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Medikamentenverweigerung

Dieses Thema im Forum "Sonstige Medikamente und Schmerztherapie" wurde erstellt von kaufnix, 8. September 2014.

  1. kaufnix

    kaufnix Mitglied

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  2. Nachtigall

    Nachtigall Aktives Mitglied

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    Ich habe besonders in den Jahren meiner ambulanten Pflegetätigkeit festgestellt, dass den älteren Menschen, die allein leben, die Medikamenteneinnahme, allein überlassen wird. Wir vom Pflegeteam haben dann die vielen Medis für die ganze Woche einsortiert, um sie dann in irgendwelchen Schubladen oder Döschen aufzufinden. Daraufhin haben wir uns darum gekümmert, dass wir ihnen die Medis täglich selber verabreichen.
    Nun sind aber in vielen Familien die alten Leute noch nicht pflegebedürftig und selber für die Medikamenteneinnahme verantwortlich. Z. B. meine Schwiegermutter. Meine Schwägerin hat sich die Arbeit gemacht und die Medis wochenweise einsortiert, bis sie dann feststellte, dass Schwiegermutter alle Tabletten halbiert und die Hälften, die sie für unnötig hielt, in eine Schublade geworfen hatte. Da ist es nicht Demenz oder Unfähigkeit, die Situation zu überblicken, sondern Sturheit, es besser als der Arzt zu wissen.
    Ich hatte mal eine Patientin zu versorgen, die neben der ärztlichen Behandlung sich auch von Heilpraktikern behandeln ließ, die die gesicherte Diagnose infrage stellen und anders therapierten. Daraufhin nahm sie die ärztlich verordneten Medikamente einfach nicht mehr, und ihren Hausarzt, der trotzdem immer kam, informierte sie aber absichtlich nicht darüber. Einer der Heilpraktiker verursachte durch seine Behandlung bei ihr ein Nierenversagen, und dann war die Schulmedizin wieder gut.

    Dann gibt es noch diese, die den Beipackzettel lesen und Angst haben, sich zu vergiften, deshalb fangen sie erst gar nicht an, solche Medis zu nehmen. Oder sie hören mit den Antibiotika oder sonstigen Medis zu früh auf, weil sie keine Schmerzen mehr haben. So wird es ja auch in dem Artikel beschrieben. Die Verleugnungsstrategie oder Depressionen werden als weitere Gründe beschrieben.

    Es wäre natürlich wunderbar, wenn alle Hausärzte mehr Zeit hätten, um bei der Verordnung mit dem Patienten über deren Befürchtungen der Nebenwirkungen sprechen. Aber viele Patienten sprechen nicht darüber. Und auch wenn Arzt oder Apotheker sich die Mühe machen und ausdrücklich darauf hinweisen, was passieren kann, wenn die Medis nicht wie verordnet eingenommen werden, gibt es trotzdem noch genügend Patienten, die sich sagen: "Das hilft ja doch nichts", und aus Uneinsichtigkeit die Einnahmevorschriften nicht beachten.
    Es ist wirklich schwierig. :(
     
  3. Majana

    Majana Neues Mitglied

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    Hallo,

    ich finde ein Patient sollte ruhig auch eine "gesicherte" Diagnose hinterfragen. Leider haben Ärzte oft einfach zuwenig Zeit für ein ausführliches Gespräch, denn der nächste Patient wartet schon. Ist auch meine Erfahrung. Also erkundigt man sich selbst und holt sich Informationen über das Internet.

    Es gibt einfach zu viele Fehldiagnosen und zu viele unnötig - verschriebene Medilkamente (ca 39 % !!) als dass man heute einfach alles ohne zu hinterfragen automatisch übernimmt was ärztlich verordnet wird.

    Unter anderem wird auch Antibiotika viel zu oft verschrieben.

