Finde die Diskussion recht interessant.
Ich gehöre zu den "Verweigerern".
Habe die Basistherapie selbstständig aufgegeben.
Habe davor schon die Biologica abgelehnt, die mir als einzige Mittel im KH von den Ärzten angepriesen wurde.
Ich gehe seitdem - im Juni sind es zwei Jahre - nicht mehr zur Rheumatologin.
Habe Kontakt zu meiner Dermatologin (spezialisiert auf Lupus, Vaskulitis usw.) und im KH - Fachabteilung - tätig.
Würde nicht lügen. Meine Dermatologin weiß, dass ich jemand bin, der nicht einfach etwas schluckt.
Wir haben lang über Biologica diskutiert... sie weiß auch, dass ich die Basis aufgegeben, und mit 5mg Cortison und manchmal einen Stoss recht gut über die Runden komme. Sie respektiert meine Entscheidung.
Ich denke tatsächlich - und das sage ich aus meiner Erfahrung mit Ärzten - dass Patienten in den meisten Fällen Medikamente nicht nehmen, weil sie nicht ausreichend aufgeklärt sind. Wenn meine Ärzte das nicht machen, gehe ich zu meiner alten Apothekerin. Die macht sich die Mühe und klärt im im Detail auf, auch zu Neben- und Wechselwirkungen. Zusätzlich war ein junger Apotheker in meiner großen Apotheke bei der Herstellung der neuen Ciclosporin-Tabletten tätig, und hat mir ganz viele interessante Hintergründe erklärt... Ich gebe zu: ich habe studiert und bin selbst in ganz anderen Bereich in der Forschung. D.h. für mich ist einfach ein "wissenschaftlicher Ansatz" ein muss.
In meinem großen Wohnhaus wohnt eine Polin, allein erziehend, sie putzt den ganzen Tag, wir sind befreundet. Vom Arzt bekam sie Antibiotikum. Sie hatte Magenschmerzen. Der Beipackzettel zu schwer zum lesen... Sie meinte, sie könne davon doch nur die Hälfte nehmen. Ich habe in 3 Minuten erklärt (so laienhaft, wie ich es eben kann), was ein Antibiotikum ist, wie es wirkt, und sie selbst sagte mir dann: oh, dann ist es wichtig, dass ich die Tablette ganz nehme, und zur richtigen Uhrzeit, gell? Und schließlich bat sie mich noch zu lesen, ob sie dazu etwas essen könne. Die Magenschmerzen verschwanden... und das Bakterium auch.
Es braucht keine akademische Vorlesung um einen Patienten aufzuklären, wozu ein Medikament da ist, und es braucht meist nur 3 Minuten um die Wirkung für Otto Normalverbraucher zu erklären. Evtl. einen einfachen Zettel schreiben... und mitgeben? Mir wurde von meiner Rheumatologin nix zu Ciclosporin gesagt, nicht einmal wie ich es nehmen sollte, nur die Dosierungen. Fertig. Dass ich dazu z.B. kein Graipfruitsaft trinken sollte, kam nicht. Der Beipackzettel ist im übrigen ein Heft... sogar für mich zu lang (man will ja schließlich nicht alles lesen).
Ich schlucke nichts, wenn ich nicht aufgeklärt wurde. Es ist mein Leben, meine Gesundheit und ich erwarte von einem Arzt, dass er mir klar macht, warum ich dieses Medikament nehmen sollte. Entscheiden tue dann immer nur ich und niemand anderer...
Und ich denke, wenn man mal eine Kosten-Nutzen Rechung machen würde, würde es sich angesichts der verschwendeten Medis wohl lohnen, ein paar Minuten pro Person beim Arzt mehr zu berechnen....
Sind nur meine Gedanken,
Kati