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Mein Mann mutiert zum Blödmann...

Dieses Thema im Forum "Kaffeeklatsch" wurde erstellt von tina71, 21. Juni 2011.

  1. tina71

    tina71 Neues Mitglied

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    hallo ihr Lieben...ich muss mich heute mal ausweinen, weil die eigentlich starke Schulter sich mehr und mehr entzieht...sogar der Grund meiner Traurigkeit ist.
    Nachdem die letzten drei Jahre eine emotionale Achterbahn waren durch etliche schöne, aber auch einige traurige Anlässe von außen, kommen mein Mann und ich irgendwie nicht mehr auf einen Nenner. Er ist lieblos, redet nicht mit mir, beachtet mich nicht - und nix hilft.
    Ich fühle mich unattraktiv, bin auch viel impulsiver ( durch Cortison ? ) und habe leider auch nicht die Lust auf große Unternehmungen... er hingegen will oft raus ( auch GERN allein ), Freunde treffen, feiern, trinken usw. Mir fehlt dazu die Kraft, und ich habe auch keine Lust, dass "happy" Pärchen zu spielen, das wir z.Zt. nicht sind.
    Ich schaffe gerade meinen selbständigen Teilzeitjob, meine beiden Kinder und den Haushalt.... es bleibt kaum Kraft für etwas anderes. Er "wartet" darauf, dass es mir wieder besser geht... nur ob das irgendwann so sein wird ? Jetzt werde ich von Quensyl auf MTX umgestellt und hoffe, vom Cortison runterzukommen. Habe statt 47 jetzt 54 Kg auf den Rippen, dazu das schöne Vollmondgesicht, alles ist schwammig - und da steht er gar nicht drauf - was ich sehr deutlich merke. Komme mir vor, als lebte ich in einer Wohngemeinschaft, nicht in einer Partnerschaft. Kein Lachen mehr zu Hause, kein Spaß, nur noch ätzend.
    Ich würde einer Freundin raten "Trennung" - aber wir haben Kinder und wir hatten tatsächlich mal eine tolle Zeit ( lange her...).
    Schöner Mist. Wie geht es euch mit euren Partnern ? Ist das normal ? Ich will auch nicht, dass er "Rücksicht" nimmt, weil ich so krank bin, ich möchte eigentlich doch nur mal wieder merken, dass dieser Mann mich noch liebt...mal was nettes sagt oder tut...
    Kriege langsam Depressionen deswegen.
    Traurige Grüße heute Abend von
    Tina :(
     
  2. Brundhilde

    Brundhilde Brundhilde

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    Mensch, Kleene- tut mir leid- aber ich kann mir vorstellen, wie Du Dich fühlst.
    Und wie er sich fühlt auch. Weisste, wir machen alle einen Fehler- wir wollen nicht krank sein und die Akzeptanz dieser blöden Krankheit und ihrer Nebenerscheinungen ignorieren wir gern.Aber das funktioniert halt nicht immer. Ich höre bei Dir raus, dass Du Dich unattraktiv findest weil Du denkst ( ist bestimmt auch so- Du bist aufgeschwemmt vom Cortison). Er hatte bestimmt immer ein attraktives Weibchen, dass alles mitgemacht hat und immer gut drauf war. Die Umstellung jetzt muss er auch erstmal verdauen- wie wir auch.
    Ich hab auch mit mir zu kämpfen und bin nörgelig ( weil unausgeschlafen wegen der Schmerzen) Impulsiv( nicht nur vom Cortison), depressiv nicht nur vom MTX) gaga ( nicht nur von den Schmezermedis) fühle mich unattraktiv ( wer mag sich schon leiden, wenn er sich erst gg. Mittag mal die Haare machen kann oder auch nicht), finde mich ekelig ( wegen dem Aussachlag von dem Medis)- aber fürden Partner ist es uch schwer. Der hat uns nicht so kennengelernt. Wir wollen kein Mitleid sondern Mitgefühl ( als ob das jemand , der nicht betrofen ist nachfühlen kann)- der soll uns als Frau sehen- aer ja nicht anfassen,das tut nämlich weh. Er soll uns attaktiv finden- aber nicht vergessen, dass wir krank sind. Ist bissel viel für einen Menschen mit den Wechselbad umzugehen. Ich fürchte,da wächst man erst rein- so bitter es auch ist. Vielleicht ist es eine Art,diese Einschränkung zu leignen- manchmal auch nur Unwissenheit oder das Nichtwahrhabenwollen- was das bedeutet. Lass ihmund vor allem Dir Zeit- auch wenn Du Dich ärgerst und traurig bist. Bös gemeint ist es bestimmt nicht.
     
  3. Kristina cux.

    Kristina cux. Küstenkind

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    Hallo Tina,

    ach Mensch, dass hört sich richtig "blöd" an... Wenn Kinder im Spiel sind muss man 10 mal überlegen wie man handelt und ob man sich trennen sollte. Aber nur den Kinder wegen sollte man nicht zusammen bleiben, denn auch Kids spüren wenn die Eltern sich nicht mehr mögen und dann geht es den Kindern auch nicht gut. Du sollst dich in einer Beziehung auch nicht kaputt machen (lassen). Es ist eigentlich immer ein geben und nehmen... in allen Beziehungen!!! Vielleicht solltet ihr eine Paartherapie in betracht ziehen...

