Hallo Anna,
ich schau mal ob ich deine Fragen beantworten kann.
Wer ist dieser fantastische Arzt, der dich so unterstützt?
In erster Linie unterstützen mich Hausarzt und Rheumatologin. Beide kennen sich
nicht professionell mit der Thematik Ernährung und Nährstoffsupplementierung
aus. Die Rheumatologin experimentiert für sich selbst privat mit Ernährungsumstellung
aus eigenem Interesse. Ursprünglich hatte sie mich vor vier Jahren auf Dr. Anne Fleck
aufmerksam gemacht, u.a. ihr Buch "Schlank" und die Sendung Ernährungsdocs.
Da haben bei mir wohl die kleinen Ameisen im Kopf angefangen zu arbeiten.
Zusätzlich habe ich mir dann in Absprache mit den beiden einen Arzt gesucht der
sich mit der Thematik Ernährung und Supplementierung befasst, der aber auch gut
aufgestellte Erfahrungen mit Rheumatikern und Biologika, sowie MTX hat, welche
ich hochdosiert und engmaschiger als zugelassen nehme, weil es keine Option
(mehr) gibt.
Mich würde einfach interessieren, ob es Ärzte gibt, die mehr wissen
oder sich darauf in irgendeiner Form spezialisiert haben.
Ja, gibt es.
Ob die mehr wissen, würde ich so nicht sagen. Sie beschäftigen sich mit
zusätzlichen Themen, über den Blick und Lehrumfang der Schulmedizin hinaus,
genau wie Ärzte die sich zusätzlich mit TCM oder Ayurveda, Naturheilkunde oder
anderen unter dem Deckmäntelchen "Alternativmedizin" zusammengefasste
Methoden beschäftigen.
Ich habe ursprünglich einiges im Zusammenhang Funktionsmedizin oder auch
Präventionsmedizin gefunden.
Wir haben verschiedene Ärzte näher beleuchtet und Behandlungsansätze
hinterfragt und wieder verworfen, bis wir einen fanden der uns zusagte. Auch
hinsichtlich der praxisnahen Umsetzung. Der liegt nicht um die Ecke, aber da
schlage ich ja auch nicht wöchentlich auf.
Ich habe beispiels auf der Suche einfach "Ernährungsarzt" und meinen Wohnort
im Netz eingegeben und habe da schon Funde gehabt. Da drüber habe ich weiter
gesucht. Der Fund hat mir nicht getaugt, aber so kam ich Stück für Stück weiter.
Ärzte die nach dem Coimbra Protokoll arbeiten und in Brasilien oder in Deutschland
vom Prof. selbst ausgebildet wurden: Soweit ich informiert bin sind das derzeit im deutschsprachigen Raum 27 Ärzte, verteilt auf Deutschland, Österreich und die
Schweiz.
Da geht es in erster Linie um eine Theorie rundum die Bedeutung von Vitamin D.
Teile der Forschung sind inzwischen über Norwegische Forscher bestätigt worden,
aber es gibt keinen fundierten wissenchaftlichen Nachweis. Das muss man wissen.
Man kann diese Forschungsarbeiten bei EULAR und dem amerikanischen Portal
( in englisch) einsehen.
Kannst Du vielleicht kurz die Mengen angeben, die du nimmst (Mineralien,
Vitamine, Spurenelemente, alle Nahrungsergänzungsmittel)?
Ich habe mich schon vor dem Beginn des Erfahrungsberichtes entschieden das
öffentlich nicht zu tun. So wie ich das kennenlerne handelt es sich um eine
personengebundene Zusammenstellung basierend auf der jeweiligen
Einzelsituation. Das würde also keinen Sinn machen und ich bin kein Mediziner,
kann und will keine Verantwortung übernehmen.
Die Gabe von D3 erscheint mir gigantisch. Führt dies nicht zu Schäden?
Ich bin mir sicher, dass ich nur die damals von mir selbst angesetzte Menge im
Selbstversuch veröffentlicht ist und nicht die, die der Arzt jetzt verordnet.
Dabei ist zu beachten, dass bei mir eine diagnostizierte und labortechnisch
belegte Vitamin D Stoffwechselstörung zugrunde liegt.
Wie alle fettlöslichen Vitamine kann auch Vitamin D Probleme verursachen.
Das ist richtig. Es kann. Es muss nicht so kommen. Dazu bin ich in engmaschiger
