mutmachen will ich auch...
ich bin seit ewigen zeiten rheumakrank (sitze fast genausolange wegen cp im rollstuhl, kann nix allein, brauch pflege und jedes gelenk ist verkrüppelt) - trotzdem oder gerade deshalb habe ich einen lieben mann gefunden. wir teilen uns unser leben nun seit 16 jahren ... und seit fast 12 jahren sind wir verheiratet.
ich habe nicht gesucht - wir haben uns sozusagen gefunden. von anfang an war klar, das ist keine "normale" partnerschaft... trotzdem funktioniert sie völlig normal.
als wir uns ineinander verliebten, war mir bewußt, dass ich möglicherweise bald wieder abschiednehmen müsste. wäre nicht das erste mal gewesen... die starke behinderung durch meine krankheit wirkt schon manchmal abschreckend (nicht nur auf männer

). ich hatte einen starken selbstschutz und ein grosses selbstbewußtsein entwickelt.
es hat mich viel gekostet (denn sehnsucht hat eigene gesetze...) und ich hab am anfang auch viele verletzungen weggesteckt(die passieren einfach, manchmal nur aus unwissenheit und unsicherheit/angst...), habe meinen schatz an der langen leine gelassen, selbst rausfinden lassen, was er will. wenn ich die ganze story erzählen wollte, würde es den rahmen sprengen.
es ist wunderschön, das leben mit jemanden so zu teilen. ich liebe meinen mann und er liebt mich. wir sagen es uns noch täglich, auf die eine oder andere weise. liebe ist keine selbstverständlichkeit.
trotzdem denke ich für mich, dass das leben auch ohne festen partner schön ist und ich wahrscheinlich auch wieder alleine zurechtkäme. ich bin ja vorher auch zurechtgekommen. es wäre dann nur anders...
was ich sagen will, mein mann ist nicht gezwungen bei mir zu bleiben, bloss weil ich hilfe brauche bei allen möglichen dingen. das war von anfang an klar. er tut das alles, was nötig ist, auch pflegerisch. es gehört zu unsrer ehe und partnerschaft, dass ich in manchem abhängiger bin. trotzdem ist dieses helfen nicht bindend oder ein zwang für ihn. meinen alltag habe ich zur hälfte ohne ihn organisiert (ich schrieb ja schon, dass meine schwester bei mir "arbeitet", d.h. sie bekommt das pflegegeld und macht dafür einen teil haushalt und meine morgendliche pflege). was dann noch bleibt, ist absolut normal. in jeder beziehung und partnerschaft hat der einzelne seine aufgaben und auch gewisse pflichten - das gehört zum miteinander leben.
natürlich haben wir auch unsere stosszeiten, wo es mal rappelt im karton - meistens sind es banalitäten

, die genauer besehen, dann eigentlich eher unwichtig sind. und dickköpfig können wir auch beide sein - wir sind ja beide sternbild stier...

tja, ich sag ja, trotz aller besonderheiten funktioniert unsere ehe völlig normal.
so, das war noch meine mutmachgeschichte - liebe grüsse
eure nenufar