    Bei mir und meinem Freund (sind seit 2 1/2 Jahre zusammen) ist es wunderbar. Er ist überhaupt kein Mensch der auf Partys geht. Er trinkt absolut keinen Alkohol (genau wie ich, weils einfach ekelhaft ist), er raucht nicht und hat die gleichen interessen. Er fährt gerne Motorrad (wie ich auch, obwohl ich sehr selten fahre). Wir gehen gerne mal raus, aber dann gehts nicht auf Partys, sondern Billard, Kino, Essen gehen.... Er nimmt viel Rücksicht auf mich. Er ist so verständnisvoll. Ich würde sagen, ich habe den perfekten Mann gefunden! Es ist eine große Ausnahme... und ich habe großes großes Glück gehabt!

    Ich wünsche Euch beiden das ihr alles geregelt bekommt und es wieder einigermaßen so wird wie früher!

    Liebe Grüße

    Kristina
     
  4. hada1712

    hada1712 Kevin-Schantalle-Mama

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    hallo tina

    es heisst """in guten wie in schlechten tagen""". ja was ist zu tun.
    immer wieder versuchen ein gespräch anzufangen.
    zur einer eheberatung zu gehen, aber dazu gehören wiedermal zwei.

    es ist schwer aus der ferne einen guten rat zu geben. jeder kann richtig, jeder kann falsch sein.

    ist deinem mann bewusst wie er sich verhält, wie er dich kränkt?

    hab ihr vielleicht den richtigen zeitpunkt verpasst bei den ersten problem darüber zu reden und jetzt fällt es um so schwerer.

    ich hab auch ein vollmondgesicht und dan nicht zu knapp. bin von 50 auf 85 kg wegen dem cortison aufgelaufen, auch wenn ich immer göga schreibe, verheiratet sind wir nicht und doch schon über 25 jahre zusammen. 10 jahre mit meinen problemen, aber an eine trennung haben wir nie gedacht.

    es läuft gut in unserer beziehung. vielleicht hab ich auch nur so wahnsinnig viel glück gehabt und den richtigen erwischt. ein 6er im lotto ist nix dagegen.

    das einzige was mir jetzt einfält ist ihm einen brief zu schreiben und noch zusagen wenn er nicht mit dir reden möchte soller dir doch auch einen brief schreben, wenn dann weder das eine noch das andre tut? so schwer wie es dann ist, du weisst dann bestimmt was du davon zu halten hast.

    liebe grüße, hannelore
     
  5. anurju

    anurju anurju

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    Wellengang der Beziehungen - aktuell wohl im Tal...

    Liebe Tina,

    du hast das alles so treffend beschrieben und die Einflussfaktoren der aktuellen Probleme ja selber erkannt.
    - Da ist die Veränderung in deinem Körper und Wesen, die du selber wahrnimmst und unter der auch du leidest.
    - Schlimm ist das Gefühl, dass er sein Leben/Feiern auch ohne dich weiter aufrecht erhält.
    - Der Druck, ihm gefallen zu wollen - aber aktuell nicht zu können - vielleicht auch mit der Angst verbunden, dass er sich anders orientieren könnte...
    - Die Angst vor der Zukunft - ist die Beziehung unter den Bedingungen noch tragfähig und was wäre - wenn nicht - mit den Kindern?...
    - Und: aktuell von mir auch sehr stark empfunden: das Gefühl des Alleinseins bezüglich der schlimmen Probleme und Ängste, die so eine Erkrankung verursachen!!

    Brunhilde hat die andere Seite der Medaille grandios erklärt und beschrieben. Wir können vermutlich wirklich kaum nachvollziehen (genauso wie die Nichtbetroffenen unsere Erkrankung), was jemand fühlt, wenn sich so eine Lawine (Krankheit) über die Partnerschaft ergießt. Da wird sich "nicht wahrhaben wollen" "aus dem Dilemma fliehen" "nicht wissen, wie man sich verhalten soll" "der alten Zeit nachtrauern" die Waage halten.
    Und aktuell macht dein Mann einen großen Fehler: er redet nicht über seine Gefühle. Das ist natürlich auch schwer, weil er wohl kaum offen sagen könnte, was ihn bewegt - vielleicht weiß er es selber nicht so genau... Aber mir sieht das im Moment alles sehr nach "Flucht" aus. Ihn überfordert die Situation, er ist sicher hilflos - aber als erwachsener Mensch leider auch ziemlich "kaltherzig" (vermutlich unbewusst) und ich bin mir nicht sicher, ob er weiß, wie sich das für dich anfühlt.

    Daher finde ich die Idee mit dem Brief super. Das habe ich auch schon mal gemacht, wenn ich etwas unbedingt loswerden wollte.

    Ich glaube nicht, dass du zu vorschnell alles in Frage stellen solltest. Das ist eine echt harte Probe, vor die eure Beziehung gestellt wird. Aber vielleicht reift sie auch gerade daran....
    Paartherapie wird er - wenn ich zwischen den Zeilen lese - wohl eher ablehnen. Aber gäbe es einen Menschen in eurem Umfeld, der vermitteln und ihm mal "so nebenbei" die Augen für deine Situation öffenen könnte? Oder wäre ein gemeinsamer Artzttermin eine Lösung, bei dem der Rheumadoc (dem du ja wohl sehr vertraust) mal Fakten erklärt und ihm die Augen öffnet?