    Mitdenken ist und bleibt der beste Schutz.

    http://www.rp-online.de/leben/gesundheit/news/wie-sie-ihren-arzt-von-fehldiagnosen-abhalten-aid-1.3978397


    LG Majana
     
  4. Gertrud

    Gertrud Aktives Mitglied

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    ... noch schwieriger wird es bei seronegativer RA - oder PSA, so wie ich es habe ....
    Und gerade, wenn es einem gut geht, zweifelt man, ob man die Medikamente wirklich braucht ... vergisst dabei schnell, dass es einem nur deshalb so gut geht, weil man eben gut eingestellt ist ... trotzdem, ein Zweifel bleibt .... :confused:
     
  5. Ni.Ka

    Ni.Ka Mitglied

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    Und neulich gab es mal genau einen gegenteiligen Bericht:
    Es werden zuviele Medis verschrieben und die ganzen Wechselwirkungen bringen auch einige 1000 Menschen jährlich ins Krankenhaus.
    Das liegt entweder an der schlechten Beratung oder halt, das nicht einkalkuliert wird, das Patient a) auch noch beim Spezielisten für die Y-Krankheit in Behandlung ist und daher noch andere Medikamente nehmen muss. Ich spekuliere da nicht mit, finde es aber Sünde, das soviel umsonst verschrieben wird, evtl. sogar in den Müll geworfen wird. Ich fühle mich bisher immer gut aufgehoben. Ich muss quasi bei jedem Arzt, bei dem ich neu überwiesen werde (das letzte Mal war es der Lungenfacharzt) einen Fragebogen ausfüllen, was für Medikamente ich nehme etc.

    Total sinnvoll, das gab es "früher" nie. Auch bei meiner ZÄ musste ich jetzt so einen Fragebogen ausfüllen, wo ich seit Jahren in Behandlung bin:top:. Die waren letztes Jahr etwas....genervt, weil ich nach dem Zahnziehen nicht damit herausgerückt bin, das ich MTX und Cortison nehme und das Zuheilen etwas verzögert wurde. Ihre Schmerztabletten hatte ich aber gleich abgelehnt...
     
  6. Lusella

    Lusella Mitglied

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    @Gertrud,

    Du schreibst mir aus der Seele. Ich habe auch PsA und meine Blutwerte sind rheumamäßig unauffällig. Deshalb nagt in mir immer öfter der Zweifel ob ich überhaupt Rheuma habe und diese Medikamente brauche.

    Ich hatte am 2. April einen Termin bei der Rheumatologin. Zum Glück kann ich mit ihr darüber reden. Sie sagte, Sie haben Rheuma. Man sieht es an den Röntgenbildern und beim Szintigramm. Außerdem ist es durch die Medikamente, Cortison und Leflunomid, besser geworden.

    Trotzdem bleibt bei mir eine Unsicherheit. Ich versuche aktuell, gegen den Rat der Rheumatologin, das Leflunomid zu reduzieren. Ich nahm bis vor drei Monaten 20 mg. Seit drei Monaten habe ich auf 15 mg reduziert. Leider bekam ich die Grippe und danach wieder einen Schub. Der ist allerdings am Abklingen. Ich versuche ganz langsam das Leflunomid zu reduzieren. Das mache ich wegen meiner schlechten Leberwerte. Ich hoffe, dass sie dadurch etwas sinken.

    Wie man sich dreht und wendet. Der Ar...ist immer hinten :cool:. Man weiß, das Medikament hilft. Auf der anderen Seite ist der Zweifel ob man nicht den Teufel mit Beelzebub austreibt?

    Im Endeffekt muss man es selbst verantworten und sich für einen Weg entscheiden. Ich habe für mich entschieden den Versuch zu wagen und ganz langsam zu reduzieren. Auch wenn ich dadurch einen heißen Ritt wage, laut der Rheumatologin. Aber der andere Weg ist auch nicht ohne...Deshalb versuche ich es zumindest.

    Ich wünsche euch schöne und schmerzfreie Ostertage,
    Lusella
     
  7. Heike68

    Heike68 Bekanntes Mitglied

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    Hallo Lusella, habe eine seronegative Spondartritis, am ehesten PSA und nehme 20 mg Leflu. Darunter hat Leflu (angeblich) bei PSA keine ausreichende Wirkung. Habe es, da alles super, trotzdem versucht (in Absprache mit dem Doc, versteht sich) und auf 10 mg reduziert. Resultat nach 12 Monaten: selbst auf den Handrücken entzündete Sehnen. Schade... jetzt also weiterhin 20 mg.
     