ärztlicher Überwachung und muss ein paar Regeln strikt einhalten.
Zunächst:
Du nimmst auch keine Milchprodukte zu Dir, heißt das auch
keine Probiotika? Wie gleichst Du die Defizite an Kalcium aus?
Milch und Milchprodukte zu vermeiden ist wegen der hohen Vitamin D Gabe
oberste Priorität, zum Schutz der Nieren. Der hohe Kalziumgehalt ist der
Grund. Insofern meide ich Kalzium streng ausgenommen aus Gemüse ( jedoch
keine grünen Smoothies, wegen der reduzierten Verdauungstätigkeit beim
"vorgekauten") Ich nehme dennoch ausreichend Kalzium aus dem Darm auf,
dazu spielt Magnesium eine Rolle, welches grob gesagt wie ein Wegweiser
funktioniert, damit das Kalzium in die Knochen wandert und nicht zu den Nieren.
Das kann man unterscheiden in
1) - meiden aus Sicht (vermeintlich) autoimmunrelevanter Trigger
2) - meiden aufgrund persönlicher Antikörperbestimmung u.a.
3) - meiden aufgrund Erfahungsschatz des Coimbra Docs
1) Getreide - Zucker - Milchprodukte - Eier - Hülsenfrüchte - Nachtschattengewächse
- Nüsse - Samen - Kerne - Industrieprodukte - Fleisch, wenn nicht Weidehaltung -
Fisch, wenn nicht Wildfang ... glaube das war's (kann man beispielsweise bei
Angie Alt oder auch Amy Myers nachlesen - es gibt noch mehr Autoren zum
Thema, mMn muss man aber sehr diffenrenziert gucken, denn Ansätze mit
verstärktem Einsatz von Convenianceprodukten erscheinen mir nicht
erstrebenswert )
2) Milchprodukte - Eier - Bohnen - Bananen - Kiwi - Ananas
3) orientiert sich grob an 1), hinzukommt Cashews, Shitake
Fleisch deutlich reduziert 1-4x/Monat
Nüsse, Nachtschattengewächse, Hülsenfrüchte, Eigelb in kleinen Mengen
sind als Ausnahme-Schmankerl ab und an erlaubt
Da wird es dann ein bissel unübersichtlich für mich, weil sich die drei Gruppen
nicht gänzlich decken. Ich habe aus dem Korridor für mich nach eigenem
Gefühl meinen persönlichen Baukasten gemacht.
Bis ich die Darmheilung abgeschlossen habe halte ich mich kurzerhand an die
kürzeste "Darf"-Liste, weil mir alles andere zu kompliziert ist. Danach versuch ich
aus Gruppe 3) die Schmankerl hinzuzunehmen ganz nach Erfahrung wie ich es
dann vielleicht vertrage, mal sehen.
hast Du vor der Ernährungsumstellung gefastet? Falls ja, wie lange?
Da gibt es ja auch ganz unterschiedliche Ansätze
Stimmt. Gibt es. Wäre schön, wenn es eine simple Liste gäbe mit der einen
Antwort, nicht?
Ich habe die Ernährungsumstellung zuerst begonnen. Die läuft schon ein Jahr
länger als der Rest. Sobald ich davon wusste habe ich mich über 3 Monate
langsam da reingefunden. Ich dachte das macht es meinem Körper leichter
sich umzustellen als von jetzt auf gleich.
Als ich dann beim Doc fest in Behandlung war hat er Fasten angesetzt als
dauerhafte Unterstützung für den Darm, der bei mir ein zentrales Problem ist.
Ich war ziemlich geschockt. Nicht essen oder so eingeschränkt kam mir
enorm schwer vor, hat sich aber als viel leichter rausgestellt und vor allem
tut es mir spürbar gut.
Wegen meiner Medikamente und der angeschlagenen Leber haben wir entschieden
nicht ein oder zwei Wochen zu fasten, wie es z.B. nach Buchinger empfohlen wird,
sondern ich faste einen festen Tag in der Woche und mache an den anderen Tagen
16/8 Intervallfasten. Das ziehe ich jetzt durch, das läuft über keinen begrenzten
Zeitraum.
Wir sind so verblieben, dass ich das versuche und erst wenn das nicht klappt in der
Klinik ärztlich begleitet faste, weil da besser auf die Leberreaktion geguckt werden
kann. Ich stelle mir das auch alleine im häuslichen Alltag schwer vor.
Zusätzlich unterstütze ich seit kurzem den Körper noch durch Ölziehen am
Morgen. Das ist eine