    Ich habe für mich erkannt, dass mein Mann mit der vollen Tragweite meiner Probleme oft auch überfordert ist. Vermutlich werde ich da mein weiteres Umfeld eher belasten können als ihn. Das ist nicht schön - aber ich glaube, dass er schon genug leidet - unter seiner Hilflosigkeit, den Veränderungen unseres Lebens...
    Trotzdem kann die Lösung nicht sein, immer die Starke zu spielen und nicht mehr ehrlich zu sein. Dann geht der Schuss nach hinten los und es geht uns auf Dauer nur noch schlechter.

    Wichtig scheint zu sein, ganz klare Fakten zu vermitteln. Ich erwarte von dir.... Mein Gefühl ist... So oft habe ich schon gemerkt, dass der 7. Sinn anscheinend überall eher bei der Frau zu finden ist - die Herren "ahnen" nicht, wie es einem geht, man muss sie mit der Nase draufstupsen.

    Es ist super, wenn einige hier die absoluten Musterbeispiele an Verständnis und Belastbarkeit erwischt haben - aber das ist vermutlich wirklich die Seltenheit. Schon erst recht, wenn man sich unter ganz anderen Bedingungen kennengelernt hat.

    Auf jeden Fall ist es gut, dass du dich hier ausgesprochen bzw. -geschrieben hast. Ich glaube, diese Erfahrung ist typisch für chronisch Kranke. Vermutlich dauert es Jahre, bis wir und unser Umfeld kapiert haben, dass es so wie früher wohl nicht mehr wird und wir uns der Situation anpassen müssen, um neues Glück zu definieren und zu finden.

    Ich drücke dir irre feste die Daumen, dass ihr den richtigen Weg findet und dass dein Männe aus der "Ekelhaltung" ganz schnell wieder rauskommen.
    Sprich ihn ganz offen auf die Aspekte "Flucht" und "Verleugnen der Fakten" an - mal sehen, ob er dann aus der Reserve zu locken ist.

    Alle Kraft der Welt für die ganze besch... Situation wünscht dir von Herzen
    anruju
     
    #5 21. Juni 2011
    Zuletzt bearbeitet: 21. Juni 2011
  6. Katjes

    Katjes Bekanntes Mitglied

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    hallo tina,
    mein partner und ich haben so eine zeit des nicht verstehens auch erlebt.wir haben damals eine paartherapie gemacht.
    es war und ist arbeit, die liebe im alltag aufrecht zuerhalten .
    ich kann dir nur dazu raten euch hilfe zu suchen......................einfach um herauszufinden wo ihr steht........................und ob es noch hoffnung gibt.
    wünsch dir viel kraft
    katjes
     
  7. Möhre

    Möhre Neues Mitglied

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    gibt euch zeit

    liebe tina,
    als ich deinen artikel gelesen habe,habe ich gedacht du redest von mir und meinem mann:rolleyes:
    auch ich habe diese zeit hinter mir und ich dachte oft an trennung weil es mir so verdammt weh getan hat diese lieblose arroganz usw.als ich nicht mehr konnte(natürlich mitten im schub)hatte ich das "glück"stationär in der rheumaklinik zu liegen und dort war ein psychologe dem ich mein herz ausschütten konnte das ich angst um meine ehe habe usw.ich erklärte ihm das verhalten meines ehemannes und er sagte mir auf den kopf zu das mein mann seine reaktionen einfach angst ist und er deswegen nicht mehr mit mir redet,mich ignoriert und kein liebes wort mehr für mich hatte.auch ich war vor und manchmal in der krankheit eine absolute powerfrau.deswegen haben unsere partner es doppelt so schwer auf uns einzugehen.mein tipp vielleicht auch für dich anwendbar, versuche ihn an deine krankheit teilzuhaben nehme ihn mit zu deinen anwendungen nehme ihn mit zu deinem arzt bitte um seine hilfe beim zusammenstellen deiner medis .lobe ihn wenn er etwas für dich erledigt hat sage du ihm liebe worte usw.ich weiss es klingt schwer weil eigentlich möchtes du ja eine schulter zum ausweinen,bei mir hat es geholfen ich habe es doppelt zurück bekommen.achja und ich habe ihn einfach im sportstudio angemeldet damit er seinen frust oder einfach mal was für sich tuen kann.
    ui hab ich viell geschrieben,aber egal ich hoffe ich konnte helfen:)

    ich wünsch dir viel kraft und fühl dich gedrückt.
     
  8. roco

    roco Guest

    liebe tina...

    diese aussage hat mich doch sehr getroffen. erst recht, nachdem ich deinen beitrag dazu gelesen habe. nun brüte ich schon 2 stunden über einer antwort für dich. und ich weiss immer noch nicht, ob ich die richtigen worte finde. ich will dich nicht verletzen.

    das was gerade bei dir passiert, hat nur sehr wenig mit der krankheit an sich zu tun. das passiert millionenfach und täglich in fast allen familien. wenn man ein paar jahre zusammenlebt und irgendwann (sorry) die partnerschaft als selbstverständlich ansieht.

    dazu gebe ich dir mal einen spruch: die liebe zu kennen ist der schönste moment auf der welt. die liebe zu leben ein genuss. die liebe zu halten eine aufgabe für´s leben.

    wie wahr dieser spruch ist, darf ich erst seit knapp 5 jahren erleben mit mum fast 44 jahren. 2 ehen sind gescheitert und ich denke heute, das es nicht an meiner krankheit lag.

