@Cailean
Ich habe halt nicht mehr mehrere Jahre Zeit, um einen Arzt zu finden, der Lupus überhaupt kennt. Mein HA hat immerhin die Diagnose gestellt! Er weiss sehr gut, was SLE ist. So einen Arzt würde ich wohl erst wieder nach Jahren finden. Und soviel Zeit hab ich nicht. Also wenn mein HA, der die Diagnose Lupus gestellt hat, mir sagt, ich könne eine Hormontherapie machen, dann akzeptiere ich das dankbar. Ich war aber schon erstaunt, dass er das grüne Licht gab, ohne mich nochmals zu sehen, und dass er mich auch während der Therapie begleitet. Das macht mich unsicher. Vielleicht ist der HA ja der Meinung, ich habe doch nicht Lupus? Der Immunologe, DER Spezialist des Unispitals, war sich dessen ja nicht so sicher.
Und gerade wegen diesem Kinderwunsch sage ich dann nicht: Eine Hormontherapie, aber nur, wenn ich in guten Händen bin und begleitet werde, weil ich kaum glaube, dass das hier irgendein Arzt tun würde. Ich hatte schon 2007 einige Male gebeten, mir doch einen anderen Blutverdünner als Sintrom zu geben, damit ich für ein Baby üben kann. Ich wusste, dass es schwangerschaftskompatible Blutverdünner gibt. Aber mein HA blieb stur und verschrieb mir 8 Monate lang Sintrom. Nach 8 Monaten wurde es abgesetzt und danach bekam ich keinen Termin mehr. Für ihn war/ist der Fall abgeschlossen. Und das hat er mir damals ziemlich deutlich gemacht. Ich hatte ihn anfangs 2008 nämlich nochmals kontaktiert, weil die Symptome wieder kamen. Ich bekam den HA gar nicht zu Gesicht. Die Assistentin machte einen D-Dimer Test. Das Ergebnis war: Keine Lungenembolie. Schluss. Kein Termin, kein Gespräch. Ich kam mir damals schon doof vor, dass ich überhaupt einen D-Dimer hatte machen lassen. Einmal mehr stand ich da, als WOLLE ich unbedingt eine Krankheit bei mir finden oder krank geschrieben werden oder von einem Arzt therapiert werden. Dieses Gefühl ist noch schlimmer als die Symptome, es ist so tief verletzend!
@Witty
Eine Schwangerschaft würde von meinem FA begleitet werden. Mein Fall ist sicher nicht schlimm genug, um an eine Uniklinik überwiesen zu werden. Vielleicht ist das in der CH so. Oder in meinem Kanton. Keine Ahnung, aber das ist so. Fehlgeburten hin oder her, Lupus hin oder her.
Hormontherapie
Euch würden die Haare zu Berge stehen, wenn Ihr wüsstet, was mir bisher schon mit der Hormontherapie widerfahren ist! Was ICH nicht selber weiss, wird mir vom FA nicht gesagt. Ich muss alles selber herausfinden, auf alles aufpassen. Jetzt bin ich bei der zweiten, und es ist noch immer chaotisch. Aber die erste, völlig unbekannt für mich, war eine Katastrophe. Ich pendelte zwischen FA und Apotheke hin und her, wusste nicht, wie die Spritze setzen, wusste überhaupt nichts... Ein Beispiel von heute:
Gestern Abend um 21 Uhr war ich beim FA (ja, er arbeitet immer so lange). Er sagte, ich müsse am Donnerstag für eine weitere Untersuchung ins Regionalspital, da er es nicht machen könne. Mein Mann rief heute Morgen im Spital an (ich kann nicht vom Büro aus). Im Spital sagten sie, mein FA arbeite am Donnerstag, da dürfe ich den US nicht im Spital machen lassen, sondern beim FA. Mein Mann rief beim FA an, die Assistentin sagte, der FA sei an einem Kongress. Mein Mann rief wieder im Spital an, aber dort konnten sie ihm gerade keinen Termin geben. Er solle am Nachmittag nochmals anrufen.
So ähnlich läuft es mit allem! Der FA verschreibt mir Hormone, die die Apotheke nicht hat, die sie bestellt, die es aber nicht mehr gibt. Wieder zum FA ein anderes Hormon verschreiben lassen, wieder in die Apotheke, wieder nicht vorhanden, bestellen, am nächsten Tag in die Apotheke... Meistens brauche ich die Hormone dringend und es ist ein stressiger Wettlauf. Daneben noch zu arbeiten, ist eine Herausforderung. Von den falschen Hormonen, Spritzen, Nadeln, die ich in der Apotheke bekam usw ganz zu schweigen...