Liebe Feuerlilie,
ich habe gerade deinen Thread mit großem Interesse gelesen - war in Urlaub als du ihn eröffnet hattest - sonst wäre da eine Antwort von mir gekommen...
Es ist ein schwerer Weg auszuloten, was geht und was nicht geht... Und den beschreitest du ja gerade und genau so ging es mir vor einigen Jahren auch.
Man liebt seinen Beruf, merkt aber, dass er immer schwerer mit der Krankheit zu vereinbaren ist und trotzdem gibt er so viel Kraft und ist so wichtig. Nur sind die Beschwerden und die Nebenwirkungen der Medikamente manchmal wie ein Schatten, der alles erschwert.
Die Balance zu finden fällt mir da immer noch schwer...
MTX habe ich auch bekommen - muss ich aktuell auch wieder zu meinem neuen Biologikum dazu nehmen.
Es gäbe aber eine Menge Alternativen - vielleicht musst du das mal genauer mit deinem Arzt besprechen.
Leider bekommt man die hochwirksamen Biologika nicht sofort (in meinem Fall hat das mehr als 1 Jahr Experimentieren mit anderen Mitteln gedauert - bei anderen dauert es viele Jahr). Aber auch ohne diese extrem teuren Medikamente gäbe es noch andere Wirkstoffe, die nicht ganz so toxisch sind wie MTX.
Wobei es bei MTX ja so ist, dass man zügig die toxische Wirkung mit Folsäure aufhebt - insofern darf man das auch nicht verteufel, weil es einfach hochwirksam und sehr gut erprobt ist. Gift ist es natürlich trotzdem (wie allerdings ja viele Medikamente).
Wenn dein Rheumatologe von deiner besonderen Situation weiß, wird er sich vielleicht auch noch etwas anderes einfallen lassen.
Nur sind manche Ärzte schon auf einige "Lieblingsmedikamente" spezialisiert - aber vielleicht könntest du dir zur Not eine Zweitmeinung einholen.
Du schriebst in diesem und in einem anderen Thread, dass du dich auch viel mit den Gründen deiner Erkrankung auseinandergesetzt hast.
Das ging mir ähnlich und ich glaube, das kann auch sehr anstrengend sein, diese Suche...
Für mich steht fest, dass der Ausbruch meines Rheumas (mein Immunsystem ist sicher von Geburt an labil gewesen - wie bei vielen Familienmitgliedern) an einer völligen Überlastungssituation lag - schweres Knietraumer (u.a. Kniescheibenbruch), lange Leidensphase und Tod meines Vaters, enormer Stress im Job und auch in anderen Lebensbereichen - ich habe weiter funktioniert - war für alle die Basis - und 3 Monate später machte es förmlich: Plopp - und ich bracht mit dem ersten, wahnsinnig starken Schub zusammen...
Was ich damit sagen will - es mag Auslöser für Erkrankungen geben und fördernde Faktoren - aber niemals hat man daran Schuld !
Ich denke schon, dass man durch eine Erkrankung lernen könnte oder vielleicht sogar soll, wie man mit sich selber und mit Belastungen sorgsamer umgehen kann - aber ich sehe das auf eine "liebevolle" Art und Weise (Lernprozess) und nicht als "Quittung" für falsches Verhalten oder eine unangemessene Lebensweise (wie man das manchmal in Büchern liest, die mich einfach nur wütend machen...).
Langer Text - kurze Essenz: ich wünsche dir, dass du bald eine passende Basismedikation bekommst, die dich vom Cortison ein Stück weit wegbringt und dir dennoch Freude am Beruf ermöglicht und die Schmerzen in Schach hält.
Dann wünsche ich dir noch, dass du so einfühlsam und emotional ausgewogen bleibst, wie du für mich rüberkommst.
Würdest du in meiner Nähe wohnen, hätte ich sehr gerne bei dir Gesangsunterricht


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Herzliche Grüße von anurju