    zum einen. ihr habt 2 kleine kinder, die euer bisheriges leben auf den kopf stellen. ihr fühlt euch (und seit es ja auch) wie mama und papa... aber nur das zu leben ist gift für die liebe. ihr müsst auch mann und frau sein, geliebte und geliebter. und das ist tägliche arbeit, die irgendwann keine mehr ist, sondern etwas wunderschönes.

    wir zum beispiel. morgens umarme ich meinen mann, gebe ihm einen kuss und wünsche ihm einen schönen tag. und wenn er das haus verlääst, winke ich ihm vom fenster aus nach. (wenn ich nicht mit ihm gehe, weil wir in der selben firma arbeiten). aber auch da arbeiten wir mindesten 10m auseinander und er bekommt trotzdem seine verabschiedung.

    auf arbei, wenn wir uns über den weg laufen, gibt es eine leichte berührung, wenn wir uns sehen, ein gespitztes kussmündchen... ein lächeln. auf arbeit werden wir bewundert und belächelt, aber wir verstecken eben unsere zuneigung nicht.

    zu hause umarmen wir uns auch ab und an (aber täglich), sagen uns, das wir uns lieb haben, küssen... wenn "er" an der waschmaschine steht, um die wäsche aufzuhängen umschlinge ich ihn, lege meinen kopf an seinen rücken und sage ihm, wie sehr ich ihn liebe.
    umgekehrt findet er auch immer wieder situationen, mich so zu umarmen.

    wichtig ist, diese nähe, die die liebe nun mal braucht, den ganzen tag zu suchen, nicht nur im bett, wenn es denn zur sachen gehen soll. nähe mit sex zhu verbinden bringt nur frust.

    und ein streicheln, eine umarmung und ein liebes wort hat jeder gern.

    auch gespräche über dein/sein befinden sind wichtig. ohne vorwürfe und in der ich-form. "ich fühle mich allein gelassen", ich fühle mich nicht mehr geliebt" usw...

    streit nicht auf deibel komm raus bis zu ner (erzwungenen) lösung führen... auch mal vertagen. nie mit bestrafungen reagieren (übersehen des partners, nicht antworten).

    und vor allem auch mal fünfe grade sein lassen, die kinder abgeben und ein wochenende wie früher verbringen. den wäscheberg ignorieren, einkaufen? wozu? toast und marmelade reichen für dieses wochenende (ohne kinder).

    nicht 3m auseinander auf der couch sitzen und den selben krimi schauen. das kann man auch arm in arm mit einem glas wein. oder couch ausklappen, bettzeug drauf und gemeinsam im bett fern schauen...

    es gibt so viele möglichkeiten.

    und wenn du akzeptieren kannst, das er zeit "draußen" braucht und du sie ihm auch lässt, dann kann er auch akzeptieren, das du so oft nicht mitkannst. um so mehr freut er sich, wenn es dann doch mal klappt. und vielleicht nach möglichkeiten suchen, doch noch mit ihm rauszukönnen. (ein rollstuhl?) oder feiern, wo auch ein couch/bett/liege steht, auf der du dabei und doch ruhen kannst?

    sucht zusammen nach möglichkeiten und baut eure nähe wieder auf. das wäre mein rat an dich...

    viel glück;)

    ps: 54kg sind natürlich deeeeer hammer, wenn man vorher 48kg hatte und 2 kinder geboren... *zwinker*

    ich nehme mal an, das du keine 1,20m groß bist. also an deinem "gewicht" liegts garantiert nicht...
     
    #8 21. Juni 2011
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 21. Juni 2011
  9. Mimimami

    Mimimami Immer ein (B)Engel

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    Hallo Tina,

    so wie es dir geht, so geht es mir auch. Seit über eine Woche reden wir kein Wort mehr miteinander. Aber auch nur, weil mein Mann es schafft, innerhalb von 6 Wochen 4x beleidigt zu sein, ohne dass ich wirklich weiss warum.

    Tröstende Worte oder mal eine Umarmung - Fehlanzeige - mal zuhören, wenn es mir schlecht geht - Fehlanzeige-

    Letzten Sonntag kam mal wieder die üblichen Sprüche. Da ich Freitag und Samstags immer doppelschicht arbeite (so 14 Std.) bin ich Sonntags immer im Allerwertesten. Und wenn dann noch so mieses feuchte Wetter wie zur Zeit ist, dann laufe ich wie eine 95 jährige. Sein Kommentar: Lass dich nicht so gehen.

    Aber dass ich Sonntags all das aufschaffen muss, was ich über der Arbeitswoche nicht hinbekomme, interessiert nicht. Er schafft ja auch, aber am WE tut er gar nichts, und im Haushalt sowieso nie.

    Normalerweise geht er Angeln. Samstags/ Sonntags / Feiertags.

    Da wir nur ein Auto haben, (ich fahr mit dem Fahrrad zum schaffen) komme ich eigentlich nie irgendwo hin. Und Geldmäßig geht sowieso nichts. Und wenn ich mal keine Lust (oder auch öfters) auf Sex habe, dann ist er beleidigt. Nach meinem Schlaganfall im März bin ich nach einer Woche heim. Oh Prima, mein Gatte hatte Urlaub. Und was hat er gemacht, geangelt, jeden Tag, von morgens bis abends. Und ich war daheim, und hab die Woche vom Krankenhaus aufgeschafft, da sich die Wäsche (3 Männer) gestapelt hat.

