Ach, ein Gedicht muss man ja auch noch bringen.
Na gut, dann halt den Erlkönig "uff hessich", passt zur herbstlichen Jahreszeit.
Erlkeenig (hessisch)
Wer reitet so spät durch Nacht und Wind?
Deß kann ich derr werklich net sage!
Es ist der Vater mit seinem Kind!
Wannstes waaßt, brauchste aach net zu frage!
Er hat den Knaben wohl auf dem Arm,
No, soll ern in Rucksack stecke?
Er faßt ihn sicher und hält ihn warm.
Wanns en friert, hot-ern zuzudecke.
„Mein Sohn, was birgst du so bang dein Gesicht?“
Du bist doch sunst net so schichtern!
„Siehst, Vater, du den Erlkönig nicht?
Ich glaab, der Bub hot die Gichtern –
Den Erlenkönig mit Kron und Schweif?“
’s gibt kaa Keenig mit Krone un Schwenz mehr –
„Mein Sohn, das ist nur ein Nebelstreif!“
Jetzt mach mer emol so kaa Denz mehr.
„Du liebes Kind, komm, geh mit mir!
Wohie, un zu wos for-e Kibbe?
Gar schöne Spiele spiel ich mit dir,
Wo werd ihr erum wolle hibbe?
Manch bunte Blume wächst an dem Strand,
E Fastebretz is em liewer,
Meine Mutter, die hat manch gülden Gewand.“
Un de Vadder, deß is scheint’s a Schiewer.
„ Mein Vater, mein Vater, und hörst du es nicht,
Der heert nix; des Schinnos, des daawe.
Was Erlenkönig mir leise verspricht?“
Ei, du brauchst-em jo net zu glaawe.
„Sei ruhig, bleibe ruhig, mein Kind,
Wos will nur der Lausert schun widder.
In dürren Blättern säuselt der Wind.“
Un es gibt scheints heit nacht e Gewidder.
„Willst, feiner Knabe, du mit mir gehen?
Wos will nur der alte Kräätscher?
Meine Töchter, die sollen dich warten schön,
E Bub geheert net nachts bei die Mädcher.
Meine Töchter führen den nächtlichen Reihn
Do wird am End Foxtrott gehoppelt?
Und wiegen und tanzen und singen dich ein.“
Der Bub, der schleeft ohne geschoggelt.
„Mein Vater,mein Vater, und siehst du nicht dort
Ei , der sieht doch nix ohne Zwicker.
Erlkönigs Töchter am düsteren Ort?“
Mer maant, der Lausbub weer schicker?
„Mein Sohn, mein Sohn, ich seh es genau,
Jetzt sei doch nor so kaan Schoode,
Es scheinen die alten Weiden so grau!“
Un grau is doch ewe Mode.
„Ich liebe dich! – Mich reizt deine schöne Gestalt,
Der soll nor dem sei O-Baa mol sehe.
Und bist du nicht willig, so brauch ich Gewalt!“
Dann rieft mer die Schubbo, vun weje!
„Mein Vater, mein Vater, jetzt faßt er mich an!
Den Bub soll de Deiwel hole,
Erlkönig hat mir ein Leids getan.“
Ich dhet-em de Hinnern versohle.
Dem Vater grausets.- Er reitet geschwind.
Per Auto gings doch geschwinder.
Er hält in den Armen das ächzende Kind,
Un endlich sei Hausdier find-er,
Erreicht den Hof mit Müh und Not,
Des wor aach werklich kaa Fehler,
Un gibt dort dem Biebche e Worschtebrot,
Un do wors-em noochher wieder wöhler.