Wenn man nicht mehr kann, nicht weiß, wie man an seinen Lebensunterhalt kommt, ist das ziemlich deprimierend. Das kann einen schon bis zur verzweifelten Untätigkeit blockieren. Das kann auch mal sehr ungerecht sein. Wohl dem, der in solcher Situation eine Familie hat.
Ich habe so'ne und solche Gutachter erlebt. Einmal hab ich erlebt, dass der Gutachter noch nie etwas von MCTD gehört hatte. Das habe ich auch dem Rententräger mitgeteilt und kurzfristig einen anderen Gutachter erhalten. Eine Pauschalverurteilung aller Gutachter und aller Rententräger kann ich daraus nicht ableiten.
Der Erfolg eines Antrages hängt überwiegend von vorhergehenden Untersuchungen und Schreiben der behandelnden Ärzte, früheren Krankenhausaufenthalten usw. ab. Wenn sich daraus nichts Gescheites ergibt, kann der Gutachter auch nichts aus dem Hut zaubern. Es sei denn, man hat gerade zu dem Termin etwas ganz Gravierendes, Auffälliges vorzuweisen. Stimmt man mit der Entscheidung des Rententrägers nicht überein, gibt es immer die Möglichkeit von Widerspruch und Klage. Es gibt auch kostenlose Rentenberater, die einem dabei helfen.
Wozu gibt es eigentlich Sozialwahlen bei der Rentenversicherung? Schon mal überlegt, dass "wir" selber schuld sind, wenn dort nicht die richtigen Leute an entscheidender Stelle sitzen? Wie würde wohl der Gutachter einer privaten Rentenversicherung entscheiden? Würde eine private Rentenversicherung, an der Leute verdienen wollen, Behinderte und chronisch Kranke als Mitglieder aufnehmen?
Es gibt keinen König DRV, der auf seiner Goldkiste sitzt und nichts rausrücken will. Generationen von behinderten und chronisch kranken Menschen haben für ihr Recht auf Integration gekämpft. Manch einer muss sich auch heute noch jeden Tag an seinem Arbeitsplatz behaupten und will auch arbeiten. Die letzten 20 Jahre hat sich m.M.n. vieles zum Positiven gewendet. Ich finde es sehr gut, dass erst einmal versucht wird, ob es nicht doch eine Möglichkeit zur weiteren Beschäftigung und Arbeitsfähigkeit gibt. Es soll ja auch versucht werden Menschen in einer verzweifelten Situation vor Selbstaufgabe zu bewahren. Beratung, Schulung, Umschulung, Assistenz, Reha bieten die Möglichkeit sich zu informieren und neu zu orientieren. Erst wenn das ausgereizt ist, kann man sich sicher sein, es muss die Rente sein. Da hat man hoffentlich einiges in der Reha gelernt, um auch in der neuen Situation, beigeringem Einkommen und mehr freier Zeit dem Leben etwas Positives abgewinnen zu können.