    Ich überlege, so wie du, ob eine Trennung nicht besser ist. Aber irgendwie denke ich, dass kann es nach 16 Jahren Ehe nicht sein. Ich gebe zu, mein Mann muss viel schaffen, er braucht seine Pausen. Aber ich nicht auch????

    Nur wünsche ich mir wirklich mal einen Moment, wo ich eine Schulter zum Anlehnen finde, wo ich mich wirklich gehen lassen kann. Aber die hab ich wie du auch nicht.

     
  10. josie16

    josie16 PsA

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    Hallo Mimimami!
    Es tut mir leid, daß ich das sagen muß, aber dein Mann kann das nur machen, weil Du es zuläßt, bei euch im "kleinen" und im "großen" sieht es dann so aus, daß Schläge alltäglich sind.
    Daß Du nach dem Schlaganfall und 1Woche KH-Aufenthalt zu Hause gleich wieder loslegst und dein Ehemann zum Angeln fährt, da fällt mir ehrlich gesagt nichts mehr ein, sowohl, weil Du gleich wieder loslegst, als auch deswegen, weil dein Mann nichts besseres zu tun hat, als zum Angeln zu gehen, anstatt dich im Haushalt zu unterstützen.
    viel arbeiten muß mein Mann auch, er kommt auch oft erst nach 20Uhr nach Hause und geht morgens um 8Uhr, aber das wäre für ihn undenkbar.
    Natürlich sind 16 Jahre Ehe eine lange Zeit, aber es wird für dich nur besser werden, wenn ihr beide etwas an eurem Verhalten ändert.
    Du mußt aufwachen und auch deine Belange auf den Tisch legen, natürlich stehen dir genauso Pausen zu, wie jedem anderen und eine Untersützung im HH ist m.M nach selbstverständlich, wenn beide arbeiten, vorallem dann, wenn einer der beiden auch noch krank ist!!!!!!!!!!!!
    Daß dein Mann sein Verhalten ändern sollte, steht außer Frage, der Punkt ist nur, daß vermutlich seit 16 Jahren, sich das Verhalten nicht geändert hat, ohne professionelle Hilfe wird das nicht funktionieren.
    Wenn deinem Mann etwas an eurer Ehe liegt, wird er mit dir den Weg einer Paartherapie gehen.
    Wenn nicht, bleiben dir nur 2 Möglichkeiten-Trennung oder es läuft so weiter, wie bisher.
     
  11. saurier

    saurier Bekanntes Mitglied

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    @hallo

    es ist schwer: wie soll man raten oder abraten? welcher tipp ist gut und welcher nicht?

    ich denke, das wir alle irgendwo selbst im verborgenen so unsere problemchen haben. ich bin eher davon überzeugt es gibt keine beziehung die 1000% gerade läuft!

    nur, ich denke man muss schaun: wie gestalte ich sie?
    kann ich ausweichen, kann ich mal ich sein, kann mein partner mal für sich sein, können wir über vieles reden, was hindert ihn am reden, was hindert mich. so viele dinge, die das leben gestalten.

    für keinen ist es einfach mit einer krankheit zu leben! das steht fest, egal wie lange, egal was! und auch wann ich sie erworben habe, spielt dabei keine rolle!

    entscheidend ist: wie gehen wir gemeinsam damit um?

    vor 26 jahren, war das knie schon im eimer-aber was konnte ich rotieren? ohne ende! und zack bum aus! schock für beide seiten! ich war fertig und mein mann konnte es nicht fassen.

    aber: wir reden. wir überlegen gemeinsam was machen wir. ich bin nicht immer eins mit ihm und er auch nicht mit mir. und warum auch? eine beziehung die nicht hinterfragt wird? kann sich zum schweigenden monster erheben!

    sprecht mit euren partner, sagt was euch gut tut, sagt was ihr möchtet oder euch zu viel ist. übertriebene fürsorge gefällt niemanden. man fühlt sich zurückgesetzt! man möchte doch noch was tun und nicht nur derjenige sein, der nichts machen kann.

    und es stimmt, der betroffenen ehegatte fühlt sich überrumpelt, kann mit der situation nicht umgehn. aus übertriebener fürsorge kann schnell langeweile werden, weil es keinem mehr gefällt, abstumpft und nur noch funktioniert.

    sagt aber auch, wenn ihr was nicht könnt, sagt wenn was weh tut, sagt es geht nicht gut, sagt ihr benötigt heut ruhe und sagt auch wenn ihr bedürfnisse habt. ich möchte kuscheln oder mal essen gehn-einfache dinge. ohne zu reden? wie soll der andere wissen?

    für die die sich absondern, die wissen in der tat nicht, was sie nun tun sollen. wie solln sie helfen? aus scham fragen sie nicht, weil frau ja denkt auch der mann könnte mal was sagen.

    macht euch jeder mal ein zettel: was ist positiv an meiner beziehung und was negativ-setzt euch zueinander, bei einem glas wein, was es ist, egal. redet über eure beziehung wenn ihr was retten wollt!

    ihr habt bestimmt viele gemeinsamkeiten nur aus dem ehetrott oder lebenstrott wurde alles viel zu selbstverständlich.

    hada,
    genau so ist es "in guten wie in schlechten zeiten". gute hatte ich genug nun kommen die schlechten.

    ich weiss das mein mann auch wünsche hat, die ich ihm nicht erfüllen kann. das wie und warum muss ich beiseite lassen. nur, wir finden immer wieder ein weg, gemeinsam etwas zu erreichen: egal wo-ob in der liebe oder zu hause in der beziehung.

