Schlechte und gute Erfahrungen
Obwohl ich ja erst seit kurzem Rheumi bin, hab ich auch schon genug Erfahrungen.
Also: Hausärztin (Internistin) stellt im Sommer aufgrund von Blutwerten (hoher CRP, hohe Blutsenkung, hoher Rheumafaktor ) und meiner Beschwerden (beide Knie, beide Hände, Finger und beide Sprunggelenke, allgemeines Krankheitsgefühl, total schlapp und KO) den Verdacht auf RA und verschreibt mir einen Cortisionstoss und erst mal AU, danach hat sie leider 4 Wochen Urlaub. Die Cortitherapie soll der Kollege (Allgemeinmediziner, Sportarzt, Chiropraktiker etc) in der gleichen Praxis überwachen. Beim ersten Termin setzt er wie geplant das Corti runter und vertröstet mich mit den Worten, dass das nicht unbedingt Rheuma sein muss und in ein paar Wochen vergeht. Eine Woche später bei der nächsten Kontrolle klage ich über Beschwerden in der LWS. Er versucht mich einzurenken und meinte ich solle Sport treiben (wie denn wenn mir alles weh tut und ich total KO bin). In der dritten Woche das gleiche Spielchen außerdem solle ich mal wieder arbeiten gehen. Ich füge mich erst mal dem Schicksal und und bin froh das meine Ärztin bald wieder da ist. Inzwischen hab ich einen Termin bei der Rheumatologie (Tagesklinik) bekommen - nur sechs Wochen Wartezeit, ich hab mich wie ein Glückspilz gefühlt. Hausärztin macht mir die Unterlagen fertig, gibt mir problemlos Laborwerte und KH-Einweisung mit, die der Vertreter mir verweigert hatte.
Im KH hab ich dann von den Ärzten zu hören bekommen, das durch den Cortisonstoss ja schon alle Werte viel besser wären und da ich ja auch keine Schwellungen und Rötungen hätte, wäre ich ja viel zu spät da. Danke und ich war schon froh bereits nach sechs Wochen einen Termin bekommen zu haben. Wie stellen die sich das eigentlich vor? Soll man wochenlang mit Schmerzen durch die Gegend laufen? Na ja, sie haben mich trotzdem genommen. Da weder ein Ultraschall noch ein MRT gemacht wurde, habe ich dann die Diagnose undifferenzierte Arthritis bekommen. Das soll wohl so viel heissen, da ist was, aber wir habens nicht weiter geprüft und sind der Meinung, dass das eher Verschleiß (mit 40??) ist. Auf meine Nachfrage wie es denn so plötzlich innerhalb von Wochen Verschleißerscheinungen auftreten die unter Corti besser werden, habe ich keine vernünftige Antwort bekommen. Ich sollte doch nicht so viel Treppen steigen, dann würde es meinen Knien auch besser gehen! Aber Sport machen sollte ich auch. Ja was denn nun??? Da es mir zu dem Zeitpunkt wg. einer dicken ERkältung nicht gut ging, hab ich nicht weiter gefragt und bin dann wie geplant nach zwei Wochen mit Basismedi nach Hause. Wenigstens habe die meine Rückenprobleme - die waren tatsächlich wg. Bewegungsmangel entstanden - in den Griff bekommen. Das Team der Physios war echt super!!! Es ist aber das blöde Gefühl geblieben, das man mich nicht ernst genommen hat. Un dabei heisst es doch immer man soll so früh wie möglich die Arthritis behandeln ??!!!
Bin dann erst mal wieder arbeiten gegangen. Vor ein paar Wochen dann ging es mir auch psychisch und physisch nicht wirklich gut, so das ich wieder in der Praxis angerufen habe und kurzfristig um einen Termin gebeten habe. Ich durfte noch am gleichen Tag kommen und kriege mal wieder den Vertreter (den aus dem Sommer). Der verordnet mir eine Spritze mit dem Kommentar ich solle erst mal meine Gedanken sortieren. Kein Hinweise zur Verträglichkeit und Nebenwirkungen, obwohl ich u.a. wegen der Nebenwirkungen der anderen Medis da war. Eine Woche später das gleiche noch mal. Und die häufigen Labore wegen des Sulfasalazin müssten ja auch nicht sein, das wollte er nicht bezahlen. Hallo???? Im KH Bericht steht extra drin, das die gesondert abgerechnet werden können! Aber da hat er sich nicht die Mühe gemacht, das zu lesen und ans Rheuma glaubt er scheinbar auch nicht. Die Nebenwirkungen der Spritze hat mir dann ein paar Tage später die Gynäkologin vor Augen geführt. Begeistert war ich davon nicht, um es mal Milde auszudrücken.
Zum Glück hatte mein Ärztin diesmal nur 2 Wochen Urlaub. Mit ihr habe ich das Ganze Problemfeld noch mal neu aufgerollt. Sie unterstützt mich voll und schreibt mich jetzt erst mal so lange krank wie ich meine, das es sein muss. Und die Medis sortieren wir auch so nach und nach aus.
Demnächst hab ich dann eine Termin beim ambulanten Rheumatologen, mal sehen wie ernst der mich nimmt.
Meine Hausärztin war jedenfalls ein Glücksgriff.
Gruß
florenceHB