Liebe Maggy63,
da schreien alle sozialen Institutionen das sie kein Personal finden und dein Sohn wird nicht genommen!
Das macht mich richtig wütend!
Für mich hat sich unsere Gesellschaft im Bereich Schule, Ausbildung und Studium in eine schlechte Richtung entwickelt!
Heutzutage zählt oftmals nur noch das Abitur und setzt dadurch Kinder und Eltern enorm unter Druck! Ich bin entsetzt, dass Grundschulkinder heutzutage Nachhilfe erhalten, damit sie den Wechsel auf ein Gymnasium schaffen. Und ohne Abitur bleiben den jungen Menschen derart viele Berufe verwehrt und dazu kommt noch das negative Ansehen in unserer Gesellschaft, wenn ein Jugendlicher sich für eine handwerkliche Ausbildung entscheidet. Ich möchte jetzt nicht unbedingt mit Sätzen wie früher war alles besser anfangen, zumal mich diese selber oftmals in jungen Jahren genervt haben. Aber die Möglichkeiten bei der Berufswahl waren aus meiner Sicht eindeutig besser. So könnte man mit einem Hauptschulabschluss viele Ausbilungen beginnen, egal ob im Handwerk oder Büro. Und mit einem Realschulabschluss konnte man eine Ausbildung zur Bankkauffrau oder Beamte im mittleren Dienst beginnen. Und wer das Gymnasium und sein Abitur gemacht hat, hat studiert.
Und heute? Eine Ausbildung im kaufmännischen Bereich ohne Abitur ist kaum möglich und auch Handwerksbetriebe fordern m.E. oftmals auch zu viel.
In der Zeit als freigestellte Personalrätin habe ich mich bei Vorstellungsgesprächen bezüglich einer Ausbildung bei der Kommune, oftmals über meine Kollegen gewundert. Ich erinnere mich noch genau an das Entsetzen der Kollegen als ich mich für eine 16 jährige Realschülerin eingesetzt habe, dessen Traum eine Ausbildung zur Verwaltungsangestellte war und mit älteren Abiturienten und Studienabrechern um die Ausbildungsstelle antrat. Zu jung, nur Relabschluss waren die Argumente um sie nicht einzustellen. Und das von Kollegen die vor Jahren mit einem Hauptschulabschluss angefangen und sich mit Fleiß nach oben gearbeitet haben. Meine Argumente wurden belächelt, bei dem Abiturienten kam der der Wunsch eines Studiums durch und der gescheiterte Stundent machte den Eindruck es Mama zu Liebe die Ausbildung hier zu beginnen.
Unverständlich für mich, bis der Personalamtsleiter mich unterstützte.
Sie hat die Stelle bekommen und ist immer noch dort beschäftigt.
Schade das dein Sohn keinerlei Unterstützung dort erhalten hat!
Was mich noch wütender macht ist, dass er nicht einmal eine Chance erhalten hat. Den wofür ist die Probezeit da? Um zu schauen, ob er den Aufgaben gewachsen ist und ins Team passt!
Es ist nur noch eine Frechheit ihm eine ausbeuterische Tätigkeit als Praktikant anzubieten! Ohne Entgelt sind die Fähigkeiten um dort zu arbeiten vorhanden und es ist doch größtenteils bekannt, dass Praktikanten die selbe Arbeit verrichten müssen.
Ich finde es traurig, dass sie so mit deinem Kind umgegangen sind und wünsche Euch von Herzen das er eine Stelle findet und auch wertgeschätzt wird.