    kinder dürfen durch aus mitbekommen, das eine ehe kein wunschpaket ist! wie sollen sie später damit umgehn? sie sollen lernen, dass man sich gegenseitig achtet und respektiert, keiner die hosen an hat und gemeinsam was schafft.

    ich wünsch denen die so zweifeln, ich habe es auch schon! nur wir haben durch unser tun und unseren umgang miteinander, gelernt das zu bewältigen.

    wir klammern nicht und können unsere bedürfnisse erleben. was will ich mehr?

    sauri, die von euren berichten tief berührt ist
     
    #11 22. Juni 2011
    Zuletzt bearbeitet: 22. Juni 2011
  12. tina71

    tina71 Neues Mitglied

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    Danke,

    ihr seid alle so lieb und es tut gut, so viele mitfühlende und auch "kopfrechtrückende" Worte zu lesen....
    das mit dem Angeln... so was würde meiner auch bringen und sich nichts dabei denken. Wenn ich dazu etwas sagen würde, käme er sich dominiert vor. Mir ist klar, dass mein Mann ( ohne, dass wir verheiratet sind ), ein ziemlich unreifer "Junge" ist. Wir haben schon oft geredet, was schief läuft und was wir uns jeweils anders vorstellen. Er fühlt sich wenig respektiert und empfindet mich als dominant. Ich finde, er ist rücksichtslos und unsensibel. Da meine Große nicht sein Kind ist, kommt es hier auch öfter zu Reibereien, weil er - ohne Absicht - sehr verletzend sein kann. Natürlich bremse ich ihn dann... und er wird frustriert.
    Paartherapie will er nicht... und er findet, ich soll gelassener werden.
    Als wir uns kennenlernten, war er ziemlich "wild"... viel Party, viel Alkohol, lockeres Leben....für ihn ist es fast unfassbar, "so lange" eine Beziehung zu haben. Die Geburt unserer Tochter hat natürlich viel verändert... vorher war ich die Powerfrau mit eigenem Leben, Freunden, habe gut verdient usw. Jetzt bin ich krank, habe zwei Kiddies und bin ständig erschöpft. Er möchte etwas unternehmen und ich sage "nein". Aber eigentlich stört mich nur, dass er mich nicht wahrnimmt,kein Blitzen mehr in den Augen, kein nettes Wort... mal streicht er mir über den Kopf oder die Schulter, wie bei einem Hund !
    Nun hatten wir heute auch ein langes Gespräch... nach einem langen Arbeitstag. Eigentlich wollte er "mal eine Zeit ausziehen"... aber nach vielen Hin und Hers und Hickhack haben wir hoffentlich einige Dinge geradegerückt. Ob es hilft... abwarten. Mit mir ist es im Moment bestimmt auch nicht leicht. Mein Selbstbewußtsein ist auf einer Skala von 1-10 vielleicht bei 0,5....und von einem ausgewachsenen, gesunden Mann erwarte ich eigentlich auch eine Reife, der mir auch wenn ich es mal nicht "verdient" habe ( eigentlich gerade dann !! ) mal eine starke Schulter bietet.
    Mannomann, ich könnte noch so viel schreiben.... danke euch erstmal, ich fühl mich momentan ziemlich groggy und müde... den Glückpilzen unter uns wünsche ich, dass es so bleibt, den anderen, dass es schöner wird, einfacher. Ist ja alles anstrengend genug, da möchte ich zu Hause gern Frieden und Ruhe :)
    Ganz liebe Grüße an euch alle, danke für die Tips und lieben Worte -
    Tina
     
  13. Estelle

    Estelle Neues Mitglied

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    Hi Tina

    Männer sind genauso schwach wie Frauen, innerlich meine ich. Deinem Mann ist das einfach zu viel. Er kommt damit nicht klar. Es geht nicht anders, Du musst Deine Krankheit selbst aushalten und ihn schonen, als wärst Du Alleinerziehende. Meine Mutter hat auch 7 Kiddies großgezogen und mein äußerlich bäriger Vater war ganz einfach nicht imstande, nach der Arbeit noch irgendetwas Vernünftiges zu tun. Er war müde und wollte Freizeit. Sonst wär der kaputtgegangen. Ist leider so. Ich sehe es jetzt auch an meinem Neffen, der ihm sehr ähnlich ist, auch er ist innerlich in Wirklichkeit sehr sensibel, auch wenn er äußerlich stark wirkt und ihn scheinbar nichts umhaut. Er nimmt das alles auf und weiß nicht, wie damit umgehen. Deshalb schaue ich, dass er von meinen Schmerzen möglichst wenig mitkriegt. Ich weiß genau, dass ihn das sonst ausbrennen würde mit der Zeit, weil er es nicht verarbeiten kann in seinem männlichen Ich-bin-immer-stark-Ego.
     