  8. Majana

    Majana Neues Mitglied

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    Das kann ich dir leider nicht "konkret" beantworten. Ich bin kein Arzt - ich kenne deine Erkrankung nicht. Eine "gesicherte Diagnose" zu hinterfragen bedeutet ja nicht automatisch dass sie nicht richtig ist. Ich finde es nur sehr wichtig sich alles ganz genau erklären zu lassen - auch die dazugehörigen Laborwerte. Mein Hausarzt zum Beispiel hatte dazu oft keine Zeit. Im nachhinein stellte sich eine "gesicherte Diagnose" als falsch dar. Eine falsche Diagnose bedeutet aber auch eine falsche Therapie - falsche Medikamente - mit möglicherweise verhängnissvollen Folgen. Aber es ist MEINE Erfahrung. Und es ging ja alles noch gut. Aber alles nur WEIL ICH AUFGEPASST HABE. (Es ist so ähnich gemeint wie mit dem Spruch : "Vertrauen ist gut - Kontrolle ist besser".)

    LG Majana
     
  9. Lusella

    Lusella Mitglied

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    Hallo Heike,

    Leflunomid sollte man, laut Beipackzettel, bei PsA immer auf 20 mg dosieren.
    Bei mir ist es so, dass es mich nicht ganz beschwerdefrei macht. Deshalb wurden auch schon TNF - Alpha Blocker verordnet. Bei mir war es Enbrel. Leider darf ich diese Medikamente nicht nehmen, weil ich schon zweimal eine Entzündung am Sehnerv hatte. Deshalb muss ich wohl oder übel bei Leflunomid bleiben. Ich nehme dazu immer 5 mg Prednisolon. Ab und zu mache ich einen kleinen Cortisonstoß über drei Tage und 20 mg / Tag. Das ging so gut, dass ich den Stoß auf von anfangs alle 4-6 Wochen auf 6 Monate strecken konnte :top:. Andere Entzündungshemmer nehme ich so gut wie keine mehr. Nochmal :top:.

    Deshalb habe ich den Mut gefasst und versuche das Leflunomid zu reduzieren. Es könnte ja sein, dass die Entzündungs Aktivität nachgelassen hat *hoff*. Es wäre an der Zeit. Ich hatte über 5 Jahre sozusagen einen Dauerschub. Deshalb hoffe ich, es hat sich etwas ausgetobt und kommt zur Ruhe. Das habe ich auch der Rheumatologin so gesagt. Sie ist sehr skeptisch und hat mir klipp und klar gesagt, dass ich mit dem Experiment viel riskiere, da ich momentan gut eingestellt bin. Ich riskiere damit einen Rheumaschub. Aber auf der anderen Seite sage ich mir, dass ich immer einen Schub bekommen kann. Auch mit 20 mg. Das war in der Vergangenheit so. Mein Ziel ist, mit so wenig Wirkstoff wie nötig, eine gute Wirkung zu erreichen. Das versuche ich bei mir auszuloten. Ich denke, da kann niemand raten. Auch kein Arzt.

    Dass das bei Dir so gelaufen ist, ist wirklich sehr schade. Hast Du mit Deinem Rheumatologen schon über Alternativen zu Leflunomid gesprochen?
    Mir wurde gesagt, dass es sehr, sehr schade ist, dass ich keine Alpha - Blocker nehmen darf. Sie sollen gut helfen und auch gut verträglich sein. Es sind, laut der Ärztin in der Rheumaklinik, die Mittel, die nach den normalen Basismitteln, am besten erprobt sind. Man hat ja schon einige Jahre Erfahrung damit.

    Ich wünsche Dir, dass Du eine gute Alternative für Dich findest!

    Liebe Grüße
    Lusella
     
  10. Heike68

    Heike68 Bekanntes Mitglied

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    Mit der Mindestdosis von 20 mg ist mir bekannt, wollte aber einfach mal den Versuch starten, da ich absolut schubfrei, auch ohne Cortison bin, sollte halt nicht sein. Alternative wäre Stelara, mag aber nicht auf ein Biolologikum wechseln. Daher lasse ich momentan alles, wie es ist.

