Ja, lavierte Ängste, Depressionen und verdrängte Schmerzen aller Art führen zu genau diesem Bild: Erschöpfung, Schwäche, Schweißausbrüche. Das ist eine Verarbeitungsstrategie, die sich etablieren kann. Alles, was einen aus der seelischen Bahn werfen würde, wird abgespalten, so dass es nicht mehr spürbar ist.
Ich fühlte mich Sonntag, einen Tag vor der Biopsie, ungewohnt ruhig und entspannt. Aber, sobald ich aktiv werden wollte, lief mir der Schweiß herunter und ich war völlig entkräftet, alles war anstrengend. Den Deckel drauf zu halten, worauf auch immer, strengt einfach an. Inzwischen habe ich gelernt, dass die Seele auf alles einen Deckel packen kann. Ich achte darauf, dass es unter keinem gammelt. So komme ich gut durch's Leben.
Jetzt weiß ich, dass meine Energie dafür drauf ging, zu Nerven zu behalten und nicht in Panik zu verfallen. Das war so anstrengend. Heute habe ich noch überhaupt gar nicht geschwitzt, das darf ja auch mal sein.