  14. anurju

    anurju anurju

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    Liebe Tina - 1000 Grüße und gaaanz viel Kraft !!

    das klingt doch schon einmal richtig gut, dass ihr geredet und viel geklärt habt.
    Ich glaube, Estelle hat da einen wichtigen Punkt genannt:
    Letztlich ist man mit so einer Erkrankung in vielen Situationen allein; nachfühlen kann kaum einer, was wir durchmachen, für Ärzte und Therapeuten ist man manchmal nur ein Fall, man erleidet und durchlebt alleine im eigenen Körper die ganzen Schmerzen und auch die Seelenqualen. Abnehmen kann das keiner - erleichtern wenige und leider manchmal eben nicht die, von denen man es sich am meisten wünscht.
    Aber sicher hast du durch dieses Gepräch (von dem noch viele folgen müssen) den Grundstein für mehr Verständnis gelegt.
    Auch wenn du dein Selbstbewusstsein aktuell so niedrig einstufst: Ich bin mir gaaanzzz sicher, dass du eine unglaublich starke Frau bist, die zur Not auch ihren Weg wieder alleine mit den kids schaffen würde. Wünscht man sich natürlich nicht, aber sollte sich langfristig keine bessere Stimmung einstellen, so würdest du das bestimmt hinbekommen...
    In einem der Beiträge kam mir eine Sache sehr bekannt vor. Es ist zwar unmenschlich, vom Leidenden zu erwarten, positive Signale zu senden. Ich merke aber auch, dass die kleinen Gesten der Liebe oft von mir ausgehen müssen und dann kommt auch viel mehr zurück. Wie bei kleinen Kindern - blöd, aber scheinbar sind wir wirklich die Impulsgeber in einer Beziehung.
    Und das Einbeziehen in die Krankheit ist ebenfalls ein wichtiger Hinweis - werde ich auch mal mehr beherzigen. Vielleicht werden die Männer dadurch doch sicherer und können besser mit diesem Schreckgespenst Krankheit umgehen.

    Ich wünsche dir soooooo sehr, dass die Sonne bald inwendig und von außen wieder viel mehr scheint ! :)

    Allerherzlichste Grüße von anurju
     
  15. Marly

    Marly Bekanntes Mitglied

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    Hallo Tina,

    an einer Beziehung muss man immer arbeiten, sonst funktioniert das nicht und von alleine ändern tut sich schon mal gar nichts.

    Als mein Mann und ich so eine Krise hatten, haben wir uns Hilfe geholt. Aber auch meine Therapie, die ich alleine machen, hilft uns unheimlich gut.
    Die Änderung meines Verhaltens und meiner Anschauung bewirkt eine Veränderung bei uns beiden.
    Ich kann dir nur empfehlen, Hilfe zu suchen, z. B. bei Pro Familia. Du kannst auch erstmal alleine hingehen, wenn er nicht möchte.

    Die ganze Sache einfach aussitzen oder sich trennen, ändert an der Beziehung rein gar nichts und das sollte wirklich erst der allerletzte Weg sein, wenn nach einer Therapie nichts passiert.

    Dass er Angst um dich hat, kann gut sein. Meinem Mann tut es immer so leid, wenn es mir und meiner Tochter schlecht geht und er fühlt sich hilflos.
    Mit kleinen Aufgaben, wie für mich Erledigungen machen oder die Bude feudeln, fühlt er sich nicht so hilflos und kann uns wirklich was Gutes tun.

    Es war anfangs schwer für mich, ihn immer um Hilfe zu bitten und viel Freiraum für mich zu schaffen, damit ich Kraft tanken kann. Denn als Mutter muss man ja immer funktionieren und darf sich nicht so wichtig nehmen (habe ich so gelernt), seit ich das abgelegt habe, geht es uns allen viel besser. Vor allem, seit mich mein schlechtes Gewissen nicht mehr plagt.

    Alles Gute wünsche ich euch
     
  16. icila

    icila Neues Mitglied

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    Hi, gut dass ihr ausführlich miteinander geredet habt.
    Denke was Marly geschrieben hat ist richtig, du musst ihn miteinbeziehen, zwar nicht ständig, aber du musst einfach auch was abgeben. Ich habe 3 Kinder und musste sogar, 3 Monate nach der Geburt vom Jüngsten, ins Krankenhaus, weil ich gar nichts mehr hinbekommen habe. Ich hatte natürlich Zweifel ob mein Mann das alles alleine hinbekommt, aber es hat super geklappt. Klar war es nach meinen Maßstäben nicht sauber und ordentlich - aber da musste ich auch lernen Abstriche zu machen ;)

    Ich stimme nicht mit Estelle überein, dass du deinen Mann schonen musst und alles alleine hinbekommen sollst. Klar musst du für dich erstmal damit klar kommen, dass du krank bist, aber friss nicht alles in dich hinein - eben wie schon so viele geschrieben haben "Wie in guten, ..." ;)

    Wahrscheinlich wäre es für dich, bzw euch wirklich wichtig mal etwas nur für euch zu machen. Vielleicht kannst du dir mal ne Auszeit nehmen, schön essen, oder in die Sauna gehen o.ä. alleine oder auch mit deinem Mann? Versuch mal ein wenig Kraft zu tanken und sei deinem Mann nicht böse, dass er trotzdem mal gerne rausgeht, solange es im Rahmen bleibt. Klar muss man sich in einer Partnerschaft anpassen, aber man sollte auch nicht alles über Bord schmeißen.
     