*öhm* Erfahrung.

Aber wenn man über die
Schleimhaut Gifte ausscheidet macht es wohl keinen Sinn sie mit dem
Frühstückstee wieder runterzuschlucken.

Also Augen zu und durch.
Ich vertrau auf den Tipp.
Interessanter Weise ist nach 2 Tagen der Mundgeruch futsch gewesen, der
angeblich vom wöchentlichen Humira kommen sollte.
Die Darmreinigung mache ich mittels Flohsamenschalenpulver, Glutamin und
Heilerde. Die Variante mit Zeolith hat mir nicht zu gesagt, zumal ich schon ohne
Zutun genug Probleme auf der

habe. So soll es verträglicher sein. Ich weiß
es nicht, komme aber gut zurecht. Zumindest klang es in meinen Ohren freundlicher
und nicht so militärisch

.
Die Reinigung lief über 2 Monate und wird jetzt 2 Tage die Woche beibehalten.
Eventuell wiederhole ich das, je nachdem wie die Ergebnisse der Darmuntersuchung
sind.
heißt das auch keine Probiotika?
Jein. Probiotika kamen zusammen mit Prebiotika erst nach Abschluß der ersten
Reinigungsphase hinzu. Zu früh können sie die Darmentzündungen verstärken.
Was isst Du noch außer Gemüse und Obst, Lupinen und Hülsenfrüchte?
Ich esse nur wenig Obst, heimisches, zuckerarmes - im Augenblick sind das Äpfel
und Birnen. Dazu kommen Beeren jeder Art, was derzeit zumeist aus dem Eisfach
kommt. "Schleckerobst" ist für mich neuderdings Papaya. Die mochte ich früher
nicht. Gemüse ist das Hauptessen, viel Kohl, dazu Fisch. Ich habe einen prima
Gemüsehändler bei dem kriege ich Avocados aus Deutschland. Davon esse ich
mehrere in der Woche.
Frühstücksänderung war am schwierigsten fand ich.
Mein Favorit ist Möhrensuppe mit Ingwer oder Gurke mit Avocado und Papaya,
dazu gerne geräucherte Forelle.
Wenn mein Darm sich beruhigt hat werde ich mehr mit Pseudogetreide
experimentieren, wie Quinoa, Amaranth, Hirse und Wurzelmehlen wie Maniok,
Erdmandel, Teff, Pfeilwurzelmehl, Nussmehle, Leinsamen, Sorghummel,
Süßkartoffelmehl usw. Das ist alles erlaubt.
Es gibt auch Bäckereien, die sich darauf spezialisiert haben und Bröte, Brötchen
und mehr anbieten. Kann man u.a. im Netz beziehen.
Ich habe schon eigene Backversuche gemacht, aber es ist mir nicht so gut
bekommen. Ich soll ja auch warten
Ich verzichte seit zwei Monaten auf Zucker, Gluten und Fleisch. Esse
auch keine Milchprodukte und schon ist mein Kalzium-Spiegel im Keller.
Waren deine Ausgangswerte gut? Meine Werte sind prima, besser als früher.
Kalzium z.B. ist im mittleren Normbereich.
Schau, dass du mehr Broccoli und grünes Blattgemüse ißt und vor allem
möglichst viele Sorten mischen. Wenn du das so durchziehen willst würde ich dir
eine Nährstofftabelle empfehlen. Die gibts um 10€ und geben dir einen
umfassenden Überblick. Mir hat es bei der ersten Orientierung geholfen, auch um
zu sehen von was ich mir mehr erlaube oder wo ich eher kleine Mengen nehme.
So tausche ich beispielsweise lieber Garnelen gegen Flußkrebse, welche nur ein
Viertel Kalzium haben. Für dich wäre es dann andersrum gut, wenn dein Spiegel
gering ist.
Um ausreichend Aminosäuren zu bekommen bau ich Hanf-, Erbsen-, Lupinen-,
Hagebuttenprotein ein. Mindestens ein TL am Tag. Die einzige Quelle die alle
Aminosäuren enthält ist Fleisch und Ei. Da ich die gar nicht oder nur so arg
reduziert esse weiche ich aus. Pflanzliche Quellen enthalten aber nie alle
Aminosäuren, also wechsel ich die immer durch.
Lecker und cremig find ich das in einem RohKakao aus Hafermilch oder auch
Wasser mit einem Löffel Kollagen. Damit läute ich abends Couchzeit ein.
Manchmal rühr ich es auch einfach zum andicken in eine Suppe. Dann ist
es wirklich praktisch und kommt so sahnig wie ein Schlag Creme fraiche.
Gluten - das Eiweiß greift die Darmschleimhaut an und ist von daher nicht gut.
Da wusste ich letztens ja nicht aus dem Kopf was es damit auf sich hat.
Es gibt die leider nicht sehr aussagekräftige Homepage Bechterew Alternative.
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Besser aufgezogen fände ich die einen ganz guten Anfang. Es scheint mir
nicht umfassend recherchiert und scheint auch nicht vervollständigt zu werden.
Mehr weiß ich im Moment nicht.
Hilft dir das?
Herzliche Grüße
Kira