    Wünsche Dir, Lusella, auch alles Gute!
     
  11. Frau Meier

    Frau Meier Guest

    @Lusella

    Sorry für *Klugscheißermodus an" ;)

    Ich denke, dass Du TNF-alpha-Blocker meinst, ja? Für die stimmt das Alles.

    Alphablocker sind Medikamente gegen Bluthochdruck - sicher, die helfen auch, aber nicht gegen PsA :D

    Sei mir bitte nicht böse, ich will nur Missverständnissen bei Anderen vorbeugen :)
     
  12. Majana

    Majana Neues Mitglied

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    Das finde ich einerseits mutig von dir dass du das so zugibst hier - aber andrerseits nicht fair deinem Arzt gegenüber. Ich könnte niemals so rumspinnen. Ich hätte auch Angst dass man es an den Blutwerten erkennen könnte wenn ich ein starkes Medikament nicht einnehmen würde ..... aber bestimmt hast du deine Gründe dafür.

    Ich selber stehe ja noch am Anfang meiner Rheuma - Karriere aber schon bei meinem ersten Rheumatermin habe ich gesagt dass ich Angst habe vor den Nebenwirkungen. Ich habs ziemlich kleinlaut gesagt aber ich habs gesagt. Der Arzt fragte mich daraufhin was ich denn von ihm für eine Hilfe erwarte. Ich soll es mir überlegen mit den Medikamenten.Ja und nun überlege - ich sammle Infos.

    Aber eines ist mir klar geworden : Solange ich nicht eine wirklich-gesicherte Diagnose habe werde ich ein Medikamentenverweigerer sein. Ich werde vorher nicht einen Arzneiwirkstoff nach dem anderen ausprobieren um zu einer Diagnose zu kommen.


    LG Majana
     
  13. Frau Meier

    Frau Meier Guest

    @Majana

    So wird üblicherweise eine Diagnose auch nicht gestellt :vb_cool:

    Es ist vielmehr so, dass eine Diagnose (zugegeben manchmal eine "Arbeitsdiagnose", das hat aber durchaus Gründe!) VOR der medikamentösen Therapie zu stehen hat.....
     
  14. Lusella

    Lusella Mitglied

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    @Frau Meier,

    wie könnte ich Dir böse sein :)?

    Du hast ja recht. Ich habe aus Bequemlichkeit, bin nämlich ein Faultier, das TNF weg gelassen. Ich dachte, einmal genügt. Hatte es ja vorher ausgeschrieben.

    Schöne Ostertage und alles Liebe,
    Lusella
     
  15. moi66

    moi66 Aktives Mitglied

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    Ich denke, Angst davor zu haben, der Arzt könnte "was merken" ist verkehrt. Aber den Fachmann / die Fachfrau, der/die mir helfen soll, zu belügen auch.
    Wenn ich überlege, ob meine Therapie richtig ist, sollte ich mich mit dem Spezi besprechen.
    Wenn er/sie anderer Meinung ist, mich aber nicht überzeugt, werde ich mir überlegen, ob ich eigenständig was ändere. Dann habe ich auch den Mut dazu zu stehen. Wie soll mich mein Arzt/meine Ärztin als "Partner" ernst nehmen, wenn ich nicht mit offenen Karten spiele? Das erwarte ich doch auch..

    Nur meine persönliche Meinung dazu.
     
  16. lucilena

    lucilena Mitglied

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    Naja, bei mir spielte mit, dass ich meinen Sohn noch gestillt habe. Einen knapp weijährigen noch stillen? Unverständnis vom RA.
    Außerdem wäre ich höchstwahrscheinlich ohne Arzt da gestanden, hätte ich gesagt, ich nehme das Zeug nicht.
    Ich habe ja heute noch das Gefühl, dass nur seine Meinung zählt.
    Man sollte es nicht sofort verurteilen, wenn jemand seinen Arzt etwas beflunkert .
    Ich habe selber in einer Allgemeinarztpraxis gearbeitet und habe dort des öfteren so eetwas erlebt. Meist hat jeder seine Gründe, für sein handeln. Egal, ob diese für andere nun richtig erscheinen oder nicht. Oft befindet man sich in diesem Fall auch in einer Ausnahmesituation. Ich habe z. B. ewig gebraucht, mich damit abzufinden, krank zu sein.
     