  17. tina71

    tina71 Neues Mitglied

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    hallo,

    es ist so interessant, lieb und auch aufbauend, so viele ( auch unterschiedliche ) Meinungen zu lesen. Ich bin ja nicht mehr in dem Alter, in dem "Frau" an den Mann auf dem weißen Pferd träumt... und ich mache eine Menge Zugeständnisse. Mein Liebster hatte immer eine superlange Leine, basierend auf viel Vertrauen. Leider hat er sich dann, als unsrer Süße noch kein Jahr alt war, in eine hübsche willige Kollegin verguckt.... ich bekam es auch nur mit, weil er so leidend war und unsere Beziehung zur Katastrophe wurde. Wie viele Männer gehört er auch zur Katergorie "lieber aussitzen als reden"... aber wir haben - eineinhalb Jahre her - irgendwie die Kurve gekriegt. Es wurde und wird nur nicht mehr so, wie zur Zeit davor. Mein Vertrauen und Respekt ihm gegenüber sind angeknackst - und ja, er hat einiges umgestellt. Statt dreimal die Woche geht er nur noch alle ein bis zwei Wochen aus, dann aber richtig. Zugegebenermaßen möchte er auch am Wochenende gern immer etwas Gemeinsames ( Strand, Wald usw. ) unternehmen, aber ich bin oft zu kraftlos und habe keine Lust. Ich werde ja auch gerade neu eingestellt mit Medis und ich weiß, dass das für den Partner alles nicht so leicht ist, ich reiße mich sehr zusammen, aber ich bin nicht Wonderwomen !
    Schonen und Dinge von ihm komplett fernhalten werde ich auf keinen Fall... ich bin der Meinung, dass Männer emotional ( wenn man es so sagen will ) schwächer sind als wir Frauen, vielleicht auch von Haus aus egoistischer ( es gibt Ausnahmen ;)), aber ich möchte einen starken Partner an meiner Seite - und sonst lieber keinen, ein drittes Kind brauche ich so sehr, wie ein Loch im Kopf !! Es sind Dinge, die man lernen muss, sich weiterzuentwickeln, ich auch.
    Durch den ganzen Kummer und Streit ist mir erstmal aufgefallen, wieviel Wut eigentlich in mir steckt, die ich auch übertrage... Wut darauf, dass ich krank bin und überhaupt nicht einschätzen kann, wie es weitergeht, beruflich, Kräftemäßig usw. Damit tue ich ihm natürlich auch Unrecht, wenn ich bei jeder Sache gleich auf 180 bin... ( Cortison !!! ). Das muss ich lernen. Wenn er auch bereit ist und ich mal wieder ein Leuchten in seinen hübschen Augen sehe... haben wir vielleicht eine Chance.
    Es tut jedenfalls gut, hier mal seinen Frust und Verzweiflung zu teilen - und so lieb einbringend und gedankenreich aufgenfangen zu werden. Danke !
    Liebe Grüße, Tina :)
     
  18. wautzi008

    wautzi008 Neues Mitglied

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    Hallo Tina,

    gebe deinem Mann deinen geposteten Beitrag zum lesen und er wird verstehen.
    Sollte er nicht: ist es eh zu spät.

    Lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende.

    Das Sprichwort zählt auch für eure Kinder, oder meist du die bekommen nichts mit und fühlen sich so wohl?
     
  19. Estelle

    Estelle Neues Mitglied

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    Hi Tina

    Ich finde es gut, dass Du auch mögliche Fehler bei Dir suchst. So eine Beziehung ist ja meist viel komplizierter und lässt sich nicht in ein einfaches Posting quetschen. Deshalb fallen hier die Antworten auch unterschiedlich aus, denn was wissen wir schon. Es ist alles nur Spekulation bei uns. Allein Du weißt, was in Deiner Beziehung nicht in Ordnung ist. Deine Sätze zeigen, dass Du gut in der Lage bist, reflektiert über Dich und Deinen Mann nachzudenken und abzuwägen. Du brauchst unsere Spekulationen nicht. Es geht schließlich um Dein Leben. Also höre lieber nicht auf uns virtuellen Freunde, die Dein Leben nicht wirklich beurteilen können. :)

    Eine meiner E-Mail-Freundinnen z. B. ist sehr lustig: Wenn ich etwas Negatives erzähle über jemanden, dann kommen lauter Kreisch, grr und schuft-Zeichen. Und wenn ich etwas Gutes erzähle, dann ist derselbe Mensch auf einmal süüüüß, allerliebst und einfach toll. Da wurde mir bewusst, dass es nur eine Reaktion auf mich ist und nichts mit dieser Person, über die ich schrieb, zu tun hat. :p
     
  20. Katjes

    Katjes Bekanntes Mitglied

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    liebe tina,
    das auseinandersetzen mit der krankheit ...................das ist ein längerer prozess und auch abhängig von der stärke deiner erkrankung und deinen einschränkungen.
    ich meine aus deinen postings herauszulesen,das du am "schwimmen" bist.
    nur ist dein partner wohl nicht der typ der dir den rettungsring zu schmeißt (da sind sehr sehr viele männer mit übervordert) aber vielleicht schaffst du es ihn mit ins wasser zu nehmen und ihr reicht euch dann die handtücher. ich hoffe du verstehst was ich damit meine.
    beziehe ihn ein...............viele sehen es gegen sich, wenn man nicht mehr so viel miteinander unternehmen kann und mag.
    glaube mir,wenn du es gelernt hast die krankheit anzunehmen und zu akzeptieren.......................dann magst du dich auch wieder........................... und dann kommt auch das blitzen in seinen augen wieder:)
    es ist sehr schwer für den partner die änderungen zu akzeptieren und hinzunehmen , du als betroffene hast doch auch probleme damit.
    das zauberwort ist reden ,reden und nochmal reden. nur so kann er dich verstehen und du ihn.
    liebe grüße
    katjes