Liebe Tina,
da musste ich doch schon wieder schmunzeln, weil mir mal wieder eine Parallele auffiel: Ich habe eine Windpockennarbe zwischen den Augenbrauen - die fällt sicher mehr auf als die Biopsie-Narbe - aber die habe ich seit 38 Jahren und ich sehe die garnicht mehr...
Vermutlich stört mich die Biopsie-Narbe auch, weil sie mich an diese furchtbare Ungewissheit in der Zeit der Diagnosefindung und auch an das Gefühl, von dieser Krankheit überrollt zu werden, erinnert. Jede Empfindung hat ja doch mehrere Ebenen...
Ja - das ist wohl der Knackpunkt: dir ist innerlich schon bewusst (genau wie mir), dass die Chance auf eine Rückkehr in den ursprünglichen Zustand gering ist und vielleicht ahnt das auch dein Schatz. Aber er will es wohl noch nicht wahrhaben...
Mein Mann schaut mich oft sorgenvoll an - wohl eher deshalb, weil nicht mehr die unbeschwerte Fröhlichkeit aus mir strahlt, die mich früher angeblich ausgemacht hat. Nicht, dass die völlig weg ist - aber die täglichen Schmerzen fordern halt schon ihren Preis... Vielleicht schaut er auch manchmal so analytisch, weil ich verändert aussehe (hat er noch nicht gesagt...) - trotz meiner Bemühungen kann man mir ansehen, dass es mir nicht gut geht - gerade wenn man mich kennt und sich nicht vom Styling ablenken lässt (Augenringe lassen sich ja auch überschminken...).
Trotz all dieser unschönen Veränderungen und Probleme: ich glaube, dass wir durch sie wirklich stärker werden. Und vermutlich hilft die zwanghaft erforderliche Besinnung auf Wesentliches auch dabei, Unwichtiges über Bord zu werfen (manche Kontakte, Zeitvertreib, Schönheitsideale...).

Und so ganz geben wir die Hoffnung ja nicht auf, doch wieder in den "fast Ausgangszustand" zurück zu kommen

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Ist in meinem Fall wohl kaum möglich (das Schrottknie wird bleiben - und auch mit künstlichem Knie bleiben da massive Vernarbungsprobleme und Sehenschäden). Insofern habe ich da einen kleinen Vorsprung im Hinblick auf das Aktzeptieren von Unabänderlichem.
Aber gerade gestern habe ich bei einem Blick in den Kleiderschrank gedacht, dass die 8 Kilo einfach wieder weg müssen - das nervt echt und gerade am Bauch kann ich dein Gefühl nur unterstreichen. Ist als wäre alles aufgedunsen (ist es vermutlich auch - meine Magenregion tut auch oft trotz Magenschutz weh) und irgendwie hat die Kleidung dann keine richtige Form... Grrrr!
Vermutlich müssen wir dieses Thema zumindest abhaken bis das Cortison deutlich reduziert werden kann. Gymnastik bringt da bei mir aktuell nichts - bewusste Ernährung auch nicht.
Als ob der ganze Krankeits-Mist nicht reichen würde...
Nur wenn man bedenkt, was Leute mit anderen Erkrankungen für körperliche Einschränkungen und Veränderungen hinnehmen müssen, dürfen wir wohl nicht zu sehr meckern...
Verdammt und dann noch bzw. schon wieder Krankenlager bei dir zuhaus. Das ist ja gruselig. Ich merke auch, dass dieser Infekt wirklich heftig ist und hoffe, dass ich meine Beiden nicht nochmal damit anstecke. Sie sind noch nicht richtig fit - der Erreger lauert irgendwie noch in den Bronchien. Da ich jetzt ja als einziges Familienmitglied ein Antibiotikum nehme (weil meine BSG wohl astronomisch hoch war - was ja auch am Rheumaschub liegen könnte, aber der Doc wollte da kein Risiko eingehen) wäre das doch die grandiose Gelegenheit, dass die beiden mich nach Absetzen des Antibiotikums dann nochmal mit dem gleichen Erregen anstecken. Aber ich will auch nicht, dass die jetzt nur "prophylaktisch" Antibiose machen - es geht ihnen ja wieder gut...
Scheinen wirklich extrem hartnäckige Krankheitserreger im Umlauf zu sein. Nicht nur Eheg... Und dieser Ausnahmezustand mit richtig hochfiebernd kranken Kindern wird auch mit dem Alter vermutlich nicht einfacher.
Da brauchst du Kraft, die du aktuell nicht haben kannst, die ich dir aber seehhhrrr wünsche!
1000 liebe Grüße und lass dich nicht unterkriegen - es wird alles besser - da glauben wir fest dran - nicht wahr !? :o
anruju