw.
so ist das leider mit den gegensätzlichen expertenmeinungen. da soll man sich als verbraucher oder patient nun zurechtfinden.
Das ist doch ein sehr gutes Beispiel für die Rohkost. Ich kenne ähnliche Fälle und sogar Krebsfälle waren dabei. Also scheint das mit der Rohkost und der lebendigen Nahrung nicht so verkehrt zu sein.
die frau, von der ich berichtete, hat sich übrigens nach bruker ernährt und geheilt, also MIT dem rohen getreide.
walker und konz berichten ja ebenso von zahlreichen heilungserfolgen. so wie auch bruker und deren nachfolger bei der GGB (ich war schon mal für 1 woche dort zum kurs und habe deren monatszeitschrift abonniert). letzten endes muss wohl dann jeder für sich selbst herausfinden, was das getreide mit ihm macht?
noch eine frage habe ich an dich, cava: woher bekommst du denn im winter deine wildkräuter?
viele grüße
von katrin