  17. Gertrud

    Gertrud Aktives Mitglied

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    Naja, ehrlich gesagt habe ich dafür wenig Verständnis ... entweder ich nehme ein Medikament oder eben nicht. Den Arzt zu belügen finde ich völlig falsch - und auch unsinnig.

    Nehmen wir an, jemand bekommt MTX verschrieben - nimmt es aber nicht, obwohl er dem Arzt lange sagt, er würde es nehmen. Wenn es dann nicht wirkt oder die Gelenkzerstörung fortschreitet - was ja nicht an der Nicht-Wirkung des Medikaments liegen kann, weil es ja nicht genommen wird - so wird der Arzt ja falsche Schlüsse ziehen - "wirkt nicht, also was Neues". Und sagt man dann als Patient "Ach übrigens, ich habe MTX die letzten 2 Jahre gar nicht genommen!" ....???? Und wenn man es nicht sagt, dann bekommt man was anderes - und hat so schon mal die Chance weniger, dass MTX (als erprobtes Medikament mit vergleichsweise wenig Nebenwirkungen) einem hilft.

    Naja, vielleicht liegt es auch an mir - ich möchte schon ehrlich sein, auch den Ärzten gegenüber. Wenn es Gründe gibt, die dagegen sprechen - wie z.B. das Stillen - dann kann man das auch offen sagen und man wird eine Lösung finden. Egal wie - Lügen ist die ungünstigste Lösung, finde ich.
     
  18. Frau Meier

    Frau Meier Guest

    @Gertrud

    Ich bin absolut bei Dir, gebe aber zu bedenken, dass die Realität sich ganz anders darstellt:

    Es gab mal eine Befragung von Patienten, die sich auf ihre Einnahme von MTX bezog.
    Im Beisein ihrer behandelnden Ärzte gaben 90 % der Befragten an, ihr MTX zuverlässig und regelmäßig einzunehmen. Ohne ihre Ärzte (die gleichen Patienten) erneut befragt, war das Ergebnis 70 %.
    Per Nachfassen via Krankenkasse/Apotheke haben nur 50 % tatsächlich die Rezepte eingelöst......

    SO sieht die reale Compliance aus!


    Quelle: Diskutiert anlässlich eines Vortrages eines der führenden deutschen Rheumatologen aus München
     
  19. Majana

    Majana Neues Mitglied

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    in der schönsten Stadt der Welt
    Frau Meier, vor allem sollte die RICHTIGE Diagnose VOR der medikamentösen Therapie stehen. (In meinem Fall habe ich leider einige Zweifel, aber das hilft ja nix , ich warte mal meinen nächsten Rheuma Termin mit ALLEN Laborwerten ab.)

    LG Majana
     
  20. Frau Meier

    Frau Meier Guest

    @Majana

    Habe ich etwa etwas Anderes gefordert?
    Es ist trotzdem leider keineswegs so einfach......

    Hast Du schon einmal darüber nachgedacht, was "richtig" in dem Zusammenhang bedeutet? Im Ernstfall heißt das zuwarten, bis jemand keine Behandlung mehr braucht.
    Die Realität sieht völlig anders aus - aber das müssen wir hier nicht diskutieren. Es bleibt jeder und jedem selbst überlassen, sein eigenes Leben so oder so zu steuern ;)

    Das Credo des "mündigen" Patienten ist nur dann wertvoll, wenn ausreichende, belastbare und zielführende Informationen mit einem gesunden Verstand (und zwar auf Seiten von Betroffenen UND Arzt) zusammentreffen - meine bescheidene Auffassung!
    Eine tragfähige gemeinsame Entscheidung benötigt ziemlich viel Disziplin auf beiden Seiten.....