@IndianSummer69
Hallo und willkommen hier im Forum. Ich bin ähnlich alt (54) und habe auch eine ähnliche RA-Karriere wie du. Lange Zeit (ca. 9 Jahre) kam ich gut mit Leflunomid in Kombination mit Sulfasalazin klar, doch dann folgte eine mehrjährige Phase, in der ich nach einer dauerhaft funktionierenden Medikation suchte. In der Zeit hatte ich auch Aufenthalte in einer Rheumaklinik und eine vierwöchige Reha. Weil nichts dauerhaft wirkte, konnte ich verschiedene Medikamente ausprobieren. Einige halfen sehr schnell und gut, andere halfen garnicht und Einige leider nur kurz oder die Nebenwirkungen (Blutwerte) waren auf Dauer nicht akzeptabel. Ich bekam unter anderem auch Benepali, welches mir sehr schnell und sehr gut geholfen hat. Die Wirkung zeigte sich schon nach wenigen Tagen und es ging mir dann über ein paar Wochen immer besser, bis ich fast beschwerdefrei war. Leider ließ aber die Wirkung nach ca. 4 Monaten genauso schnell wieder nach. Ich hätte gern das Ursprungsmedikament von Benepali, das Enbrel ausprobiert, dazu kam es bisher aber leider nicht.
Um die Medikamentenwechsel abzufangen, ich musste bis zum neuen Medikament immer eine Weile aussetzten, bekam ich Prednisolon in unterschiedlichen Dosierungen. Ziel war dabei immer, das Prednisolon komplett wieder auszuschleichen, was aber in den letzten 5 Jahren nie gelang. Durch die dauerhafte Cortisontherapie habe ich mit der Zeit, trotz angepasster Ernährung, Typ 2 Diabetes bekommen. Ob ich altersbedingt auch Diabetes bekommen hätte, lässt sich nicht sicher sagen. Es ist aber bestimmt gut, nicht allzu leichtfertig mit Cortisonpräparaten umzugehen.
Um jeweils die Zeit zwischen zwei Medikationen zu überbrücken, hat mir Etoricoxip ganz gut geholfen. Er war quasi das Notfallmedikament um den Alltag noch bewältigen zu können, bis das jeweils neue Rheumamedikament richtig wirkte, was bei den meisten Medies einige Wochen dauert.
Aus eigener Erfahrung kann ich dir auch berichten, dass Stress und Überforderung sich auf unsere Erkrankung sehr negativ auswirken. Bitte bedenke dabei, dass du mit 52 und einer chronischen Erkrankung nicht mehr so belastbar bist, wie noch vor einigen Jahren. Es ist ein schleichender Prozess, der auch bei Gesunden stattfindet, nur bei uns sind die Auswirkungen schneller und deutlicher.
In unserer Situation ist es ratsam, sich so viel Stress wie möglich vom Leib zu halten und sich möglichst viele Pausen zu gönnen. Pausen in Form von einfach mal nichts tun oder nur Dinge, die dich nicht belasten und dir einfach gut tun. Das ist ja individuell immer etwas Anderes, aber die Hauptsache ist, das du die Möglichkeit hast dich regelmäßig richtig zu erholen.
Bei mir ist das mal der Tag auf der Couch, wo ich mir einfach nur Ruhe gönne. Wenn es nicht anders geht nehme ich mir auch mal einen Tag Urlaub zum ausruhen oder Notfalls lasse ich mich 2 oder 3 Tage krank schreiben, um wieder etwas Kraft zu tanken.
Mir ist vollkommen klar, dass das nicht so einfach umsetzbar ist, aber mein Körper rächt sich, wenn ich ihm nicht genug Pausen gönne oder zu viel Stress zumute, das habe ich mittlerweile schmerzlich gelernt.
Ich hoffe ich konnte dich damit ein wenig unterstützen. Falls du weitergehende Fragen hast, halte dich bitte nicht zurück sie zu stellen.
Viele Grüße und gute Besserung wünscht Manoul
